seilbahn.net | Themenbereiche | Wirtschaft | 2020-01-09

Stabile Hochdrucklage bringt Bündner Bergbahnen Rekordzahlen

Nach der positiven Entwicklung im letzten Winter konnten die Bergbahnunternehmen in Graubünden dank prächtigem Wintersportwetter und besten Pistenverhältnissen  über die Feiertage bis Ende Dezember erneut markant zulegen: gegenüber dem Vorjahr stiegen die Gästezahlen um 11,1, die Transportumsätze um 9,2 Prozent. 

Bergbahnen Graubünden (BBGR), die Branchenorganisation der Bündner Bergbahnen, zieht eine positive, aber auch noch zurückhaltende Festtagsbilanz, denn bekanntlich wird am Saisonende abgerechnet. Vom 26. Dezember 2019 bis 2. Januar 2020 sorgte das tolle Wintersportwetter für sehr positive Ergebnisse. Auch im langfristigen 10-Jahresvergleich konnten bis Ende Dezember die Gästezahlen um 15,3 sowie die Transportumsätze (9-Jahresvergleich) gar um 23,8 Prozent gesteigert werden. Der 5-Jahresvergleich präsentiert sich mit 23,1 Prozent Frequenz- und 29,1 Prozent Umsatzsteigerung noch besser, ist aber aufgrund der unterdurchschnittlichen Saisons 2014/2015 bis 2017/2018 zu relativieren. 

Gäste geniessen die Pisten Die Gäste geniessen die Pisten in vollen Zügen, welche sich auch dank der Schneeanlagen in einem hervorragenden Zustand präsentieren. Obwohl die gesteigerten Erträge sehr erfreulich sind, ergibt sich unter dem Strich ein differenziertes Bild. Wegen des späten Wintereinbruches sowie der Föhnlage vor den Festtagen war für die Bergbahnen in Nord- und Mittelbünden, der Surselva und in Davos Klosters die mehrmalige Bereitstellung der Pisten in kurzer Zeit sehr kostenintensiv. Die Bergbahnen im Engadin verfügen dank viel Naturschnee schon seit dem Saisonstart über hervorragende Verhältnisse. 

Winterstart lässt hoffen Die stabile Hochdrucklage in der Altjahreswoche folgte auf einen eher verhaltenen Saisonstart mit wechselhaftem Wetter. Die vielen möglichen Brückentage in diesem Jahr sowie das Wetter «unten grau oben blau» sorgten dafür, dass viele Tagesgäste mehrmals zu Besuch waren und Aufenthaltsgäste länger geblieben sind. Zudem ist, insbesondere in der Gastronomie, eine positive Konsumentenstimmung festzustellen. Nach einigen schwierigen Wintern war schon die letzte Wintersaison positiv und der Start in diesen Winter lässt auf einen positiven Verlauf der Saison hoffen. Martin Hug, Präsident Bergbahnen Graubünden, stellt deshalb mit Erleichterung fest: "Wir nehmen den positiven Schwung gerne mit und freuen uns, dass der Schneesport in den Bergen immer noch ein beliebtes Erlebnis ist. Allerdings ist zu beachten, dass die aktuelle Wintersaison in einem Grossteil der Skigebiete erst knapp drei Wochen alt ist".

Alle Regionen stark 

Der Monitor von BBGR, welcher 23 Unternehmen oder 90 Prozent des Bündner Transportumsatzes umfasst, zeigt folgendes Bild: die Bündner Bergbahnen verzeichnen bei den Gästezahlen im bisherigen Winter 2019/20 ein Plus von 11,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im 5-Jahres-Vergleich ist die Anzahl der Gäste um 23,1 Prozent und im 10-Jahres-Vergleich um 15,3 Prozent gestiegen. Beim Transportumsatz beträgt die Steigerung gegenüber dem Vorjahr 9,2 Prozent, im 5-Jahresvergleich 29,1 und im 9Jahresvergleich 23,8 Prozent. Alle Regionen Graubündens konnten von den positiven Entwicklungen profitieren, wobei die Zahlen in Davos/Klosters und dem Engadin überdurchschnittlich gestiegen sind. Im Oberengadin zeigen die vorzeitig getätigten Verkäufe infolge des Dynamic Pricing im zweiten Jahr seit der Einführung bei den Transportumsätzen die entsprechenden Effekte. 

Ganzjährige Erlebnisse am Berg  

Martin Hug, Präsident BBGR, fordert die Branche auf, die Chancen für nahe und klimafreundliche Erlebnisse am Berg zu nutzen und vermehrt für das ganze Jahr entsprechende Angebote bereit zu stellen. Die investitionsintensiven Bergbahninfrastrukturen müssten sich vorausschauend den verändernden Gästebedürfnissen anpassen. Im Weiteren seien vermehrt Kooperationen von ganzen Bergsportgebieten sowie der Einsatz von Dynamic Pricing und digitalem Marketing gefragt. Convenience, Einfachheit und Qualität seien zentral. Martin Hug: "Der Preis tritt dadurch zunehmend in den Hintergrund und die Wertigkeit gewinnt wieder an Bedeutung. Dies ist eine Chance für den Schweizer Tourismus und die Bergbahnbranche". Bergbahnen Graubünden (BBGR) geht als Verband selbst mit gutem Beispiel voran und lanciert die ganzjährige graubündenCARD für 48 Bergbahnunternehmen in Graubünden. Sie ersetzt den bisherigen SnowPass, welcher ein reines Wintersaisonabonnement war. Der Vorverkauf startet am 1. Februar 2020. Die graubündenCARD gilt jeweils vom 1. Mai bis zum 30. April und umfasst die Leistungen einer Tageskarte des jeweiligen Skigebiets im Winter sowie die Transportdienstleistungen der Bergbahnen im Sommer.



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