seilbahn.net | Themenbereiche | Wirtschaft | 2019-08-08

Motor im Schnee / Mountain Manager: 50 Jahre Jubiläum

„Kannst Du nicht so was in Europa machen?“

50 Jahre ist es her, dass die Antwort auf diese Frage in gedruckter Form erfolgt ist. Die erste Ausgabe MOTOR im SCHNEE wurde vorgestellt.

MOTOR im SCHNEE – der Name war Programm. Alles drehte sich um die neuen Fahrzeuge, die im Schnee unterwegs waren. Schneemobile und Pistenfahrzeuge fanden aus den USA kommend auch hierzulande immer mehr begeisterte Anhänger. Was noch dazukommen musste, war eine Zeitschrift, die sich genau wie die Vorbilder in den USA mit diesen Themen beschäftigt und fundierte Infos für die Branche liefert. Hans Dieter Schmoll, Chefredakteur der Zeitschrift CARAVANING (sie feierte dieses Jahr ihr 60-jähriges Bestehen) beantwortete die im Herbst 1969 an ihn gestellte Frage „kannst Du nicht so was in Europa machen“ auf seine Art.

Die erste MOTOR im SCHNEE, die Nr. Null – auch als „Prototyp oder Pappkamerad“ bezeichnet – wurde für die erste Münchner Fachausstellung „Winterdienstgeräte“ produziert. 48 Seiten stark, aber nicht jede Seite bedruckt – es war ein erster Versuch, Informationen für die Ausstellung Anfang 1970 zusammen zu stellen. Die Auflage von 1.500 Stück wurde vor Ort verteilt und fand reißenden Absatz: 

„Wenn ich ehrlich bin, gestehe ich, dass wahrscheinlich die weißen Seiten darüber entschieden, dass MOTOR im SCHNEE dann tatsächlich gemacht wurde. Denn wir legten unsere ‚Neger’, wie man so was auch nennt, zum Fachkongress auf die Plätze der Teilnehmer, die offensichtlich zum größten Teil kein Notizpapier für die hochinteressanten Vorträge dabeihatten. Damit marschierten unsere nur zu einem Drittel bedruckten Hefte von Hand vollgeschrieben mit nach Hause, was uns sicher die ersten zwei Dutzend Ur-Bezieher einbrachte“, so der Chefredakteur der ersten Stunde. Jedenfalls blieb kein Exemplar übrig, auch nicht für Hans Dieter Schmoll oder den Verlag, die Autoverlag Stuttgart GmbH.

Geblieben waren allerdings der Wunsch und die laufenden Fragen nach einer neuen Ausgabe. Sie folgte schließlich im Juni 1970. Darin brachte HDS, wie man Hans Dieter Schmoll in der Branche genannt hat, die Ambitionen unter dem Titel „Die Zukunft des Winters hat begonnen“ auf den Punkt:

„Mit diesem Bericht zur Lage des Winters stellen wir uns Ihnen vor. Sie, das sind die Kur- und Verkehrsdirektoren, Lift- und Seilbahnchefs und Skihoteliers in allen Provinzen des europäischen Winters sowie Freunde des für die alte Welt neuen Motorschlittensports – aber auch alle anderen Leute, die sich in dieser oder jener Form mit dem Schnee herumzuschlagen haben.

Wir, das ist die neue Zeitschrift MOTOR im SCHNEE, kurz auch MiS geheißen, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Chronist und kritischer Beobachter aller technischen Beziehungen zwischen Mensch und Schnee zu sein, und die außerdem auch Plattform des Meinungsaustauschs und Sprachrohr gemeinsamer Belange sein wird.“

HDS war in der Folge ständig in der Branche unterwegs, ständig auf der Suche nach der informativen Story und fundiertem Datenmaterial. Stift und Block waren sein Markenzeichen, legendär seine „Zettelwirtschaft“ und seine Berichte auf kreativen Unterlagen wie Taschentücher, Bierdeckel und Servietten, die so manchem Verlags- und Technikchef mit gewisser Regelmäßigkeit die Schweißperlen auf die Stirn getrieben haben.

Bekannt und geschätzt war HDS für seine Fragen und sein gewissenhaftes Suchen nach Antworten. „Lernen, lernen, lernen und immer etwas mehr wissen, als man schreibt“, war sein Credo. Der „Schreibtischtiroler“, wie man den 1925 in Hannover geborenen HDS am Anfang mehr oder weniger scherzhaft genannt hatte, wollte weg von diesem Image und die Branche von Grund auf kennenlernen.

