seilbahn.net | Themenbereiche | Seilbahnen | 2020-01-30

Klenkhart & Partner: Innovative Seilbahnplanung aus Tirol

Seilbahn-Planungsmanagement ist eine Parade Disziplinen von Klenkhart & Partner aus Absam. Zahlreiche Projekte wurden rechtzeitig zum Winterstart abgeschlossen, andere befinden sich in der Realisierungsphase, weitere sind bewilligt und warten auf die Umsetzung.

Sowohl in Österreich, als auch im benachbarten Ausland vertraut man auf Konzepte und Lösungen des Tiroler Teams. Perfekte Skipisten und hochmoderne Aufstiegshilfen sind Teil der touristischen Infrastruktur. Gäste verlangen nicht nur in der Vier- und Fünfsterne Hotellerie ein perfektes Service und eine exzellente Küche, sondern machen den Erfolg des Urlaubs auch von der Qualität der Bergbahnen abhängig. Technischer Schnee, modernste Aufstiegshilfen wie Kabinen- und Sesselbahnen in allen Dimensionen sind heute bereits Standard. Doch bis es soweit ist, bedarf es einer umsichtigen Planung und Ausführung.

Klenkhart & Partner zeichnet vor allem ein multifunktionales Bewusstsein aus. Ein sparsamer Umgang mit Ressourcen versteht sich dabei von selbst. Der permanente Dialog mit den Betreibern/Auftraggebern ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Nach der Erstellung des Anforderungskataloges entstehen die ersten Machbarkeitsstudien, bevor es in die Detailplanung geht. Die oft schwierigen Hürden der Behörden- und UVP - Verfahren werden ebenso von Klenkhart & Partner betreut, wie Ausschreibungen und Bauüberwachungen bis hin zur Endabnahme. Durch die jahrzehntelange Erfahrung im „alpine engineering“ sind Christian Klenkhart & Christian Weiler begehrte Partner im Hoch- und Mittelgebirge.

Dienten freut sich über die neue Gabühelbahn. Die Hochkönig Bergbahnen GmbH errichtete im Jahr 2010 das Skizentrum Dienten, das im Zentrum der Königstour liegt. Diese Skirunde führt von Mühlbach bis nach Maria Alm über 6 Gipfel mit 7.500 Höhenmetern und insgesamt 35 Pistenkilometern. Damals wurde auch die 6-KSB Bürglalm errichtet. Zukunftsweisend wurde gleichzeitig ein Platz für einen weiteren Ausbau reserviert. 2018 war es dann soweit und der etwas in die Jahre gekommene Doppelsessellift, der als das Nadelöhr in der Skirunde galt, wurde durch die 10er Gondelbahn Gabühel ersetzt. Der erste Bauabschnitt mit Errichtung der Talstation und der Strecke erfolgte noch im selben Jahr. Die Bergstation folgte 2019 gemeinsam mit dem Bau des neuen Speicherteiches. Dem Naturschutz wurde dabei voll Rechnung getragen, indem man während der Bauarbeiten an die 35.000 Amphibien übersiedelte. Die neue Gabühelbahn hat eine Beförderungskapazität von 2.400 Personen/Std. Zusätzlich wurden zahlreiche Pistenbaumaßnahmen vorgenommen, um die Anbindungen nach Dienten und Hinterthal zu verbessern.

In Oberstdorf beginnt eine neue Ära. Nach 90 Jahren geht die alte Pendelbahn Nebelhornbahn endgültig in Pension. Die Nebelhornbahn ist ein Stück Geschichte in Oberstdorf. Sie startet mitten aus dem Ortszentrum und führt zur längsten Talabfahrt Deutschlands. Mit den Bauarbeiten für die neue 2-Seil-Umlaufbahn mit 10er-Kabinen wurde bereits vergangenen Herbst begonnen, wobei der Fokus auf der Sektion II lag. Die bestehende Sektion II stellt im September 2020 ihren Dienst ein. Dann kann mit Hochdruck im unteren Abschnitt gearbeitet werden. Trasse und Stützenstandorte werden weitgehendst belassen. Eine naturnahe Einbindung ist bei Klenkhart „ state oft the art“. Die Modernisierung der Kabinenbahn beinhaltet neben einem barrierefreien Einstieg auch eine neue Tal- und Zwischenstation sowie die Erweiterung der Bergstation. Komfort steht hier an erster Stelle: Sitzmöglichkeiten für jeden Gast ermöglichen eine aussichtsreiche Fahrt, kein Umsteigen an der Zwischenstation – ohne Wartezeiten weiter Richtung Gipfel. Die Förderkapazität der neuen 10er Kabinenbahn beträgt an die 1.200 Personen/Std. Ein architektonisches Highlight wird die neue Talstation der Nebelhornbahn: mit heimischem Holz, imposanten Glaselementen und geschwungenen Linien wird sie das beeindruckende Eingangstor zum Berg. Die Eröffnung ist für Sommer 2021 geplant.

