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seilbahn.net | Themenbereiche | Seilbahnen | 2017-03-17

Garaventa: Stillgelegte Standseilbahn für Nothilfeeinsatz in Rekordzeit reaktiviert

Revival für die stillgelegte Standseilbahn von Amsteg nach Bristen. Wie schon vor 14 Jahren sorgt ab morgen Mittwoch die bald 100-jährige Windenbahn nach dem Erdrutsch auf die einzige Strassenverbindung für einen sicheren Transport der Bevölkerung von und nach Bristen. Gut, dass man bei Garaventa die Eigenheiten dieser Anlage bereits kannte.

Der Anruf aus dem Kanton Uri kam für Garaventa nicht ganz unerwartet, nachdem ein Erdrutsch die einzige Strassenverbindung zwischen Amsteg und dem Bergdorf Bristen unterbrochen hatte. Schon einmal kamen die Spezialisten aus Goldau im Jahre 2003 zum Einsatz, als ein ähnliches Naturereignis für einen Unterbruch der Strasse sorgte und Garaventa die damals bereits stillgelegte Standseilbahn des Kraftwerkes von Amsteg nach Bristen wieder in Betrieb setzte.

Flexibel, schnell, unkompliziert
Schnell musste es auch nach dem jüngsten Naturereignis wieder gehen. Die Windenbahn wurde 2003 während knapp drei Monaten von 60'000 Reisenden benützt, doch seither wurde der Wagen mit dem braunen Holzaufbau kaum mehr in Bewegung gesetzt.
Die Wiederinstandsetzung begann somit erneut bei Null. Unkompliziert und flexibel reagierte man bei Garaventa, wo man vor allem schnell eine Mannschaft mit den für die Wiederinstandsetzung erforderlichen Fachspezialisten zusammenstellen musste. Das Seil mit einem Spezialgerät auf mögliche Schadstellen untersuchen, das Bremssystem überprüfen, die Steuerung in Betrieb nehmen, oder die Fangbremse testen waren nur einige der umfangreichen Arbeiten in den vergangenen Tagen. Und bei allem stand immer das Thema Sicherheit der zukünftigen Benutzerinnen und Benutzer im Vordergrund.
Die im Jahre 2003 erteilte Betriebsbewilligung konnte nun mit der erfolgreichen Abnahme der Standseilbahn durch das Interkantonale Konkordat für Seilbahnen und Skilifte (IKSS) reaktiviert werden.

Wichtige Verbindung zur Aussenwelt
Wie lange die Windenbahn die für die Bewohner von Bristen so wichtige Verbindung zur Aussenwelt aufrecht halten wird, hängt in erster Linie vom Fortschritt der Wiederinstandsetzungsarbeiten bei der Strasse ab. Es ist nicht auszuschliessen, dass die vor 14 Jahren erreichten Passagierzahlen von durchschnittlich 700 Reisenden pro Tag auch diesmal wieder erreicht werden. Die für den Bau des Kraftwerks Amsteg vor rund 100 Jahren von der Firma Von Roll realisierte Windenbahn überwindet auf einer schrägen Länge von 400 Meter eine Höhendifferenz von 250 Meter. Eine Fahrt dauert rund sechs Minuten. Die Standseilbahn ist zugelassen entweder für 20 Personen und einen Wagenbegleiter, oder eine Nutzlast von drei Tonnen. Bei der Talstation bedient ein Maschinist die Anlage. Ein zweiter Mann sorgt als Wagenbegleiter für die Sicherheit der Passagiere während der Fahrt. Dass die Bahn in dieser Rekordzeit wieder in Betrieb genommen werden konnte, ist nebst dem raschen und flexiblen Einsatz des Garaventa-
Teams auf die gute Zusammenarbeit mit dem Tiefbauamt des Kantons Uri sowie dem IKSS zurückzuführen. Die ganze Steuerungsanlage wurde von der Frey AG Stans wieder in Betrieb gesetzt. Ein weiterer wichtiger Punkt war, dass das Trassee und das umliegende Gelände von Zeit zu Zeit gerodet worden sind, um Langzeitschäden zu verhindern. Offiziell wurde die Standseilbahn vom SBB Kraftwerk in Amsteg zum Wasserschloss Schiltwald in Bristen mit der Vollendung vom unterirdischen Bau des Kraftwerks zwischen 1993 bis 1998 ausser Betrieb genommen. Bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre erweist es sich nun als Glücksfall, dass man die alte Anlage nicht demontiert hat.


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