In diesem Bemühen hat er die MiS weiterentwickelt – immer nahe an der Branche, immer direkt am Geschehen und mit 100% Einsatz. Die Themen wurden schon bald umfangreicher, das Schnee-Machen auf den Pisten kam schon in den 1970er-Jahren dazu, genauso das „Schnee-Wegmachen“ auf Wegen, der Bau von Seilbahnen und die Begrünung. Dazu machte sich die MiS mit ihren Statistiken und ihrem Datenmaterial, das man in der Branche bisher nicht zur Verfügung hatte, einen Namen.

Für die Finanzierung der MOTOR im SCHNEE konnten schon bald Anzeigenkunden gewonnen werden, wobei über die Reihenfolge der Anzeigenplatzierung in den Anfängen durch „Knobeln“ entschieden wurde.

MOTOR im SCHNEE im Zeitraffer:
  • 1969/70 Gründung der MOTOR im SCHNEE in der Autoverlag Stuttgart GmbH.
  • 1975 MOTOR im SCHNEE veröffentlicht erste Weltseilbahnstatistik zum OITAF-Weltseilbahn-Kongress in Wien.
  • 1977 Verlag und Redaktion bringen erstes öffentliches Vergleichs-Schneemachen in Engelberg/CH über die Bühne. Teilnehmer 3 Fabrikate.
  • 1984 MOTOR im SCHNEE wird jetzt von der Stein-Verlag Baden-Baden GmbH veröffentlicht.
  • 1988 In der Ausgabe 5/88 gab es schon das große Snow-Special.
  • 1989 MOTOR im SCHNEE ist 20: „Zeitschriften produzieren Jahrgänge wie Bäume Jahresringe“ (HDS).
  • 1994 konnte die MOTOR im SCHNEE das 25-Jahr-Jubiläum feiern. „Wir haben in den vergangenen 25 Jahren getan, was wir konnten. Wir wollen in den nächsten 25 Jahren noch mehr tun. Man kann nur besser werden.“ (HDS)
  • 1995 EuBuCo-Verlag erwirbt MOTOR im SCHNEE.
  • 2001 MOTOR im SCHNEE wird zum MOUNTAIN MANAGER. Die Idee dahinter war einleuchtend: 
„Durch die Verschmelzung zweier Redaktionen können wir (endlich) der Bergtourismus-Branche das Blatt geben, das sie sich ihrer Bedeutung gemäß verdient hat. Im modernen Zeitalter des Destinationsmarketings müssen alle touristischen Anbieter ihre Rolle perfekt spielen und ineinandergreifen, damit Erfolg überhaupt möglich ist. Das Zentrum des Integrationsprozesses rund um den Berg sind und bleiben jedoch die Bergbahnen. Hier wird die Entwicklung bei den Management-Kompetenzen und Software-Themen weitergehen. Die Destinationen werden zunehmend ein stimmiges Gesamtangebot schaffen (müssen). Beides zusammen wird unsere großartigen Ressourcen am Freizeitmarkt aussichtsreich positionieren. Diesen - bereits eingeleiteten - Quantensprung will der Mountain Manager mit seiner gebündelten journalistischen Schlagkraft vorantreiben. So gesehen war es für uns alle ein Gebot der Stunde, aus den nicht mehr ganz zeitgemäßen Fußstapfen traditioneller Branchenzeitschriften herauszutreten und selbst einen publizistischen Quantensprung zu vollziehen. In dessen Zentrum sollen ausschließlich fesselnde Themen mit höchstmöglichem Lesernutzen stehen.“

Die neue Ära des Mountain Manager

Dem Gründungs-Team des „Mountain ¬Manager“ gehörten neben den „Erfindern“ Gerhard Bartsch, zuvor Objektleiter der MiS, und Dr. Markus Kalchgruber, zuvor Chefredakteur der SI, noch Dr. Luise Weithaler (zuvor Chefredakteurin MiS) und Mag. Bettina Stabauer (Redaktion SI), Schweiz-Korrespondent Max Schärli (VTK und Redaktion CH in der MiS) sowie im Anzeigenverkauf Thomas Fritsch (früher MiS) und Otto ¬Fosateder (früher SI) an. Als Herausgeber und Geschäftsführer fungierte Horst Ebel, Inhaber des EuBuCo-Verlages. Sein Sohn Alexander trat 2010 in die Geschäftsleitung ein und übernahm diese ab 2013 komplett. Der „Mountain Manager“ hatte von Beginn weg – wie der Name schon sagt – die immer herausfordernder werdenden Managementaufgaben eines Bergbahn-Geschäftsführers im Fokus.

