Bad Kleinkirchheim setzt mit der  Investition von ATS 93 Mio. in die 
8-er Kabinenbahn "Nationalparkbahn Brunnach" einen weiteren   Meilenstein in Richtung Qualitätstourismus und erwartet  sich zusätzlich ein Belebung des Ortsteiles St. Oswald

"Die Brunnach" im Wandel der Zeiten

Nach fast vierzig Betriebsjahren gingen im letzten Winter die in die Jahre gekommenen Einzel-Sesselliftanlagen Brunnach I und II in ihren wohlverdienten Ruhestand!
Der Brunnachalmbahn-Sessellift wurde 1962 nach den Plänen von Ing. Pretterebner als damals modernste Anlage in Kärnten errichtet. Trotz mehrfacher Umbauten in der Vergangenheit entsprach die Einsessel-Liftanlage nicht mehr den heutigen Anforderungen einer komfortablen und zeitgemäßen Seilbahnanlage. 
Sowohl die technische Ausstattung als auch die Beförderungskapazitäten entsprachen nicht mehr den aktuellen Standards. In der Vergangenheit führte im Ski- und Wandergebiet der Nockalm und Brunnach die Beförderung von Kindern und von Gästen, die im Umgang mit Liftanlagen unerfahren waren, immer wieder zu Problemen. Einzelfahrten der Kinder ohne Begleitung der Eltern oder speziell im Sommer Höhenangst älterer Bürger verursachte immer wieder Unsicherheit bei der Nutzung der Brunnach-Einsesselliftanlage.

Eine genußvolle Fahrt mit uneingeschränkter Rundumsicht war genauso unmöglich wie die Unterhaltung der Gäste miteinander in einer entspannten Atmosphäre.

Weitere Serviceeinrichtungen im Umfeld der Brunnachbahn fehlten völlig. Skiverleih, Skischule oder auch gastronomische Einrichtungen fanden die Gäste erst im weiteren Umkreis. 

Der unzureichende Komfort des Liftes führte zeitweilig dazu, dass selbst Hotelgäste in unmittelbarer Nähe des Sesselliftes das Auto benutzten, um ihren Skitag mit der Nockalmbahn zu beginnen. Dadurch kam es im Winter zu einer Zunahme des innerörtlichen Verkehrs und in weiterer Folge teilweise zu Engpässen auf den vorhandenen Parkflächen.

Eine moderne Bahn und ein den heutigen Erfordernissen angepaßtes Umfeld sollte nun den in die Jahre gekommenen Lift ersetzen, um den Gästen wieder ein zeitgemäßes und qualitativ hochwertiges Angebot zur Verfügung zu stellen.

In der vergangenen Wintersaison lief die Konzession für den Betrieb der Brunnachsessellifte aus und die Bad Kleinkirchheimer Bergbahnen Holding AG stand vor der Aufgabe, eine neue Seilbahnanlage in St. Oswald zu errichten. 
Mit der Entscheidung für eine 8er Kabinen Einseilumlaufbahn sollte den hohen Erwartungen an ein komfortables Beförderungssystem Rechnung getragen werden.

Den rasanten touristischen Entwicklungen und Trends folgend, sollten dafür notwendige Einrichtungen möglichst zukunftsorientiert und betriebswirtschaftlich errichtet werden.
Nach langwierigen Verhandlungen und nach Abschluß aller Genehmigungs-verfahren begannen im Sommer 2001 die Bauarbeiten für diese 93 Millionen Schilling Investition. Die Bauarbeiten konnten in sehr kurzer Bauzeit realisiert werden. Dazu musste an sechs Tagen in der Woche von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gearbeitet werden. Bagger, Schwerlastkräne und zeitweilig sogar Hubschrauber standen im Einsatz.

Die Trassenführung des Projektes verläuft ähnlich der bereits bestehenden Trasse des Einsesselliftes Brunnach. Eine zusätzliche Waldinanspruchnahme war kaum erforderlich, so daß Eingriffe in die Natur auf ein minimales Niveau beschränkt werden konnten.

Um den Beförderungsbedürfnissen der heutigen Zeit Rechnung zu tragen, wurden schon während der Planung Überlegungen hinsichtlich Qualität und Komfort berücksichtigt. 

Tal- und Bergstation sowie Service

Der Standort der Talstation im Bereich zwischen Ober- und Unterkirchleit`n wurde zu den bettenstärkeren Betrieben verlegt, um den Ortsverkehr zu reduzieren. Durch die Aufgliederung in mehrere Gebäudeteile wie Talstation, Kassengebäude, Gastronomie mit öffentlichen WC- Anlagen und Skiverleih wurde bei der Bebauung auf die hier vorhandene dörfliche Struktur Rücksicht genommen. Zudem wurde mit diesen Servicebereichen einem touristischen Gesamtangebot Rechnung getragen. Die Skibar "Oswaldplatz`l" wird künftig für das leibliche Wohl der Gäste sorgen.

