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seilbahn.net | Themenbereiche | Wirtschaft | 2017-09-08

Lenzerheide Bergbahnen: Geschäftsbericht 2016/17

Gut gerüstet dank zahlreichen Investitionen

Die Lenzerheide Bergbahnen AG (LBB AG) blickt auf ein erneut schwieriges Geschäftsjahr zurück. Trotz einem weiteren Rekordsommer verzeichnet die LBB AG im Geschäftsjahr 2016/17 einen Rückgang beim Verkehrsertrag von 1.5%. Der EBITDA liegt mit CHF 7‘693‘426 auf einem Rekordtief. Dank der grossen Investionsphase der letzten Jahre blicken die Verantwortlichen dennoch positiv in Richtung Zukunft.

Es ist leider ein bereits bekanntes Bild: Nach einem weiteren Rekordsommer 2016 blicken die Lenzerheide Bergbahnen AG (LBB AG) nach einer erneut herausfordenden Wintersaison auf ein insgesamt durchzogenes Geschäftsjahr 2016/17 zurück. Während in den Sommermonaten die warmen Temperaturen und das teils langanhaltende Sommerwetter zahlreiche Biker und Wanderer auf die Berge lockte, war der Winter geprägt von fehlendem Naturschnee und dem zu frühen Wärmeinbruch Mitte März. 

Erneute Steigerung im Sommergeschäft

Getrennt betrachtet überzeugt die Entwicklung im Sommergeschäft deutlich. Die Rekordzahlen aus dem Vorjahr konnten erneut übertroffen werden. Der Verkehrsertrag im Sommer 2016 stieg mit CHF 1‘576‘675 um 2.4%. «Die stetige Steigerung im Sommergeschäft zeigt, dass die Ferienregion Lenzerheide mit der Fokussierung auf den Bikesport vor Jahren einen erfolgreichen Fixpunkt gesetzt hat. Auch wenn der Sommer nach wie vor nur 7% des Jahresumsatzes ausmacht, stimmt uns die Entwicklung sehr positiv» betont Peter Engler, CEO der LBB AG. Neben dem weiteren Ausbau des Bikeangebots will die LBB AG weiterhin auch die Geschäftsfelder Wandern und Familien ausbauen.

Höhere Kosten für Beschneiung und Pistenpräparation

Nach dem bereits schneearmen Vorjahr fehlte auch im Winter 2016/17 bis Mitte Januar der  Naturschnee. Dank dem umfangreichen, zielgerichteten Ausbau und Einsatz der Beschneiungsanlagen konnte dennoch am 23. Dezember 2016, pünktlich auf den Beginn der Feiertage, ein zusammenhängendes Schneesportgebiet von Churwalden bis zum Piz Scalottas und zum Bahnhof Arosa präsentiert werden. Der Ausbau der Beschneiungsanlagen bedeutet allerdings nicht nur mehr Schneesicherheit für Arosa Lenzerheide, sondern auch höhere Kosten, welche sich entsprechend im Personal- und Sachaufwand niedergeschlagen haben. 

Der fehlende Naturschnee und die damit nicht vorhandene Winterstimmung ist zudem mit einem deutlichen Rückgang an Tagesgästen verbunden. Mit dem frühen Frühlingseinbruch ab Mitte März 2017 konnten die Einbussen von Weihnachten/Neujahr bis zum Ende der Wintersaison nicht mehr eingeholt werden. Während Lenzerheide einen attraktiven Einstiegspunkt für den wetterabhängingen und damit schwer kalkulierbaren Tagesgast bildet, profitiert Arosa insbesondere von Aufenthaltsgästen.

Am Ende der Wintersaison 2016/17 verzeichnete das Schneesportgebiet Arosa Lenzerheide rund 1‘154‘000 Ersteintritte, was einer Zunahme von 0.4% entspricht. Der Verkehrsertrag der LBB AG im Winter 2016/17 sank allerdings auf CHF 20‘824‘399. Gemeinsam mit dem geringeren Pachtertrag Gastronomie, aufgrund von veränderten Kriterien beim Pachtzins, und dem erhöhten Aufwand für die Beschnneiung und Pistenpräparation verzeichnet die LBB AG im Geschäftsjahr 2016/17 ein EBITDA von CHF 7‘693‘426. Dieser ist mit einem Rückgang von CHF 516‘387 gegenüber dem Vorjahr auf einem Rekordtief. 

Gut gerüstet für die Herausforderungen

Mit dem Bau der Mottahütte im Sommer 2017 ist die grosse Investitionsphase abgeschlossen. In den letzten zehn Jahren hat die LBB AG insgesamt CHF 140 Mio. in neue Bahnanlagen, die Beschneiung und Restauration investiert. Diese Neuerungen haben Arosa Lenzerheide zu einem der modernsten Schneesportgebiete der Schweiz gemacht. Ein Status der sich auch bei der Positionierung der verschiedenen Leistungsträger im Tal bezahlt macht. Christoph Suenderhauf, Verwaltungsratspräsident der LBB AG, sieht den Betrieb der Bergbahnen denn auch als «Service Public» an der gesamten Destination. Ein Service, der inzwischen einen hohen Preis trägt.

Bereits zum zweiten Mal in Folge musste die LBB AG mit einem Verlust von CHF 2.1 Mio. ein negatives Jahresergebnis schreiben. Neben der Erhöhung der Einnahmen, gilt es auch Ausgaben zu senken. Für Christoph Suenderhauf ist dies aber fast nur über Leistungsabbau – was aktuell keine Option darstelle - oder über eine Entlastung bei den Abgaben und Baurechtszinsen möglich. «Dabei geht es nicht um Subventionen oder öffentliche Beiträge, sondern lediglich um eine Befreiung betriebsfremder Beiträge und eine angemessene Abgeltung gemeinnützlicher Leistungen» wie Suenderhauf prezisiert.

Gemäss Christoph Suenderhauf haben die «schwierigen letzten Jahre die LBB AG zwar nicht in Not-, jedoch in Schieflage gebracht». Dennoch blicken die Verantwortlichen positiv in die Zukunft. «Mit der modernen Infrastruktur und hoch motivierten Mitarbeitenden sind wir für die bevorstehenden Herausforderungen gut gerüstet» ist auch Peter Engler überzeugt. 


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