Sesselbahn
über Ländergrenzen
Neuer Vierersesselbahn im Skigebiet Oberstdorf/Kleinwalsertal
Deutschlands größtes Skigebiet am Fellhorn bei Oberstdorf besitzt jetzt eine komfortable Brücke zur Skiregion der Kanzelwandbahn im österreichischen Kleinwalsertal. Der moderne und mit technischen Neuheiten für 1,75 Millionen Euro installierte Vierer-Sessellift trägt den Namen „Zweiländerbahn“.
Die grenzüberschreitende Aufstiegshilfe, deren Symbolcharakter bei der Einweihungsfeier von Politikern auf allgäu-schwäbischer und Vorarlberger Seite besonders herausgestellt wurde, ersetzt zwei veraltete Doppelschlepplifte.
1500 Wintersportler können pro Stunde von der 600 Meter langen Sesselbahn 200 Meter höher direkt auf österreichisches Gebiet gebracht werden, um die Skigebiete sowohl auf Oberstdorfer als auch auf Kleinwalsertaler Seite zu nutzen.
Schwabens Regierungspräsident Ludwig Schmid, dessen Behörde die Bahn genehmigt hatte, ging in seiner Rede auf den Abwägungsprozess zwischen Naturschutz und touristischer Weiterentwicklung ein. In Bayern weise man keinen neuen Skigebiete aus. Aber bestehende wie die Fellhornbahn mit ihren Liften könnten auf internationalen Standard gebracht werden, ohne dass die Natur leide.
Zufrieden ist der Oberstdorfer Bürgermeister Eduard Geyer, dass nach den stürmischen Protesten von Naturschützern gegen Liftprojekte am Fellhorn in den 8o-er Jahren mittlerweile Ruhe eingekehrt sei. Man habe auch in Bayern gelernt, dass Lifte und Beschneiungsanlagen „kein Teufelswerk“ seien.
Der kuriose Lift über Ländergrenzen hatte unter anderem zur Folge, dass die Anlage vom deutschen TÜV und von österreichischen Kontrollbehörden geprüft wurde. Auch die Steuereinnahmen wurden geteilt.