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seilbahn.net | Themenbereiche | Wirtschaft | 2017-04-18

Corvatsch AG: Auf Verlustjahr folgt ein besserer Winter

Wie sich Investitionen in die maschinelle Beschneiung lohnen, zeigen die letzten zwei Winter am Corvatsch, die beide ausserordentlich schneearm waren. Während dies im Winter 2015/16 zu einem Rekordverlust führte, liegen die Umsätze im laufenden Winter im langjährigen Durchschnitt.

Das Geschäftsjahr 2015/16 der Corvatsch AG geht mit einem Jahresverlust von 2.8 Millionen Franken als ein denkwürdig schlechtes in die Geschichte ein. Grund ist der extrem schneearme Winter, der einen grossen Umsatzrückgang verursacht hat – dies vor allem während der Weihnachts- und Neujahrswoche, als praktisch kein Naturschnee lag und darum nur ein eingeschränktes Schneesportangebot zur Verfügung stand.

Guter Sommer rettet schlechten Winter nicht

Der Ertrag aus dem Gästetransport – die wichtigste Einnahmequelle der Corvatsch AG – brach im Winter 2015/16 um 34 Prozent ein. Positiv verlief der Sommer 2016 mit einem Umsatzplus von 32 Prozent. Doch auch ein sehr guter Sommer kann einen schlechten Winter nicht retten; der Ertrag aus dem Gästetransport ging insgesamt um 25 Prozent zurück. Und wenn die Gäste am Berg fehlen, dann büsst auch die Gastronomie ein. In diesem Geschäftsfeld musste die Corvatsch AG einen Umsatzrückgang von 13.4 Prozent in Kauf nehmen.

Positiver Winter 2016/17 dank neuer Schneeanlage

Im sonnigen Sommer 2016 waren nicht nur viele Gäste am Berg, sondern auch viele Bauarbeiter. Diese haben die neue Sesselbahn Curtinella gebaut und die Schneeanlage mit 44 neuen Schneeerzeugern erweitert – Investitionen, die sich gelohnt haben. Denn obwohl der Winter 2016/17 wettermässig noch schneeärmer verlief als der Vorwinter, sind die Gästezahlen gut und liegen im langjährigen Durchschnitt. Dies ist zum grossen Teil der Erweiterung der Schneeanlage und dem grossen Einsatz der Mitarbeiter zu verdanken, die von Beginn weg ein super Pistenangebot bereitstellen konnten. Rückblickend war es ein weiser Entscheid des Verwaltungsrates, das Investitionsprogramm trotz des grossen Verlustes aus dem Winter 2015/16 planmässig durchzuziehen.

Weitere Investitionen in die Beschneiung sind nötig

Dennoch sind weitere Investitionen in die Schneeanlage notwendig. Optimierungsbedarf besteht vor allem beim Wasserzufluss. Um effizient zu beschneien, braucht es in kurzer Zeit möglichst viel Wasser. Im Vordergrund steht ein Projekt, das Wasser aus dem Silvaplanersee beziehen will. Erste Abklärungen wurden bereits getroffen.

Neue Verbindungspiste verzögert sich

Auch die Vorbereitungsarbeiten für den Bau einer Verbindungspiste, die eine durchgehende Abfahrt vom Corvatsch-Gipfel bis ins Tal ermöglicht, sind am Laufen. Diese dauern aber länger als erwartet, denn die Behörden verlangen weitere und kostspielige Umweltschutzberichte. Ausserdem treibt die Corvatsch AG das Hotelprojekt an der Talstation Furtschellas weiter voran. Damit verbunden sind auch neue Kabinen für die Pendelbahn Sils-Furtschellas.

Neuer Partner für die Corvatsch AG

Im Sommer 2017 erfolgt eine grosse Veränderung in der Oberengadiner Bergbahnbranche: Die Anlagen auf Diavolezza-Lagalb und die Anlagen auf Piz Nair wechseln die Besitzer. Die künftige Diavolezza Lagalb AG wird damit zum Partnerunternehmen der Corvatsch AG. Für die Aktionäre hat dies keine Veränderungen zur Folge, denn die Diavolezza Lagalb AG wird als eigenständige Gesellschaft mit Sitz in Pontresina geführt.

Letzte GV der AG Luftseilbahn Corviglia-Piz Nair

Ebenfalls am 21. April 2017 findet die „letzte“ GV der AG Luftseilbahn Corviglia-Piz Nair statt. Mit 4‘214 Franken kann im Geschäftsjahr 2015/16 ein kleiner Gewinn ausgewiesen werden. Die Aktionäre befinden zudem über zwei Kapitalerhöhungen von insgesamt 2.3 Millionen Franken sowie über die Umfirmierung der AG Luftseilbahn Corviglia-Piz Nair in die Diavolezza Lagalb AG und die Sitzverlegung nach Pontresina. Zudem wählen sie einen neuen und erweiterten Verwaltungsrat.

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