seilbahn.net | Themenbereiche | Beschneiung | 2020-02-05

Studie: Effekte künstlicher Beschneiung auf den Strahlungshaushalt von Saalbach

Institut für Meteorologie –  Universität für Bodenkultur
Weihs, Philipp, Institut für Meteorologie
Laimighofer, Johannes, Institut für Statistik

Der Wintertourismus ist für den österreichischen Wirtschaftsstandort von großer Bedeutung und die Gewinne stehen in Abhängigkeit zu klimatologischen Parametern wie der Schneesicherheit in Skigebieten. Ein Ansatz, um diese Vulnerabilität zu vermindern ist die künstliche Beschneiung, welche neben dem Effekt von größerer Schneesicherheit, zu einer erhöhten Rückstrahlung des einfallenden Sonnenlichtes (Albedo) führt. Aus diesem Grund stellte das Joanneum Research in einer Studie die These auf, dass künstliche Beschneiung zu einer Abkühlung des Systems führt, da die positiven Effekte, welche durch die zusätzliche Rückstrahlung des Sonnenlichts, die negativen Effekte des Energieaufwandes zur künstlichen Beschneiung übertreffen. Das Ziel dieser Studie ist es nun, diese These für das Skigebiet SaalbachHinterglemm, mittels eines komplexen Strahlungsmodells, zu überprüfen und mit den Ergebnissen der Joanneum Research Studie zu vergleichen. Das 3-D Modell dieser Studie benutzt ein Digitial Elevation model (DEM) mit einer Auflösung von 10x10m für die Strahlungsmodellierung. Zusätzlich werden noch Landnutzungsdaten für die Abschätzung der Albedowerte der einzelnen Landnutzungsklassen verwendet, sowie Schneedaten aus dem SNOWGRID-Datensatz, welche mit Residuen-Kriging auf ein 10x10m Raster interpoliert wurden. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass unter realen Schneebedingungen für den Monat April, das einfache Modell die Ergebnisse des komplexen Ansatzes um 600 % überschätzt. Zusätzlich kann noch gezeigt werden, dass die Berücksichtigung von Bäumen im Strahlungsmodell zu einem Rückgang des Strahlungsantriebs von 16%-46% führen. Mehrfachreflexion, Beschattung und die Einbindung des „Canyon-Effekts“ durch Bäume in das komplexe Strahlungsmodell haben einen signifikanten Einfluss auf das Ergebnis des Strahlungsbudgets, gegenüber eines vereinfachten Strahlungsmodells, wie es in der Joanneum-Studie verwendet wurde.


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