Die Oberstdorfer Bergbahn AG betreibt im Gemeindegebiet des Marktes Oberstdorf ein Ganzjahresgebiet, wobei nur die Hauptseilbahn Söllereck und der Allgäu-Coaster ganzjährig betrieben werden. Schlepplifte sowie mehrere Förderbänder laufen ausschließlich im Winter. Das Söllereck liegt an der steilen Zufahrtsstraße ins österreichische Kleinwalsertal und stellt das Hauptzentrum des Ski- und Wandergebietes dar – mit entsprechender Frequenz. 

In den kommenden Jahren ist peu à peu eine Modernisierung des Ski- und Wandergebietes Söllereck vorgesehen. Den Anfang machte die neue 6er Sesselbahn Schrattenwang, die rechtzeitig zu Saisonbeginn in Betrieb genommen werden konnte. Sie ersetzt den alten Schlepplift aus dem Jahr 1969. Die auf gleicher Trasse errichtete Sesselbahn ist modernst ausgestattet und läuft zu 100% mit Ökostrom. Eine Kindersicherung und Wetterschutzhauben machen den Komfort perfekt. Die Kapazität ermöglicht eine Förderleistung von bis 2.000 P/h. Der Bau der Talstation war sowohl ökologisch, als technisch eine Herausforderung. Eine bewehrte Erde Konstruktion sorgt für Bodenstabilität. Sämtliche Baumaterialien wurden mittels einer Materialseilbahn angeliefert; so konnte in dem ökologisch sensiblen Gebiet auf einen Wegebau verzichtet werden. Gleichzeitig wurde die erste Ausbaustufe der Beschneiungsanlage im Bereich „Schrattenwang“ getätigt. Mit dem Bau von rund 2km Schneileitungen kann nun die Abfahrt von der Bergstation der Schrattenwangbahn bis ins Tal gewährleistet werden.

Die Bergbahnen Berwang Ges.m.b.H & Co.KG betreibt in den Gemeindegebieten von Berwang und Bichlbach ein Skigebiet mit insgesamt 10 Aufstiegshilfen. Seit vergangenem Jahr laufen große Modernisierungsmaßnahmen. Die Obere Karbahn I ist ein Teil davon. Die 10-er Kabinenbahn ersetzt den Biliglift auf etwas veränderter Trasse. Die umsichtige Planung schuf ein ideales Gesamtkonzept für den Talstationsbereich inklusive barrierefreiem Zugang für den Sommerbetrieb. Dort finden sich auch die Indoor-Kassen, die Sanitärbereiche, ein Shop mit Depot, Kinderverpflegungsräume und Büros. Die Mittelstation der Oberen Karbahn und Bergstation der ersten Sektion soll künftig zusammen mit einem belebten und großzügigen Platz zum Herzen des Skigebietes werden. In diesem Bereich war es wichtig, dem Thema Naturgefahren zu begegnen. Zur Sicherung der Mittelstation wurde ein Lawinenschutzdamm errichtet, zudem sind eine ca. 3 ha große Lawinenstützverbauung und die Installation von vier neuen Lawinensprengmasten notwendig, um die geplante und zu einem späteren Zeitpunkt zu errichtende Bergstation zu sichern. Um den Betrieb des Kurvenschleppliftes in gewohnter Weise zu ermöglichen, wurde eine Durchfahrt durch den Damm geschaffen. Im Modernisierungsplan folgen die Erneuerung der Sektion Obere Karbahn II, die neue kuppelbare 6er-Sesselbahn Thanellerbahn, zusätzliche Skiabfahrten sowie der Ausbau der Beschneiungsanlage.

