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seilbahn.net | Themenbereiche | Seilbahnen | 2019-03-12

Brandschutzverglasungen in der neuen Bergstation Zugspitze

Im Juli 2018 wurde der Umbau der Bergstation der neuen Bayerischen Seilbahn Zugspitze mit der Eröffnung des Gipfelrestaurants Panorama 2962 abgeschlossen. Das nach Plänen von Hasenauer.Architekten erweiterte Gebäude auf Deutschlands höchstem Berg erlaubt dank großzügiger Verglasung spektakuläre Panoramablicke. Für Sicherheit in der Bergstation sorgen Brandschutzgläser von Vetrotech Saint-Gobain. Herstellung, Lieferung und Einbau der Gläser verlangten allen Beteiligten Enormes ab.
 
Alles, außer gewöhnlich: Die im Juli 2018 mit der Eröffnung des Restaurants in der Bergstation endgültig fertiggestellte neue Bayerische Seilbahn Zugspitze ist ein Projekt der Extreme, sowohl was die Konstruktion als auch was die Rahmenbedingungen betrifft. Die weltweit längste freischwebende Seilbahn hat nur einen einzigen Stützpfeiler, die mit 127 Metern Höhe bislang weltweit höchste Stahlstütze. Die beiden bodentief verglasten Großraumkabinen bieten jeweils Platz für bis zu 120 Personen und können bis zu 580 Personen pro Stunde auf den Gipfel befördern. Der Umbau und die Erweiterung der Bergstation fanden zudem an Deutschlands höchstgelegener Baustelle auf knapp 3.000 Metern statt. Die neue Seilbahn ersetzt die bisherige Pendelseilbahn. Die alte Eibseebahn konnte den großen Andrang auf die Zugspitze – pro Jahr sind es rund eine halbe Million Besucher – nicht mehr bewältigen.
 
Die Höhe, die am Gipfel der Zugspitze herrschenden Witterungsbedingungen, geologische Faktoren und die Logistik stellten enorme Herausforderungen für das Projekt dar. Das galt auch für den Transport der Brandschutzverglasungen von Vetrotech Saint-Gobain, die wie alle anderen Materialien von einem Zwischenlager auf 1.200 Metern Höhe mit einer separaten Materialseilbahn auf die Baustelle transportiert werden mussten und den Einbau der Verglasungen in der Bergstation durch das Unternehmen Stahlbau Pichler aus Bozen (I). In der Station sorgen die 176 m2 CONTRAFLAM-Gläser von Vetrotech Saint-Gobain in unterschiedlichen Aufbauten vor allem für Sicherheit in den Übergängen der einzelnen Nutzungsbereiche, sei es als Tür, Fenster oder als Brandschutzwand.
 
Maximale Platzausnutzung
 
Die erweiterte und neugestaltete Bergstation nach Plänen von Hasenauer.Architekten aus Saalfelden (A) ist ein konstruktives Highlight, das über drei Ebenen den Zugang zur Gletscherbahn, zur gastronomischen Infrastruktur und zur Gipfelterrasse mit 360°-Panoramablick ermöglicht. Die besondere Herausforderung beim Ausbau bestand darin, das Gebäude auf dem vorhandenen Platz zu erweitern, um mehr Raum für Gastronomie und Aussichtsplattformen zu schaffen, ohne die Grundfläche zu vergrößern. Die Architekten nutzten dabei geschickt die Konstruktionselemente der neuen Seilbahn. So wurde auf der Nordseite eine Plattform auf den in den Fels getriebenen Pollertürmen der Tragseilbefestigung gebaut, die vor den Betontürmen ca. 23 Meter auskragt. Auf der Südseite nutzten sie die Abspannvorrichtung durch den A-Bock, die die Zugkräfte von der Nord- auf die Südseite umlenkt, für ein neues vollverglastes Treppenhaus. Die bauliche und optische Öffnung des vorher geschlossenen Treppenhauses verbindet die Station noch stärker mit der faszinierenden Umgebung. Die neue Großzügigkeit ist bereits direkt bei der Ankunft erlebbar, ein verglaster Bahnsteig mit beeindruckenden Einblicken in die Nordwand dient als Ausgangspunkt für den Rundgang durchs Gebäude. Sowohl die bessere Erschließung der Bergstation als auch die Vergrößerung der Aufenthaltsflächen verfolgen zudem das Ziel, die Besucherströme so zu lenken, dass die Bergwelt möglichst wenig beeinträchtigt wird.
 
Oase der Ruhe und Sicherheit
 
Besonders freut sich Sebastian Kroesen von Hasenauer.Architekten, der das Projekt von der Planung bis zur Fertigstellung begleitete, darüber, dass es gelungen ist, trotz des Besucheransturms mit der Bergstation eine Oase der Ruhe zu schaffen. So schaffen die Gestaltung und die Einrichtung der gastronomischen Bereiche durch die Wahl der entsprechenden schalldämmenden Materialien sowohl visuell als auch faktisch eine ruhige Umgebung. Für Sicherheit sorgen sowohl im Restaurant als auch an den Aus- und Übergängen, beispielsweise zu den Treppenhäusern, Brandschutzgläser CONTRAFLAM 30 als Verbundsicherheitsgläser STADIP 66.2 aus SGG PLANIDUR und SGG PLANITHERM ONE und als geprüftes Einscheibensicherheitsgläser SGG SECURIT-H. Einen starken ästhetischen Akzent setzen die als Parallelogramme gefertigten Verglasungen, die einen Blick aus dem Restaurant auf die Seilbahntechnik erlauben. Damit die Gläser den Transport auf rund 3.000 Metern Höhe unbeschadet überstehen konnten, wurden sie mit Ventilen versehen, die einen Druckausgleich ermöglichten, und die vor dem Einbau wieder entfernt wurden.
 
Mit Hilfe der Hochleistungsverglasungen ist es gelungen, den Brandschutz in der Bergstation so zu realisieren, dass die gewünschte maximale Transparenz ihre Wirkung entfalten kann und die Verbindung zur Natur auf allen Ebenen erlebbar ist. Die Bergstation ist damit ein weiteres Beispiel dafür, wie Vetrotech in Zusammenarbeit mit den Partnern Lösungen entwickelt, die den höchsten projektspezifischen Anforderungen entsprechen.
 
Info: Druckausgleich im Glas

Weil die in Glasaufbauten enthaltene Luft bzw. die Gase auf verringerten Luftdruck in Höhen mit Ausdehnung reagieren, ist es notwendig, einen Druckausgleich herzustellen, damit es nicht zu Wölbungen im Glas kommt. Diese können zu optischen Störungen, im Extremfall bis zu Beschädigungen am Glas (Glasbruch) führen. Deshalb wird für den Transport ein Kapillarrohr eingefügt. Ist das Glas auf der Zielhöhe angekommen, muss es am Einbauort ca. 1-2 Stunden ruhen, bis der Druckausgleich vollständig abgeschlossen ist. Der Metallbauer knickt dann das Rohr mittels Flachzange um und dichtet es mit Silikon ab, bevor es eingebaut wird.
 



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