SA
6 Hanser X-Press entlastet
Zell/Ziller
Die Zeller Bergbahnen haben nach ihrem Zusammenschluss mit Gerlos vor 3 Jahren kürzlich eine dritte Leitner-Sesselbahn eröffnet. Die 6 SBK Hanser X-Press mit Hauben entschärft die letzte Engstelle der Zillertal-Arena zwischen Rosenalm und Kreuzjoch (Zell) und bietet einige Innovationen.
Der
Erfolg der Leitner-Verbindungsbahnen
SA
4
KRIMML X-PRESS und SA 6 KARSPITZ
X-PRESS war so groß, dass der Zubringerlift
DSB Kreuzjoch mit unzumutbaren Wartezeiten
konfrontiert wurde. Außerdem sollte
das Hauptskigebiet weiter aufgewertet werden
und die Windproblematik bei einer
Ersatzanlage entschärft werden. So
entwickelten die Geschäftsführer Dieter
Grepl und Ing. Gerold Scheiber einen
Stufenplan. Zuerst wurde die Talstation des
Doppelsesselliftes ungefähr auf die halbe H”he
der bisherigen Trasse gesetzt.
Der entfallende untere Teil wurde in versetzter
Linienführung durch die SA 6
Hanser X-Press attraktiviert. Diese neue 1571
m lange Sportbahn bietet für
Wiederholungsfahrten zwei herrliche Pisten
und stellt auch die Verbindung zum
gekürzten Doppelsessellift und damit in die
Wilde Krimml dar (Höhendifferenz
500 m). Wartezeiten sind - obwohl die
Förderleistung auf 2 400 Pers./h
reduziert wurde - nun „Schnee von
gestern", wie der Saisonverlauf bestätigt
hat, da sich die Gästreströme besser verteilen.
Zusätzlich könnte die DSB
bei Bedarf jederzeit in eine 4er-Sesselbahn
umgebaut werden, da man seinerzeit
die Genehmigung für eine fixe 3er eingeholt
hatte.
Die nächste Sesselbahn-Generation
Durch die guten Erfahrungen mit dem typengleichen Karspitz-Express haben sich Grepl und Scheiber wieder für Leitner entschieden. Wobei dieser 6er schon wieder einer neuen Generation angehört: Die Sessel sind neu designed, 20 cm breiter und vermitteln bei geschlossener Haube kein Gefühl der Beengung. Auch bei offener Haube gib es keinen Luftzug. „Mit diesem Sessel hat Leitner einen Vorteil gegenüber allen anderen Mitbewerbern", so Scheiber. „Außerdem ist der Schließbügel aus Alu der beste am Markt. Nur die Komfortsitze sind bei niederen Temperaturen vielen Leuten zu kalt."
Weiters
verfügen die Stationen nun ausschließlich
über begehbare Innenpodeste.
Dadurch hat sich der Komfort bei der Wartung
weiter erhöht.
Ebenfalls neu für Österreich ist die Klemmkraftprüfung über Messzeile und eine Drehweiche bei der Garagierung in der Talstation. Diese von Leitner erstmals eingesetzte Innovation ermöglicht das Ein- und Ausschieben jeweils in der Fahrtrichtung und ist „betrieblich eine tolle Sache", wie Scheiber versichert, wenngleich das technische Verfahren aufwändig ist. Die Synchronisation zwischen Bahnhof und der Anlage erfolgt wegabhängig, so dass die FBM immer im richtigen Abstand in den Bahnhof einfahren und beim Füllen der Linie verlassen. Anders ist hier auch, dass es eine Regelbremse gibt und der Fachwerk-Betreiber beim Einsteig auf ein Förderband verzichtet hat (Grube vorhanden). Die Stahlhalle des automatischen Schleifenbahnhofs wurde massiv unterkellert und bietet somit Platz für zusätzliche Räumlichkeiten.
Insgesamt hat die Zeller Bergbahn im Sommer 2001 in diese Komfort-Anlage, den Pistenausbau, Erweiterung der Schneeanlage, Neugestaltung des Parkplatzes und Umstellung auf Handsfree-Zugang (Team Axess) rund 5,8 Mio. EURO (80 Mio. ATS) investiert. Die 6 SBK Hanser-Express stellt laut Dieter Grepl eine notwendige Komfortverbesserung auf dem Weg zum nächsten großen Schritt dar: die Verbindung mit Hochkrimml-Gerlosplatte (Salzburg) im Dezember 2002. Dafür werden eine 8er-Gondel- und eine 8er-Sesselbahn bei den Bergbahnen Königsleiten notwendig (Investition 8,7 Mio. EURO). Mak
Bergstation
2 249 m
Talstation
1
739 m
Antriebseinrichtung
am
Berg
Spanneinrichtung im
Tal
Horizontale Länge 1 459,97
m
Höhenunterschied
510,50 m
Geneigte Länge 1 556,21
m
Fahrgeschwindigkeit mit Hauptantrieb
5,0 m/s
Mindestabstand der Fahrbetriebsmittel in der
Strecke
45 m
Kleinster zeitlicher Abstand zwischen den
Sesseln
&nbs
p;
9,0 s
Gesamtanzahl der 6er-Sessel
73
Maximale Förderleistung
2
400 Pers./h
Antriebsleistung Hauptantrieb
622 kW
Anzahl der Streckenstützen
13
Spurweite
6,1
m
Förderseildurchmesser
44 mm
Spannkraft
36000
daN
Seilhersteller
Teufelberger
Elektrotechnik
Siemens
Fotos: mak

Die Neuheit Drehweiche ermöglicht das Garagieren und Befüllen der Bahn über einen zweigleisigen Verbindungskanal immer in Fahrtrichtung.