Das Ohr an der Basis

Was lag da näher, als etwa eine Interview-Serie einzuführen, die in jeder Ausgabe einen erfolgreichen Mountain Manager und dessen Know-how porträtierte? Best Practice Beispiele sozusagen, die das Wissen und die Erfahrung von Branchen-Leadern über die Lektüre allen Kollegen zugänglich machte, ja Impulse für ihre eigene Weiterentwicklung auslöste. Diese Serie ist bis heute mit 144 Fachinterviews in ununterbrochener Reihenfolge zusammen mit ebenso vielen Meinungs-Interviews / Statements aus der Zulieferindustrie oder Consulting-Unternehmen rund um die Seilbahnen das Herzstück des MM. Damit dieses Wissen nicht „verloren geht“, wurden bisher 3 Sammelbände aufgelegt, die nach wie vor bezogen werden können: 
  • 2008: Die Mountain Manager (1) – Portraits von Bergbahnprofis 1– 50 
  • 2010: Die Mountain Manager – 50 Meinungen von Experten
  • 2014: Die Mountain Manager (2)  Portraits von Bergbahnprofis 51– 100 
Der vierte Sammelband von 101 – 150 ist für 2020 geplant.

Die Themen, die in der Berufspraxis der Bergbahn-Profis eine Rolle spielen, wurden rasch immer komplexer und umfassender – angefangen von Skiservice & Rent über das aufstrebende Sommergeschäft samt Erlebnisinszenierung, Ressourcenschonung (z. B. Schneehöhenmessung) bis hin zur Zusammenarbeit mit infrastrukturellen Partnern wie Skischulen und Pistengastronomie. Dementsprechend haben wir bereits 2001 als erstes Fachmedium die Thematik Skiservice & Rent sowie auch – fast zeitgleich mit der Gründung der Angebotsgruppe „Beste Österreichische Sommer-Bergbahnen“ – das Sommergeschäft redaktionell integriert.

Medienpartner wegweisender Symposien

Typisch für den MM sind aber auch die vielen branchenrelevanten Marketingthemen, denen seit 18 Jahren eine eigene Rubrik gewidmet ist. Diesem weiteren Schwerpunkt entsprechend agierte der MM als Medienpartner der renommierten Marketing- und Management Symposien „TFA - TourismusForumAlpenregionen“ von grischconsulta (CH) sowie „Mountain Management Symposium“ bzw. „Innovation Days“ von MMC (A). Die beiden jeweils hoch angesehenen Consulting-Chefs Dr. Roland Zegg und Mike Partel gehen mit dem zukunftsorientierten und umfassenden Ansatz des MM seit Anbeginn d’accord – und umgekehrt.

Ebenfalls erwähnenswert sind die beiden in der Branche einzigartigen beiden Supplements in MM 4 „Special Beschneiung“ und MM 5 „Special Pistenfahrzeuge“ inklusive technischer Tabellen der am Markt angebotenen relevanten Geräte. Der wachsenden Fachkompetenz entsprechend wurde 2009 außerdem der „Schneitest in Lech“ von MM publizistisch begleitet und alle Testergebnisse der 10 teilnehmenden Hersteller in einer Sonderbeilage veröffentlicht.

Seit 2012 wird zusätzlich zu den nach wie vor unveränderten 8 deutschen Ausgaben pro Jahr eine neunte in Englisch publiziert: der „MM-Worldwide“ für einen erweiterten (u. a. exotischen) Empfängerkreis.

2018 wurde das Portfolio mit der neuen Zeitschrift „pct“ (public cable trans) auf den urbanen Bereich ausgedehnt. Wir sehen nämlich eine sinnvolle, ja ökologisch notwendige Zukunft für Seilbahnen im öffentlichen Nahverkehr und gehen darauf im Anschluss in einem eigenen Artikel näher ein.

Fazit: Der MM ist so wie die MiS schon vor Jahren immer nahe bei den Akteuren der Branche. Die Kontinuität der am längsten dienenden, erfahrensten Redakteure, die von vielen aus der „Seilbahnerfamilie“ mittlerweile als Urgesteine der Branche tituliert werden, ist neben Verlässlichkeit und Seriosität sowie Themenführerschaft das Markenzeichen des MM schlechthin. Und so wollen wir das auch in Zukunft halten. Qualität und Originalität bleiben unsere Leitsterne! lw/mak

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