Oberjoch steigerte abermals die Attraktivität
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Die vereinigten Bergbahnen Hindelang Oberjoch GmbH. &a mp; Co.KG (D) haben mit der neuen 6 SBK Iselerbahn samt dazugehöriger Beschneiungsanlage ihr Wintersportgebiet wieder ein wichtiges Stück weiterentwickelt. Das Projekt hat darüberhinaus für den gesamten Liftkartenverbund „Allgäu Gletscher Card" Bedeutung. |
Nach
gut 4 Monaten (teils verregneter) Bauzeit
wurde in Oberjoch eine hochmoderne,
kuppelbare Doppelmayr 6er-Sesselbahn am
20. Dezember 2001 eingeweiht. Über die
nach dem Iselergebiet benannte Iselerbahn
war als Ersatz für den vorhandenen
Schlepplift erstmals bereits 1988 laut
nachgedacht worden. Das Ingenieurbüro
Kaul hat sogar 1996 eine Planung für eine
4er-Sesselbahn ausgearbeitet. 5 Jahre
später, nachdem der Privatisierungsprozess
abgeschlossen und mit den
Grundbesitzern endlich Einigung erzielt
worden war, haben sich die
Verantwortlichen gleich für die nächstgrößere
Variante, also einen
6er-Sessel, entschieden. Denn laut
Berechnung der Pistenbelastung durch den
DSV-Beauftragten waren bis zu 3 900 Pers./h
verträglich. Insgesamt stehen dem
Gast 32 km
Pisten offen.
Im Endausbau bringt es diese 6er-Sesselbahn auf eine Förderleistung von 3 000 Pers./h, zunächst begnügt man sich mit 240 Pers./h. Dafür gibt es Bubbles und komfortable rote Ledersitze von Anfang an. Technisch wäre auch der Einsatz von Gondeln im Sommerbetrieb möglich.
Elektronische Seillageüberwachung
Eine weitere Besonderheit dieser schmucken Bahn mit Abspannung und Brückenantrieb im Tal ist die Tatsache, dass sie die erste dieser Art mit präventiver, elektronischer RPD-Seillageüberwachung von Doppelmayr ist (RPD = Rope Position Detection). Dazu hat man 55 RPD-Schalter auf den Stützen montiert. Das weltweit einzigartige, der Kategorie 4 (EN-954-1) entsprechende selbstüberwachende System erkennt das Verlaufen des Seiles aus der Mitte der Seilrollen auf den Stützen. Zuerst wird die Bahn verlangsamt, um kinetische Energie aus dem System zu nehmen, und falls das Seil weiter verläuft, abgeschaltet, bevor eine Seilentgleisung stattfindet. „Derzeitige Seillageüberwachungssysteme können eine Seilentgleisung erst erkennen, wenn die Entgleisung schon stattgefunden hat. Das von Doppelmayr entwickelte System ist momentan weltweit konkurrenzlos und es wird vermutlich noch längere Zeit kein weiteres vergleichbares fehlersicheres System geben", sagte Elmar Fuchs von Doppelmayr zum Mountain Manager.
Neue Pistenflächen entstanden
Durch
die Abtragung der alten Schleppanlagen
Iseler- und Gundlift entstand ein großzügiger
Freiraum mit mehreren präparierten Pisten,
eine davon komplett beschneit und
jede Menge Freeriding-Gelände für Skifahrer
und Snowboarder. In Summe verfügen
die Bergbahnen Hindelang-Oberjoch nun über
15 vollautomatische
Lenko-ND-Schneemaschinen. Die bereits
bestehende Beschneiungsanlage wurde um 3
km Leitungen und 20 Schächte erweitert.
Dazu wurde in der Pumpstation Wiedhag
eine geregelte Parallelpumpe mit 214 kW
installiert sowie eine Druckerhöhungsstation
im Container mit 174 kW-Pumpe errichtet.
Beide Stationen sind via
Lichtwellenleiter verbunden. Für die
Elektrotechnik der Beschneiungsanlage hat
sich die Gesellschaft wieder die Elektro
Berchtold GmbH. gewünscht. Die
Pettnauer waren dieses Mal auch für die
Stromversorgung der Sesselbahn ab
Trafostation (Niederspannungsfeld 950 Volt)
verantwortlich.
Wie der Beiratsvorsitzende Martin Blanz und Geschäftsführer Anton Haug bei der Eröffnungsrede betonten, bringt die Iselerbahn eine wesentliche Verbesserung im Beförderungskomfort, der dem heutigen Trend voll entspricht. Damit soll auch die ganze Wintersportregion Allgäu aufgewertet werden, um den Anschluss im Kampf um den Gast nicht zu verlieren. mak
Fotos: mak
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Die Elektro Berchtold GmbH. aus Pettnau war dieses Mal nicht nur für die Elektrotechnik der Beschneiungsanlage, sondern auch für die Stromversorgung der 6er-Sesselbahn zuständig. Im Bild Ing. Peter Berchtold vor der Anspeisung. |
Technische Daten 6-er Sesselbahn "Iseler"
| Hersteller | Doppelmayr |
| Förderleistung | 2400 P/h (Endausbau 3000 P/h) |
| Fahrzeit | 4,81 min |
| Antriebsstation | im Tal |
| Spannstation hydraulisch | im Tal |
| Horizontale Länge | 1.376,4 m |
| Schräge Lange | 1.443,4 m |
| Fahrtstrecke | 1.463,5 m |
| Höhenunterschied | 398,8 m |
| Fahrgeschwindigkeit | 5,0 m/sek |
| Reduzierte Geschwindigkeit mit Hilfsantrieb | 1,0 m/sek |
| Fahrbetriebsmittel | Stk. 70 (Endausbau Stk. 86) |
| Abstand zwischen den Fahrbetriebsmitteln | 45,0 m (Endausbau 36,0 m) |
| Zeitfolge der Fahrbetriebsmittel | 9,0 sek (Endausbau 7,20 sek) |
| Durchmesser des Förderseiles | 48 mm |
| Gesamtanzahl der Stützen: | Anzahl 14 (davon 2 Doppelstützen) |
| Antriebsleistung Betrieb/Anfahren erforderlich | 563/ 752 kW |
| Durchmesser Antriebs- und Umlenkscheibe | 6,10 m |
Einige Bilder vom Bau der Anlage
![]() Montage der Talstation |
![]() Talstationsbereich mit fertiggestelltem Dachstuhl beim Funktionsgebäude |
![]() Talstation mit Liftantrieb und Bahnhof |
![]() Talstation: Antrieb geliefert und montiert |
![]() Talstation kurz vor der Fertigstellung |
![]() Bahnhof |
![]() Abspannsock en Berg vor dem Betonieren |
![]() Bergstation |
![]() Bergstation, im Hintergrund Strecke und Talstation |
![]() Bahntrasse mit Stützen |