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seilbahn.net | Themenbereiche | Wirtschaft | 2016-12-01

Gasteiner Bergbahnen: Vorstellung Finanzierungskonzept Modernisierung Schlossalm

Generationenprojekt Schlossalm: Beteiligung mit attraktiven Zinsen

Innovatives Finanzierungsmodell mit mehreren Säulen

Die Modernisierung der Schlossalmbahn in Bad Hofgastein wurde im Rahmen einer umfangreichen Umweltverträglichkeitsprüfung als Gesamtvorhaben bewilligt und wird in den nächsten Jahren realisiert. Das Besondere daran: Das „Kernstück“ des Vorhabens ist auf drei Jahre konzentriert. Die Investitionen in Höhe von rund 85 Millionen Euro müssen wegen der gegenseitigen Verflechtungen auch in einem durchgezogen werden. Die Gasteiner Bergbahnen AG hat für die Finanzierung eine Reihe innovativer Beteiligungsmöglichkeiten für Aktionäre sowie Stammgäste entwickelt.

Investition von 84,8 Millionen Euro

Jährliche Investitionen in Höhe von 10 Millionen Euro sind für die Gasteiner Bergbahnen AG normal. Das Volumen der Kerninvestition „Schlossalm NEU“ für den Zeitraum 2016 – 2020 beläuft sich auf 84,8 Millionen Euro. Um diese Summe aufstellen zu können, wurde ein detailliertes Finanzierungskonzept ausgearbeitet. „Ein Viertel der Gesamtinvestition können wir aus dem freien Cash Flow decken, da sprechen wir von rund 21,3 Millionen Euro“, erklärt Wolfgang Egger, Geschäftsführer der Gasteiner Bergbahnen AG. Für die Aufbringung der restlichen 63,5 Millionen Euro wird eine Kombination aus verschiedenen Instrumenten der Außenfinanzierung zum Einsatz kommen.

Das Finanzierungskonzept, so Egger, besteht aus partiarischen Darlehen, Leasingfinanzierung, Kreditfinanzierung und einem Bürgerbeteiligungsmodell. Bei den partiarischen Darlehen gibt es ein Vorrecht für alle Aktionäre der Gasteiner Bergbahnen AG, denen sowohl eine 15-jährige als auch eine 7-jährige Laufzeit mit einer sehr attraktiven Verzinsung angeboten wird.

Bürgerbeteiligungsmodell mit Vorbildcharakter

Beim Bürgerbeteiligungsmodell, auch Crowdfunding genannt, handelt es sich rechtlich um ein Nachrangdarlehen, das gemäß Alternativfinanzierungsgesetz abgewickelt wird. Ein wesentliches Ziel neben der Finanzierung ist die langfristige Kundenbindung und eine gemeinsame Angebotsentwicklung mit der „Crowd“. Ab-gewickelt wird diese Finanzierung durch die Plattform Tausend x Tausend.

Für DI Dr. Reinhard Willfort, Managing Director der isn – innovation service net-work GmbH, die die Crowdfunding-Plattform betreibt, ist das Gasteiner Finanzierungsmodell ein Vorzeigeprojekt. Während bisher die Crowd eher von Startups genutzt wurde, ist das Generationenprojekt in Gastein ein erstes Beispiel für die Nutzung als Kundenbindungs- und Teilfinanzierungskonzept eines klassischen mittelständischen Unternehmens mit einer längeren Firmengeschichte.

Das Projekt wird deshalb auch Anfang Dezember in München beim so genannten „Crowddialog“ von Dr. Willfort als Musterprojekt vorgestellt.

3 Modelle der Bürgerbeteiligung

Wie das Bürgerbeteiligungsmodell im Detail aussieht, stellte Mag. Franz Schafflinger, Vorstandsdirektor der Gasteiner Bergbahnen AG, vor: „Wir haben drei Modelle erarbeitet, die allesamt eine sehr attraktive Verzinsung aufweisen.“

Zwei Modelle (A und B) haben eine Laufzeit von 7 Jahren. Das gesamte Kapital wird nach Ablauf dieser Frist getilgt. Während dieser sieben Jahre erhalten die Anleger beim Modell A 4 % fixe Zinsen überwiesen, beim Modell B gibt es sogar 6 % fix, allerdings ausbezahlt in Form von Gutscheinen für Liftkarten. „Wer also bei uns eine Liftkarte kauft, bekommt dafür sogar noch attraktive Zinsen“, erklärte Franz Schafflinger: „Wir haben diese Bürgerbeteiligung ganz bewusst als Dankeschön an unsere Stammkunden gewählt.“

Das dritte Modell C ist ebenfalls auf einer Zinszahlung mit Gutscheinen für Liftkarten aufgebaut. Die Laufzeit hier beträgt aber nur 5 Jahre und auch die Tilgung erfolgt jedes Jahr - nicht endfällig wie bei Modell A und B - in Form von Gutscheinen. Dafür gibt es sogar 7 % Fixzinsen pro Jahr.

Beteiligen können sich Investoren schon ab einer Summe von 100 Euro, die höchste Anlagesumme ist 5.000 Euro pro Person, die unter bestimmten Bedingungen auf max. 10.000 Euro erhöht werden kann. Abgewickelt wird das Crowdfunding durch die Plattform Tausend mal Tausend ( https://1000x1000.at/skigastein ). Seit 1. Dezember 2016 kann man sich beteiligen.

Mehr Komfort und höhere Kapazitäten

Das Projekt der Gasteiner Bergbahnen AG hat eine Reihe von Aspekten. Durch neue Bahnen werden Komfort und Kapazitäten erhöht, es entsteht ein neuer optimaler Verteilungspunkt am Berg. Gleichzeitig können durch die Bündelung der Abfahrten bestehende Pisten zum Teil rückgebaut werden. Die Pistenflächen im Skigebiet Schlossalm werden insgesamt um rund 20 Hektar erweitert. Für die Beschneiung neuer sowie bestehender Pistenflächen wird ein Speicherteich mit 150.000 Kubikmeter Wasserkapazität errichtet.

Inbetriebnahme im Dezember 2018

Die Bauarbeiten in den höher gelegenen Bereichen starten im Frühjahr 2017. Damit sofort nach der Schneeschmelze begonnen werden kann, wurden im Herbst 2016 bereits Vorarbeiten erledigt. Dabei handelte es sich unter anderem um die im UVP-Bescheid vorgeschriebenen Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen zur Sicherung der Lebensräume für das Auer- und Birkwild. Parallel dazu werden bereits die Detailplanungen durchgeführt und die Ausschreibungsunterlagen vorbereitet. Die größten Baumaßnahmen werden in den Sommermonaten 2017 und 2018 stattfinden. Im Dezember 2018 wird die neue Schlossalmbahn in Betrieb gehen.

Bilder: © Gasteiner Bergbahnen/Innerhofer





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