Bach im Lechtal freut sich über die neue 8-EUB Jöchelspitzbahn. Das kleine, sonnige Familienskigebiet punktet bei Individualisten und Naturliebhabern mit dem atemberaubenden Panorama. Der alte Doppelsessellift war in die Jahre gekommen. Die Trasse für die neue Bahn verläuft annähernd deckungsgleich. In der Talstation wurden Kassa und Führerstand situiert, am Berg finden sowohl die Seilbahnstation, als auch die Fahrzeuggaragierung inkl Wartungsstand ausreichend Platz in der Stahlhalle. Die Stahlbauweise wurde im Außenbereich mit einer dunklen Trapezblechfassade designt, um die Gebäude perfekt in die Landschaft zu integrieren. Im Tal hingegen wurde der Stil der umliegenden Gebäude aufgegriffen und Holz kam zur Verwendung. Insgesamt werden 14 Fahrzeuge in zwei Stichgleisen parallel zur Bahnachse garagiert. Die neue Seilbahn verfügt über eine Förderleistung von 1.150 Personen/Std (im Endausbau) und verringert die bisherige Fahrzeit von 15 Minuten auf ca. 6 Minuten. Um vor eventuellen Naturgefahren geschützt zu sein, wurde im Zuge der Bauarbeiten der an der Bergstation bestehende Lawinenschutzdamm verbessert. Dies erfolgte in Form einer weiteren Vertiefung des Fallbodens. Das dabei entstandene Aushubmaterial wurde zur Ertüchtigung der Abfahrtspisten verwendet.

Das Brauneck in Lenggries rüstet auf. Der Bau der Schrödlsteinbahn ist Teil eines Masterplans, den das Skigebiet Brauneck gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Klenkhart & Partner seit Jahren verfolgt. Die neue Schrödlsteinbahn verläuft im Bereich des Skigebietsteils Finstermünz, das auch erstmals mit einer Beschneiungsanlage versehen wurde. Umgesetzt wurde die neue Aufstiegsanlage als kuppelbare 6-er Sesselbahn, ausgestattet mit allen modernen technischen Finessen: Wetterschutzhauben, Sitzheizung, höhenverstellbarem Hubtisch – angetrieben von einem effizienten und wartungsfreundlichen Direct Drive. Die Talstation wurde sehr ausgeklügelt in die Landschaft eingepasst. Sie ist multifunktional gehalten und bietet neben dem Bahnhof mit automatischem Stichgleis auch Platz für Pistenraupen, Tankstelle und Trafostation. Die neue Bahn wurde im Rekordtempo errichtet – zwischen dem Abriss der alten und dem Seilspleiss der neuen Seilbahn lagen nur etwas mehr als vier Monate. Das Untergeschoss wurde in Beton-Massivbauweise errichtet und das Obergeschoss mit einer lichtdurchlässigen, leichten Holz-Glas Fassade verkleidet. 

Nachdem im Skizentrum Pfronten Steinach in den vergangenen Jahren die Beschneiungsanlagen ertüchtigt wurden, war der Bau des Tellerliftes als Ersatzanlage für einen veralteten Seillift ein weiterer Ausbauschritt des grundlegenden Masterplans. Die Streckenführung wurde in etwa beibehalten, der Einstieg aber so konzipiert, dass es keine Berührungspunkte zwischen den einzelnen Liften gibt und auch der „Skifahrerverkehr“ in Richtung Talstation Pfronten entflechtet und kreuzungsfrei erfolgt. Auch die neue Bergstation wurde etwas weiter bergwärts situiert, um von diesem Punkt aus skitechnisch sämtliche Talstationen der weiteren Aufstiegshilfen erreichen zu können.

Die Alpenbahnen Spitzingsee GmbH betreibt im Gemeindegebiet von Schliersee insgesamt 9 Aufstiegshilfen und eine Beschneiungsanlage. Eine dieser Aufstiegshilfen wird auch im Sommer betrieben und ist ein begehrter Zubringer für die Mountaincart-Strecke. Im Winterbetrieb suchte man schon lange nach einer Lösung für eine bessere Anbindung zwischen der Bergstation Osthanglift und der Talstation Fürstalm. Dies wurde mit der Errichtung eines so genannten Swisscord-Liftes (Seillift mit vertikaler Seilführung), der 5 hm über der Bergstation situiert wird, gefunden. Die Strecke des Swisscord-Lifts verläuft auf rd. 60 m auf dem bestehenden Untergrund, ohne dass erdbautechnische Maßnahmen vorgenommen werden müssen. Allein durch die Höherlegung kann man nun problemlos in die Piste Fürstalm einfahren.




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