seilbahn.net | Themenbereiche | Tourismus/Gastro | 2019-11-04

Schweiz: Positive Aussichten für Wintersaison

Quelle: KOF Konjunkturforschungsstelle, ETH Zürich

Zahl der Logiernächte auf neuem Rekordhoch

Erfolgreiche Sommersaison für den Schweizer Tourismus: Die Zahl der Logiernächte stieg gegenüber dem Vorjahr um 2.6%. Insbesondere die Übernachtungen der inländischen Gäste haben kräftig zugenommen. Die Aussichten für die kommende Wintersaison werden durch die schwächere Konjunktur etwas getrübt, bleiben aber positiv. In den Tourismusjahren 2019 und 2020 erwartet die KOF einen Zuwachs der Logiernächte um jeweils 1.8%.

Inländische Gäste sorgen für deutliches Plus im Sommer

Die Zahl der Logiernächte in der Schweiz stieg in der letzten Sommersaison gegenüber dem Vorjahr um 2.6% und erreichte einen neuen Höchstwert. Verantwortlich für die erfolgreiche Bilanz sind insbesondere die inländischen Gäste: Die Zahl ihrer Übernachtungen wuchs um 3.2% und damit die dritte Sommersaison in Folge. Die ausländische Nachfrage hat sich wegen der gedämpften Konjunktur leicht abgeschwächt, mit 2.2% resultierte aber immer noch ein deutliches Plus. Von der höheren Nachfrage profitierten vor allem die städtischen Gebiete und in etwas geringerem Ausmass der Alpenraum.

Aussichten für Wintersaison positiv – trotz stärkerem Franken

Für die kommende Wintersaison sind die Aussichten verhalten positiv. Zwar haben die Abschwächung der Konjunktur und der etwas stärkere Franken Folgen für die Auslandsnachfrage. Im Inland dürfte sich der private Konsum aber weiterhin robust entwickeln, mit entsprechenden Impulsen für die Tourismuswirtschaft. Bei durchschnittlichen Witterungsbedingungen rechnet die KOF im nächsten Winter mit einem Anstieg der Logiernächte um 2.1%. Die städtischen Gebiete können gerade auch im Winter zulegen. Im Alpenraum werden die höchsten Zuwächse in Graubünden und im Wallis erwartet.

Bergbahnen: Negativtrend dank gutem Wetter abgebremst

Negativtrend dank gutem Wetter abgebremst Die Schweizer Bergbahnen verzeichneten in der letzten Wintersaison zum zweiten Mal in Folge höhere Ersteintritte. Gemäss Zahlen von Seilbahnen Schweiz (SBS) stiegen die Ersteintritte gesamtschweizerisch um 6.2% gegenüber dem Vorjahr. Der Negativtrend bei den Bergbahnen wurde vorerst abgebremst. Das Wetter leistete erneut einen massgeblichen Beitrag zur guten Wintersaison. So sorgten ausgiebige Schneefälle Ende Dezember und im Januar in den Bergen für reichlich Schnee und ein überaus sonniger Februar brachte ideale Wintersportverhältnisse. Die höchsten Zuwächse verzeichneten Graubünden, die Zentralschweiz sowie das Wallis. Auch im Berner Oberland und in den Waadtländer und Freiburger Alpen wurden mehr Ersteintritte gezählt. In der Ostschweiz stagnierten die Eintritte, im Tessin sanken sie aufgrund eines milden Winters auf der Alpensüdseite. 

Ausblick vorsichtig optimistisch

Die Prognose der Ersteintritte bei den Bergbahnen wird durch die Entwicklung der Logiernächtezahlen in den einzelnen Tourismusregionen und den langfristigen Trend bestimmt. In der Prognose werden durchschnittliche Witterungsbedingungen unterstellt. Die steigende touristische Nachfrage, welche für die kommenden Winter im Alpenraum erwartet wird, dürfte sich somit auch positiv auf die Ersteintritte bei den Bergbahnen auswirken. Der längerfristige Trend bei den Ersteintritten bleibt jedoch auch nach zwei positiven Ergebnissen leicht negativ. Dieser Umstand dürfte mit den sich verändernden Gewohnheiten hinsichtlich Winterferien in den Bergen, dem erweiterten touristischen Angebot bezüglich der Aktivitäten in den Bergen, aber auch mit der gesunkenen Schneesicherheit in tieferen Lagen zusammenhängen. Vor diesem Hintergrund geht die vorliegende Prognose von leicht steigenden Ersteintritten um 1.1% in der kommenden und 0.9% in der übernächsten Wintersaison aus.   

Prognose bis 2021: Konjunkturschwäche hinterlässt Spuren

Der Schweizer Tourismus erlebte in den letzten beiden Jahren einen Aufschwung. Die Logiernächtezahlen stiegen kräftig, die Preise konnten wieder erhöht werden. 2019 setzt sich dieser Aufschwung fort, wenn auch weniger deutlich. Die konjunkturellen Rahmenbedingungen haben sich in diesem Jahr etwas verschlechtert. Insbesondere bei den Fernmärkten – einem Segment, das in den letzten Jahren stark zugelegt hat – werden tiefere Zuwächse erwartet. Ein hohes Wachstum ist nach wie vor bei den Gästen aus den USA zu erwarten. Die Nachfrage der inländischen Gäste dürfte ebenfalls weiter steigen, allerdings weniger stark als in den letzten Jahren. Die KOF rechnet 2019 und 2020 mit einem Zuwachs der Logiernächte um je 1.8%. 2021 erwartet sie ein Plus von 2.2%.

Ausgaben der Gäste nehmen etwas weniger stark zu

Die touristischen Ausgaben erholten sich letztes Jahr weiter von den Folgen des Frankenschocks. Aufgrund der etwas gebremsten Nachfrage dürften die Zuwächse dieses und nächstes Jahr mit 2.2% und 1.3% etwas geringer ausfallen. Die Ausgaben der Inländer dürften in einem ähnlichen Umfang zunehmen. Die Preise im Tourismus werden voraussichtlich weiter steigen, jedoch weniger stark als in den letzten Jahren.


Die Tourismusprognosen der KOF wurden im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) erstellt.


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