seilbahn.net | Themenbereiche | Urban | 2021-02-02

1. Deutscher Seilbahntag #urban

Perspektiven eines neuen urbanen Verkehrsmittels
  • Beginn: Freitag, 18.06.2021, 10:30 Uhr
  • Forum zum Austauschen und Netzwerken
  • Vorträge und Podiumsdiskussionen zu den Perspektiven urbaner Seilbahnen
  • Aussteller zu urbanen Seilbahnen und zugehörigen Projekten
  • Gemeinschaftsfläche zu urbanen Seilbahnen: "Innovation Area"
Der 1. Deutsche Seilbahntag #urban wird am 18./19. Juni 2021 in der Messe Essen stattfinden. Er ist Teil des Innovationsfestivals und steht unter der Schirmherrschaft von Staatssekretärin Frau Dr. Zieschang (BMVI). Es wird ein Forum zum Austausch und Netzwerken für Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Planung und Öffentlichkeit angeboten, die mit dem Thema der urbanen Seilbahn in Verbindung stehen oder Interesse daran haben. Dazu dienen zum einen das Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops zu relevanten und aktuellen Themen rund um die Perspektiven urbaner Seilbahnen. Zum anderen ermöglichen Ausstellungsflächen für Hersteller, Städte und Regionen Raum für gewinnbringenden Wissenstransfer und die Präsentation eigener Projekte und Produkte. Der erste Tag richtet sich vornehmlich an das Fachpublikum, während am zweiten Tag die Öffentlichkeit im Fokus stehen wird.
Hintergrund und Ziel

Die wachsenden Verkehrsprobleme in deutschen Städten werden vielfach manifestiert durch Kapazitätsengpässe, dysfunktionale Infrastrukturen oder verkehrsinduzierte Umweltbelastungen, wie z.B. Verkehrslärm oder Schadstoffbelastungen der Luft. In der Gesellschaft kumulieren sich diese Probleme in dem Ruf nach einer Verkehrs- bzw. Mobilitätswende. Für eine solche werden sich zunehmend Anteile des motorisierten Individualverkehrs zugunsten des öffentlichen Verkehrs verschieben müssen. Dies wird in Post-Corona-Zeiten auch besondere Anforderungen an den öffentlichen Verkehr stellen, der Lehren aus der aktuellen Phase ziehen wird. Zudem werden globale Megatrends wie die voranschreitende Erderwärmung zukünftig einen immer nachhaltigeren Einfluss auf Mobilitätsfragen haben.

Der Ausbau bestehender Kapazitäten im öffentlichen Verkehr ist dabei nicht immer möglich. Die hiesigen Stadtstrukturen sind weitestgehend ausgeprägt und Erweiterungen sowie Umstrukturierungen der vorhandenen Verkehrsinfrastrukturen insbesondere in der Null-Ebene auch nicht zwangsläufig ausreichend. Ein bisher in Deutschland kaum beachteter Potentialraum für den (öffentlichen) Verkehr stellt hingegen die Plus-Eins-Ebene dar. Oberhalb des terrestrischen Niveaus hat sich weltweit, aber auch in europäischen Nachbarländern, der Blick in den letzten Jahren verstärkt auf die Plus-Eins-Ebene gerichtet. Eine Erschließungsform dieses bisher weitgehend ungenutzten Potentialraums sind urbane Seilbahnen. Diese technisch etablierten Verkehrsmittel nutzen den Vorteil des Überfliegens topografischer Hindernisse, um Direktverbindungen zwischen verkehrlich bedeutenden Punkten zu schaffen. Insbesondere Relationen, die von herkömmlichen Verkehrsmitteln aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht bedient werden können, lassen sich auf diese Weise erschließen.

