seilbahn.net | Themenbereiche | Urban | 2021-01-21

Köln als Forschungsstandort für urbane und vernetzte Seilbahnsysteme

  • Technische Hochschule Köln und das Planungsbüro Urban Netways planen Zusammenarbeit
  • Im Fokus liegen der Personen- und Güterverkehr im urbanen und suburbanen Raum sowie KIbasierte Steuerungssysteme
  • Konkreter Vorschlag für den Kölner Norden: Pendeln zwischen Chorweiler und Leverkusen
Seilbahnen als umweltfreundliches Verkehrsmittel im Öffentlichen Personennahverkehr gewinnen weltweit an Bedeutung. Die aktuelle Entwicklung von Gondel- und Weichenhardware erlaubt den Einsatz intelligenter IT-Steuerungen. Mit flexiblen Taktungen bis hin zu einem On-Demand-System können Seilbahnen neue Anwendungsfelder als Verkehrsmittel erschließen.

Die Chancen vernetzter Seilbahnsysteme sollen auch für die Frage nach optimierter, innerstädtischer Güterlogistik betrachtet werden, um umweltfreundliche Alternativen/ Ergänzungen zu den bekannten Transportketten (Schiene, LKW, Kleintransporter) valider abwägen zu können.

Die Kooperation strebt die Erforschung und Entwicklung einer bedarfsgerechten IT-Steuerung für Seilbahnen an und eruiert Implementierungsszenarien insbesondere für den urbanen und suburbanen Raum. Dabei orientieren wir uns auch an konkreten Anwendungsmöglichkeiten in der Region, wie das Beispiel im Kölner Norden veranschaulichen soll.

Mit einer Seilbahn On Demand zwischen Chorweiler Nord und Leverkusen Mitte halbiert sich die Fahrzeit für Pendler*innen auf 20 Minuten im Vergleich zur S-Bahn und das ganz ohne Wartezeit.
Wer von Merkenich mit dem ÖPNV zum Leverkusener Bus- und Bahnfernverkehr über den Rhein möchte, muss aktuell noch in der Innenstadt umsteigen und würde mit der Seilbahn weniger als 10 Minuten benötigen.

Neben der Historie der Stadt Köln als Forschungsmotor für Mobilitätslösungen (Otto-Motor, Schwebebahn) und der Erfahrung mit einer städtischen Seilbahn zur Flussquerung, vereint die Region in und um Köln auch eine Vielzahl an Akteur*innen u.a. aus der Logistikbranche sowie der Mobilitäts- und KI-Forschung.

Prof. Dr. Volker Stölting (TH Köln, Verkehrswesen): “Von der Projektskizze des “Rheinpendel” motiviert, haben sich bereits Studierende an unserer Hochschule mit dem Thema “Urbane Seilbahn” und dem konkreten Beispiel Köln wissenschaftlich beschäftigt. Dem Interesse der Studierenden und den Zukunftschancen dieser Technologie werden wir als Hochschule mit dieser Kooperation gerecht. Wir sehen Potenzial für die Region aber auch darüber hinaus und freuen uns auf die Zusammenarbeit.”

Felix Pröbstl (Urban Netways, Energieingenieur): “Bedarfsgerecht eingesetzte Gondeln in einem vernetzten Seilbahnsystem sind durch ihre fortwährende Flexibilität einmalig. Mit direkten Routen erfüllen sie die Erwartungen der Nutzer*innen an einen modernen, individualisierbaren und klimafreundlichen ÖPNV. Den Herausforderungen gemeinsam mit der TH Köln begegnen zu können, freut uns sehr.“

Thomas Schmeckpeper (Urban Netways Sprecher): “Wir sind im Austausch mit internationalen Akteuren und positive Rückmeldungen ermutigen, unsere Arbeit auszuweiten. Das Interesse an unserer Forschungsarbeit ist groß. Einfach runtergebrochen geht es um folgendes: Gondeln fahren nur dann, wenn sie gebraucht werden und sie fahren nur dorthin, wo gewünscht – ohne Zwischenstopps. Das spart im Vergleich zu klassischen Seilbahnen mit fixen Gondel-Taktungen und vielen Leerfahrten Energie, Zeit und Hardwareressourcen.”

Fabian Weber (Urban Netways, Designer): “Die technischen Grundlagen für vernetzte Seilbahnsysteme sind von schnellen Weichen bis hin zu individuell geleiteten Gondeln bereits vorhanden. Eine Seilbahn on Demand kann schon heute flexibler als klassische Seilbahnlinien geplant werden, morgen Fahrzeiten deutlich verkürzen und durch Forschung nochmal deutlich optimiert werden. Im Kölner Norden wie Süden könnten so Abzweigungen ohne Umstiege und Stopps erfolgen und Kölner Pendler*innen wie Gästen würde auf Abruf ein innovativer Blick auf die Stadt geboten.”

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