In der Filiale der Intersport Rent "Brunnach" finden Wintersportler ein komplettes Angebot an modernsten Wintersportgeräten und Zubehör. Skischul- bzw. Snowboardkurse sind hier ebenfalls buchbar. Und hat jemand dann doch die Skibrille oder die Sonnencreme vergessen, so ist das hier kein Problem, da eine breite Palette von Accessoires bereitliegt.
Eine neue Bergstation wurde ca. 100 Meter nordöstlich der alten Station errichtet. Auch hier wurde durch eine entsprechende Ausrichtung sowie Staffelung der Baukörper der natürliche Geländeverlauf berücksichtigt. Umgeben von dem faszinierenden Panorama des Nationalparks Nockberge wird ab Sommer 2002 ein Bergrestaurant kulinarische Schmankerln anbieten.

Beförderungsleistung und Komfort

Mit einer Beförderungsleistung von 2.400 Personen pro Stunde entspricht die "Nationalparkbahn Brunnach" optimal den hohen Erwartungen der Gäste. Der Seilbahnbetrieb erfolgt nun durchgehend in knapp über 5 Minuten vom Tal (1333 m) bis zur Bergstation (1912 m). 

Die Ein- und Ausstiege sind stufenlos und verfügen über weite Einstiegstüren.  Nun ist es auch Familien mit Kleinkindern oder körperlich in ihrer Bewegung eingeschränkten Personen möglich, die Liftanlage als Einstieg in den Nationalpark zu nutzen. Panoramakabinen gewährleisten faszinierende Aussichten auf jeden Streckenteil und auf die Umgebung Bad Kleinkirchheims.
Auch Zukunftstrends spielten bei der Entscheidung für den Bau einer 8-er Kabinenbahn eine gewichtige Rolle. So wurde der Transport von alternativen Sportgeräten berücksichtigt. Es können nun völlig unkompliziert Rodel, Snowboards oder Mountainbikes transportiert werden. 

Ski und Wandergebiet

Die Anlage erschließt die Skiabfahrten Brunnach und wird Ausgangspunkt für den Einstieg in den Skigroßraum Bad Kleinkirchheim - St. Oswald und in den Nationalpark Nockberge. Die Abfahrt Brunnachalm wurde erweitert und eine zusätzliche Skiabfahrt in die Schafalm ist geplant. Durch dieses attraktivere Pistenangebot und die wesentlich höhere Beförderungskapazität werden sich die Gästeströme im Skigebiet St. Oswald und auf der Nockalm besser verteilen.

Wanderer gelangen mit der Kabinenumlaufbahn im Sommer nun direkt in den Nationalpark "Nockberge", in das Hauptwandergebiet Bad Kleinkirchheims.
Die Kombination von modernster Technik in Verbindung mit den traumhaften natürlichen Gegebenheiten in dieser sonnigen Lage wird die Attraktivität des Ski- und Wandergebietes St. Oswald wesentlich steigern. 

Parkraumkonzept

Ein detailliertes Parkraumkonzept wird sowohl Anliegern als auch Kundenbedürfnissen gerecht. Die Ein- und Ausfahrten auf den Parkplatz wurden so gestaltet, daß der Autolärm durch Lärmschutzmauern auf ein Mindestmaß reduziert werden konnte. Durch den Bau einer Fußgängerbrücke sind die Zu- und Abgänge vom Parkplatz bequem und ohne Gefälle erreichbar und versehrtengerecht ausgeführt. Den Gästen stehen nun ca. 300 Parkplätze zur Verfügung, so daß ab sofort die lästige Parkplatzsuche der Vergangenheit angehören wird.

Zudem ist der Parkplatz durch sein maximales Gefälle von 1% gegenüber dem derzeit bestehenden erheblich geneigten Parkplatz eine deutliche Verbesserung hinsichtlich Sicherheit und Gefährdungspotential.

Das war die Baustelle "Nationalparkbahn Brunnach"

Die Bauarbeiten für die  "Nationalparkbahn Brunnach" im Ortsteil  St. Oswald gingen zügig voran. Nach nur 5  Monaten Bauzeit gehörten die in die Jahre gekommenen Einzelsessellifte Brunnach I +II der  Vergangenheit an. Seit Dezember 2001 ist eine moderne Kabinenseilbahn, in der acht Fahrgäste befördert  werden können, in Betrieb.

An mindestens sechs Tagen in der Woche wurde von Sonnenaufgang bis zum Einbruch der Dunkelheit fleißig gewerkelt. Talstation, Bergstation und Serviceeinrichtungen wurden neu gebaut.

Am Innenausbau von Skiverleih- und Gastronomiegebäuden in der Talstation waren viele heimische Firmen, wie Elektriker, Installateure, Tischler, Maler und Fensterbauer  beteiligt. Hubschrauber kreisten über St. Oswald, um die Stützen aufzustellen.

Vier bis sechs Bagger waren ständig im Einsatz und bis zu drei Schwerlastkräne arbeiteten gleichzeitig an der Montage des Stahlbaus der Seilbahntechnik. Die Pistenfläche wurden vergrößert.