Seilbahnen gelten als eines der sichersten Verkehrsmittel und sind seit Jahrzehnten zuverlässig im alpinen Raum bei schwierigen klimatischen Bedingungen im Einsatz. Die Bauzeit ist verglichen mit anderen verkehrlichen Infrastrukturen kurz. U.a der elektrische Betrieb sorgt für eine positive Umweltbilanz. Trotz vieler Vorteile und dem weltweit bereits erfolgreich erprobten Einsatz von Seilbahnen im urbanen Raum, sind diese als gleichrangiger Bestandteil des ÖPNV in Deutschland bisher ein Novum. Fehlendes Know-how, rechtliche Unklarheiten oder Schwierigkeiten bei der Akzeptanzgewinnung sind einige der aktuell vorliegenden Umsetzungshindernisse. Dabei verspricht insbesondere die einfache Überwindung des terrestrischen Niveaus die Schaffung neuer Verbindungen und Relationen im urbanen Kontext deutscher Städte und eröffnet neue Möglichkeiten der Raumnutzung.
Aus unterschiedlichen Gründen haben in der jüngsten Vergangenheit viele deutsche Städte in Betracht gezogen, zukünftig auch urbane Seilbahnen als Teil eines polyvalenten öffentlichen Verkehrs einzusetzen. Nun ist es an der Zeit die zahlreichen Akteure zusammenzuführen, die sich mit der Frage beschäftigen, ob eine urbane Seilbahn eine geeignete Lösung für vorhandene Herausforderungen darstellen kann. Der 1. Deutsche Seilbahntag #urban soll allen an diesem Thema Interessierten die Möglichkeit geben, sich über die Perspektiven dieses urbanen Verkehrsmittels zu informieren und auszutauschen. Dazu dienen Vorträge von Experten aus Wissenschaft und Praxis, Diskussionsrunden zu den relevantesten Themen sowie Ausstellungs- und Präsentationsflächen.

Ablauf und Adressaten

Als Teil des Innovationsfestivals wird der 1. Deutsche Seilbahntag #urban von dem innovativen Geist der Gesamtveranstaltung profitieren und erhebt den Anspruch, die bestehenden Fäden urbaner Seilbahnplanungen zusammenzuführen, um die Teilnehmer mit neuen Ideen und Kontakten versorgen zu können. Die Veranstaltung wird an zwei Tagen stattfinden. Die Veranstaltungstage finden jeweils zwischen 10:00 und 18:00 Uhr in Halle 4 der Messe Essen statt. Für den Seilbahntag stehen ca. 2.000 m² Veranstaltungsfläche zur Verfügung. Es werden unterschiedliche Zielgruppen adressiert: am Freitag, den 18. Juni 2021, wird vordergründig das Fachpublikumangesprochen, während am Samstag, den 19. Juni 2021, die Öffentlichkeit im Fokus steht. Vorbehaltlich der im kommenden Jahr geltenden Bestimmungen werden insgesamt über 500 Fachbesucher zum Seilbahntag und etwa 5.000 Besucher pro Tag zum Innovationsfestival erwartet.
Die Zweiteilung der Veranstaltung ermöglicht eine zielgruppenorientierte Programmzusammenstellung. Während sich der erste Tag mit entsprechenden fachlich relevanten Themen in verschiedenen Formaten insbesondere an das Fachpublikum richtet, soll am zweiten Tag eine breite Öffentlichkeit Gelegenheit bekommen, sich über den Themenkomplex zu informieren. Der erste Tag besitzt die Gestalt einer Messe mit inkludierter Fachtagung. Am darauffolgenden Tag stehen Elemente der aktiven Beteiligung im Vordergrund, z.B. in Form von Workshops und der Bespielung einer Innovation Area. Somit kann der Notwendigkeit einer frühzeitigen öffentlichen Beteiligung Rechnung getragen werden und Fachvertretern auf diese Weise die Möglichkeit gegeben werden, ein Feedback aus der Bevölkerung zu erhalten, um sich über Vorbehalte oder weitergehende Ideen auszutauschen.

Mit Vorträgen, Diskussionen und Workshops werden verschiedene Aspekte urbaner Seilbahnen beleuchtet: Status quo urbaner Seilbahnen, Best-Practice-Beispiele, Stand der Technik, Umsetzungshindernisse, Bürgerbeteiligung, rechtliche Rahmenbedingungen, neue technische Perspektiven. Besucher haben auch die Möglichkeit andere Formate des Innovationsfestivals zu besuchen und zwischen den Angeboten je nach Interesse zu wählen. Das Teilnehmerfeld, bestehend aus Wissenschaftlern verschiedener deutscher und europäischer Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Vertretern von Städten und Regionen, Stadt- und Verkehrsplanern, politischen Akteuren, Seilbahnherstellern und angrenzenden Industrien sowie der Öffentlichkeit wird insofern mit passgenauen Inhalten angesprochen.





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