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seilbahn.net | Themenbereiche | Wirtschaft | 2017-09-22

Salzburger Seilbahntagung in St. Johann

Seilbahnwirtschaft investiert kräftig

Salzburgs Seilbahnunternehmen investieren für die heurige Wintersaison 100 Mill. € in neue Anlagen, Komfortverbesserungen und effiziente Beschneiung.

„Die vergangene Wintersaison hatte einige Höhen und Tiefen für die Seilbahnwirtschaft. Die Feiertagslage an Weihnachten, der späte Ostertermin und die Wettersituation waren eine Herausforderung für die Branche.“ Dieses Resümee über den Winter 2016/17 zog der Obmann der Fachgruppe Seilbahnen in der WKS, KommR Ferdinand Eder, bei der Fachgruppentagung in St. Johann.

Jetzt stehe der nächste Winter vor der Tür und die Branche sei dafür gut gerüstet, sagte Eder. Laut einer Umfrage der Fachgruppe werden Salzburgs Seilbahn- und Liftbetreiber für die Saison 2017/18 insgesamt 100 Mill. € investieren. Zählt man die Investitionen der vergangenen zehn Jahre zusammen, ergeben sich mehr als 1,2 Mrd. €, die die Seilbahnwirtschaft für Modernisierungen und Verbesserungen aufgewendet hat.

Größe und Angebot entscheidend 

2017/18 fließen 45 Mill. € in den Neubau und die Komfortoptimierung von Seilbahnen und Liftanlagen. In Zukunft gehe die Entwicklung laut Eder weiter in die Schaffung von Großskiräumen, dort, wo es topografisch Sinn ergibt, „weil es die Kunden wünschen. Der Wintergast entscheidet über den Ort seines Urlaubs sehr stark nach der Größe des Skigebiets, auch wenn er es dann möglicherweise gar nicht in Anspruch nimmt.“ 

Auf hohem Niveau bewegen sich daher auch die Investitionen für die technische Beschneiung. Sie liegen für die Saison 2017/18 bei 35 Mill. €. Der auf Salzburgs Pisten produzierte technische Schnee gehorcht dabei dem „Reinheitsgebot“, dem sich die Pistenbetreiber verpflichtet haben: Nur Wasser und Luft werden verwendet. Insgesamt werden 85% der rund 4.700 Hektar an Skipisten im Land Salzburg technisch beschneit. Weitere 20 Mill. € fließen heuer in Parkplätze, Pistengeräte, Service- und Gastronomieeinrichtungen.  

Sommerbetrieb sichert Umsätze

Das Konzept der „Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen“, eine Initiative der österreichischen Seilbahnbranche zur Belebung des Bergsommers, geht auf. 51 Betriebe haben sich österreichweit dazu entschlossen, den Seilbahnbetrieb im Sommer mit attraktiven Angeboten am Berg – vom Spielspaß für Familien bis zur Kultur – zu kombinieren. Qualitätschecks sichern das Niveau des Angebots. In Salzburg machen zehn Bergbahnen mit 13 Themenbergen und 14 Spezialisierungen mit.

„Wir verzeichnen bei den Sommer-Bergbahnen eine sehr gute Entwicklung“, berichtet Eder. Zwar ist das Winterangebot naturgemäß viel stärker, man habe aber in relativ kurzer Zeit einen Umsatzanteil von 15% im Sommer erreicht – mit Tendenz nach oben. „Das gleicht das Winterrisiko ein wenig aus“, erklärt Eder.   

Moderat und mit Augenmaß

Zur jedes Jahr aufflammenden Diskussion über die Preise für Liftkarten sagte Eder, dass die Preise im kommenden Winter „sehr moderat und mit Augenmaß“ angepasst würden. Die durchschnittliche Preissteigerung soll zwischen 1,5 und 2,5% liegen.

„Die hohen Ansprüche der Gäste können nur von wirtschaftlich gesunden Unternehmen erfüllt werden und der Preis ist letztlich Ausdruck der Qualität und Attraktivität eines Skigebietes“, stellte Eder fest. Er verwies aber auch darauf, dass Skifahren zu günstigen Preisen sehr wohl möglich ist. „Die Seilbahnen bieten z. B. Sonderangebote und spezielle Preise für Familien und Einheimische an, aber auch  Kinder- und Jugendaktionen wie den Juniors Weekend Discount oder Power of Zehn, und Sonderaktionen an bestimmten Tagen an.“ Diese „Skizuckerl“ sind über www.superskicard.com abrufbar.    

Unterstützung für kleine Skigebiete

Gemeinsam mit dem Land Salzburg unterstützt die Seilbahnwirtschaft auch 2017/18 wieder Kleinstliftbetreiber aus dem von den beiden Partnern eingerichteten Unterstützungsfonds.

Die finanzielle Hilfe soll zum Erhalt kleiner Liftanlagen beitragen. Dadurch soll vor allem Kindern und Jugendlichen der Zugang zum Wintersport im Nahbereich ihres Wohnortes ermöglicht bzw. erleichtert werden. Der Zuschuss ist mit maximal 10.000 € je Skiliftunternehmen begrenzt, heuer werden insgesamt 100.000 € zur Verfügung gestellt. Die Aktion ist auch für 2018 bereits wieder fixiert. 

Karriere am Berg

Stolz ist man in der Salzburger Seilbahnwirtschaft auf die Berufsschule in Hallein, die sich als Ausbildungszentrum für angehende Seilbahntechniker im ganzen Alpenraum profilieren konnte. Mittlerweile werden auch Lehrlinge aus Südtirol und Bayern nach Hallein geschickt. „Wir können unsere Fachkräfte, die wir brauchen, selbst ausbilden und haben im Großen und Ganzen kein Nachwuchsproblem“, betont Eder. Heuer fangen 44 Lehrlinge die Lehre an, insgesamt sind derzeit 190 Seilbahntechniker in 75 Betrieben in Ausbildung. Der Lehrberuf Seilbahntechniker erhält eine zusätzliche Aufwertung durch die heurige Einführung der vierjährigen Doppellehre mit Elektrotechnik. 

Salzburgs Seilbahnwirtschaft in Zahlen – Winter 2017/18 

Angebot:

52 Skigebiete (ohne Kleinstskigebiete mit Schleppliften)

·         rund 4.700 Hektar Skipisten (nur 0,65% der Salzburger Landesfläche), davon sind etwa 85% technisch beschneibar

·         424 Seilbahn- und Liftanlagen (84 Seilbahnen, 157 Sesselbahnen, 1 Einsessellift,  179 Schlepplifte, 3 Förderbänder)

·         120 Speicherteiche mit rund 5 Millionen Kubikmeter Wasserinhalt 

Investitionen:

Für die kommende Wintersaison haben Salzburgs Seilbahnunternehmen Investitionen in der Höhe von etwa 100 Mill. € geplant bzw. schon durchgeführt (Vorjahr: 125 Mio. €).

Davon 

·         45 Mill. € für Qualität und Komfort der Seilbahn- und Liftanlagen

·         35 Mill. € für Erhöhung der Schneesicherheit (Beschneiungsgeräte, Speicherteiche)

·         20 Mill. € für Pisten, Parkplätze, Pistengeräte und Serviceeinrichtungen

Beschäftigte:

Salzburgs Seilbahnunternehmen beschäftigen

·         2.000 ganzjährige Mitarbeiter

·         im Winter durchschnittlich 4.500 Personen







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