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seilbahn.net | Themenbereiche | Seilbahnen | 2018-06-08

Gstaad: Neues Förderseil für einzigartige Bahn

In einem aufwendigen Verfahren wurde das neue Förderseil der ersten Sektion der Gondelbahn Wispile eingezogen.

Die Gondelbahn Wispile hat ein neues Förderseil erhalten. Dies war aufgrund der Anforderungen an einen solchen notwendig geworden. Eine Bahn wie die Wispile gibt es sonst nirgends mehr. Der Bahntyp ist besonders speziell, da er zwei Sektionen mit einem Antrieb und zwei unabhängigen Förderseilen betreibt. 

Die Gondelbahn Wispile hat ein neues Förderseil erhalten. Das vorgängige Seil war 13 Jahre in Betrieb und musste nun aufgrund der Anforderungen, die ein solches Seil zu erfüllen hat, ausgetauscht werden. Das neue Seil ist 3751 Meter lang, hat ein Gewicht von 3.42 Kilogramm pro Meter und einen Durchmesser von 31 Millimetern. Die untere Sektion ist mit etwa 13 Tonnen gespannt. Die 1. Sektion hat eine Schrägenlänge (Bahnstrecke) von 1823 Metern, die 2. Sektion ist 1189 Meter lang. 

Aufwendiger Vorgang
Der Austausch des Seileinzuges ist aufwendig. Im Tal musste dazu eine hydraulische Spannvorrichtung entspannt werden, um minimale Spannung zu erzeugen. Dann wurde das alte Seil aus zwei Stützen genommen und auf den Boden gelegt. Dort wurden Klemmplatten montiert, damit das Seil erschlaffen kann. Ein Flaschenzug wurde installiert, damit ein Zusammenzug des Seils möglich gemacht werden konnte. Dies braucht enorme Kraftaufwände von mehreren Tonnen. Das alte Seil wurde dann abgekappt und mit einem provisorischen Spleiss mit dem neuen Seil verbunden. Das bedeutet, dass Lizen, Bestandteile eines Förderseils, vom alten und vom neuen Seil über eine Länge von etwa 30 Metern eingedreht werden, um eine Verbindung entstehen zu lassen. 

Hydraulik von 13 Tonnen
Nach der Verspleissung wurde ein Drallhalter direkt hinter dem Spleiss am neuen Seil über eine Länge von 80 Metern befestigt. Der Drallhalter dient dazu, dass sich das Seil nicht um seine eigene Achse dreht, sondern, gerade wie es soll, eingezogen werden kann. Der Drallhalter wurde im Tal befestigt und wird dann in der Mittelstation wieder umgehängt, damit konstantes Gewicht auf dem Seil liegt und das Drehen nicht möglich ist. Das Seil wurde dann über die Mittelstation zur Talstation gezogen. Die Bahn befand sich während des ganzen Vorgangs in einem Überbrückungsmodus. Wenn das neue Seil auch in der Talstation angekommen ist und das alte Seil aufgerollt ist, werden die Enden wieder via Klemmplatten und Flaschenzug verspleisst. Zuletzt wurde das Seil im umgekehrten Vorgang wieder eingehängt und via Hydraulik auf die Betriebsspannung von ca. 13 Tonnen gesetzt. Der neue Seileinzug und Seilerstatzt kostete über CHF 100‘000.

Kaum Unterschiede zum Seileinzug vor 13 Jahren
„Eine spannende Arbeit“, kommentierte Benz Hefti. Er war auch schon beim Seileinzug des alten Seils vor 13 Jahren dabei. „Es gibt eigentlich keine grossen Unterschiede zu dem Vorgang von damals und heute. Das Prinzip mit dem Einzug durch die Eigenleistung der Bahn wurde schon damals genutzt. Meine Arbeitsposition war vor 13 Jahren noch eine andere, daher hatte ich bei diesem Seilwechsel sicherlich einen anderen Blickwinkel. “

Wispile Bergbahn ist einzigartig
Die Gondelbahn Wispile ist heute übrigens die einzige Bahn, welche zwei Sektionen mit nur einem Antrieb betreibt. Dies wiederum bedeutet aber auch, dass bei Sturm oder Problemen die untere Sektion nicht losgelöst fahren kann. Jede Gondel muss bis an die Bergstation und wieder zurück und kann nicht in der Mitte umgelenkt werden. 

Die Gondelbahn Wispile ist ab dem 16. Juni täglich geöffnet.




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