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seilbahn.net | Themenbereiche | Beschneiung | 2018-08-20

Österreichs Seilbahnwirtschaft bleibt bei striktem NEIN zu Zusatzstoffen für technischen Schnee!

FV-Obmann NR Franz Hörl steht zum Reinheitsgebot für technischen Schnee und fordert Förderungsstopp für Skigebiete, die auf Zusatz von Bakterien oder Proteinen setzen.

Zum aktuell bekannt gewordenen Urteil des Tiroler Landesverwaltungsgerichtshofs, Zusatzstoffe für technischen Schnee zu erlauben, meint der Obmann des Fachverbands der Österreichischen Seilbahnen, Franz Hörl: „Die Botschaft eines solchen Urteils ist eine verheerende und der drohende Schaden für den heimischen Wintertourismus ist ein massiver. Ich kann verstehen, dass Veranstalter von Großereignissen alles tun, um nicht zu 100% von äußeren Einflüssen abhängig zu sein. Enttäuschend ist allerdings, dass eine Olympiaregion wie Seefeld hier eine rote Linie überschreitet, und der Österreichische Skiverband diese Position augenscheinlich unterstützt.“

Hörl, der zu 100% zum Reinheitsgebot für österreichischen Schnee steht, erwartet von der Landespolitik ein Machtwort: „Unser Schnee besteht zu 100% aus Wasser und kalter Luft! Das soll so bleiben. Wenn schon die Gerichte hier keine Sensibilität haben (können), dann ist die Politik am Zuge. Seilbahnunternehmen, die Zusatzstoffe anwenden, dürfen keine öffentlichen Mittel - auch nicht seitens der Tourismuswerbung - bekommen. Hier gilt es für mich als Branchensprecher einen Imageschaden für die gesamte Seilbahnwirtschaft abzuwenden. Es kann nicht sein, dass alle dafür büßen müssen, weil ein paar wenige meinen, ihre Mitbewerber austricksen zu können bzw. sich Hersteller von Zusätzen ein gutes Geschäft erwarten.“

Für Hörl, der sich seit geraumer Zeit mit den Zusatzstoffen beschäftigt ist der Nutzen, den diese Stoffe bringen, in keiner Relation zum möglichen Schaden: „Hier sind ein paar mäßig versierte angestellte Seilbahn-Geschäftsführer findigen Herstellern auf den Leim gegangen. Wir werden jedenfalls die schwarzen Schafe namhaft machen und überlegen eine Aufstellung jener Skigebiete zu veröffentlichen, die sich an unser selbst auferlegtes Reinheitsgebot halten. In Zeiten wie diesen überrascht mich die Naivität und Rücksichtslosigkeit jener, die meinen hier mit dem Kopf durch die Wand zu müssen. Eine überwältigende Mehrheit der heimischen Skidestinationen steht zum Reinheitsgebot und muss daher alles tun, um Schaden und negative Auswirkungen zu vermeiden. Wir als Fachverband stehen geschlossen zu diesen Unternehmen und appellieren auch an die Eigentümer der betroffenen Betriebe, ihre Geschäftsführer zurück zu pfeifen!“

Um gesetzlich gegen diese Mittel vorgehen zu können, wird Fachverbandsobmann Hörl mit den zuständigen Regierungsmitgliedern in Wien und Innsbruck intensive Gespräche führen: „Ich überlege auch eine parlamentarische Initiative im Nationalrat. Denn die Zulassung von derartigen Stoffen ist kein Signal für Nachhaltigkeit - ganz abgesehen vom internationalen Reputationsschaden!“
LH Platter: „Künstliche Zusatzstoffe bei Schneeerzeugung sind entschieden abzulehnen“

Richtlinie der Infrastrukturförderung wird entsprechend angepasst

Im Zusammenhang mit der jüngsten Entscheidung des Landesverwaltungsgerichts, künstliche Zusatzstoffe bei der Produktion von Kunstschnee zuzulassen, erneuert Landeshauptmann Günther Platter heute das politische Bekenntnis, auch in Zukunft auf jeglichen Zusatz bei der Schneeerzeugung verzichten zu wollen. „Als Tourismusland Nummer eins setzen wir auf hundertprozentige Authentizität. Künstliche Zusatzstoffe passen für mich nicht zu einem glaubwürdigen Tiroler Naturerlebnis“, stellt LH Platter fest.

Vor diesem Hintergrund wird die Infrastrukturförderungen entsprechend angepasst. „Wir werden in der künftigen Richtlinie keine Infrastrukturförderungen etwa für Seilbahnen mehr gewähren, wenn außer Wasser und Luft künstliche Zusatzstoffe zur Beschneiung verwendet werden“, gibt LH Platter die Linie vor. Für den Fall, dass dennoch Zusatzstoffe verwendet werden, ist keine Förderung auszubezahlen bzw. die Förderung zurückzuzahlen. „Ich lehne den Zusatz von Bakterien bei der Schneeerzeugung entschieden ab. Dies haben wir auch im Regierungsübereinkommen deutlich festgehalten“, so der Landeshauptmann weiter.
„Es ist höchst an der Zeit, auch rechtlich alle möglichen Maßnahmen für ein Verbot von Zusatzstoffen bei der Schneeerzeugung zu erheben“, lässt der Landeshauptmann die weiteren Schritte durchblicken. „Daher habe ich heute in Auftrag gegeben, eine gesetzliche Grundlage zu prüfen, dass wir künstliche Zusatzstoffe bei der Schneeproduktion ausschließen können“, so LH Platter abschließend.

Gerichtliche Entscheidung zum Wasserrechtsgesetz 1959 - WRG 1959
Verwendung von Zusatzstoffen bei der künstlichen Beschneiung von Schipisten.
Eine wasserrechtliche Bewilligung kann nicht aufgrund allfälliger Imageschäden oder aufgrund der öffentlichen Meinung versagt werden. Die zu berücksichtigenden öffentlichen Interessen müssen nämlich bei einer verfassungskonformen Auslegung aus dem positiven Recht ableitbar sein. 


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