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seilbahn.net | Themenbereiche | Seilbahnen | 2017-04-11

Eibsee-Seilbahn: Dienstzeit beendet

Nach 54 Jahren und rund 21,3 Millionen, unfallfrei beförderten Fahrgästen, geht es in den Ruhestand

Es gibt viele Geschichten und Anekdoten rund um die Eibsee-Seilbahn – von der missglückten Generalprobe bis zum Traum auf Deutschlands höchsten Gipfel zu schweben.

1899 klafften Wunsch und Wirklichkeit noch weit auseinander. Das erste Konzessionsgesuch für den Bau einer Bahn wurde abgelehnt. 1909 hatte der österreichische Ingenieur, Josef Cathrein, eine Vision einer Seilschwebebahn vom Eibsee auf die Riffelwand. Doch die allgemeine technische Entwicklung war noch nicht so weit.

1930 entstand die Zahnradbahn, die seitdem Passagiere auf den höchsten Berg Deutschlands befördert. Nachdem in den 1950igern der Tourismus anstieg, stieg auch die Anforderung an den Bahnbetrieb.  Man dachte über ein zweites Transportmittel auf dem Weg zum Gipfel nach. Die ehemalige Vision von Josef Cathrein, mit Talstation am Eibsee war jetzt durchführbar.

Eine außergewöhnliche Konstruktion

Die steigenden Gästezahlen im Rücken ging es schnell an die Umsetzung der bautechnischen Meisterleistung. 1961 begann man mit den Bauarbeiten. Trotz schwierigster Arbeitsbedingungen und im Vergleich zu heute, einfachen Werkzeugen, konnten noch im gleichen Jahr die beiden 85 und 65 Meter hohen Fachwerkstützen und der Rohbau der Talstation entstehen. Die oft als wahres Wunderwerk bezeichnete Eibsee-Seilbahn ist in knapp zwei Jahren Bauzeit fertig gestellt worden.

Bis heute noch technisch einzigartig

Bis heute braucht sie keinen Vergleich in der Seilbahnbranche zu scheuen. Die Eibsee-Seilbahn ist bis heute einzigartig in ihrer technischen Leistung, was Höhenunterschied, Streckenlänge, Stützenstandort, Baudurchführung und geologischen Rahmendbedingungen betrifft. Das ehemalige Vorstandsmitglied, Günter Karl, zeigt er sich immer noch von der präzisen Ingenieursarbeit fasziniert: „Das damals einzigartige Seilsystem mit vier Tragseilen, zwei Zugseilen und einer Spurerweiterung bis zu 24m, die 85m hohe Stütze als damals weltweit höchste Stütze einer Personenseilbahn, das Rollenkettensystem, die die Tragseile sowie das ,meines Wissens, weltweit überhaupt nur einmal gebaute Kabinenlaufwerk mit Zugseilabwurf bei Seilriss – all das macht die Bahn zum Unikat!“

Zu wenig Kapazität

Nach 5 Zugseil Garnituren mit einer Gesamtlänge von ca. 90 Kilometern, 1.316.250.00 zurückgelegten Höhenmetern, 3.037.500 gefahrenen Kilometern, 108 durchgeführten Revisionen, und immer noch im Einsatz sich befindenden Originaltragseilen von 1963, wird der Betrieb der einzigartigen Eibsee-Seilbahn nach 54 Jahren aus Kapazitätsgründen eingestellt. Am 2. April war Schluss. Dieses Datum markiert einen Meilenstein nicht nur für die alte, sondern auch für die neue Seilbahn zur Zugspitze. Bald wird mit der Demontage der alten Seile begonnen. An der Bergstation müssen die alten Bahnsteige und die bestehende Seilbahntechnik weichen. Ab Mitte Mai soll mit dem höchst aufwendigen Transport der vier, jeweils 150 t schweren Tragseile begonnen werden.

Neue Weltrekorde werden aufgestellt

Ein wahres Highlight markiert die Montage der neuen 127m hohe Pendelbahnstütze. Am 21. Dezember 2017 soll nach dreijähriger Bauzeit die neue Seilbahn eröffnet werden, und sie wird nicht nur technisch drei neue Weltrekorde halten: 
  • höchste Stahlbaustütze für Pendelseilbahnen
  • größter Gesamthöhenunterschied in einer Sektion (1.945 m)
  • längstes freies Spannfeld mit 3.213 m
sondern auch ihre Fahrgäste rekordverdächtig komfortabel, rasch und panoramareich auf die Zugspitze bringen.

vm/Seilbahn.net







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