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seilbahn.net | Themenbereiche | Wirtschaft | 2017-10-06

Generalversammlung der Lenzerheide Bergbahnen: Einsparungen ohne Leistungsabbau

Die Lenzerheide Bergbahnen AG (LBB AG) blickte an der heutigen Generalversammlung auf ein schwieriges Geschäftsjahr 2016/17 zurück. In der bevorstehenden Konsolidierungsphase sollen sowohl Potentiale für Einsparungen ausgeschöpft sowie neue Einnahmequellen geschaffen werden. Im Zentrum stehen die Reduktion betriebsfremder Beiträge sowie der Aufbau einer zielgerichteten Verkaufs- und Vertriebsorganisation.

Es ist leider bereits zum zweiten Mal das gleiche Bild, welches CEO Peter Engler an der heutigen Generalversammlung der Lenzerheide Bergbahnen AG (LBB AG) präsentierte. Nach einer erneut herausfordenden Wintersaison blickt die LBB AG trotz dem Rekordsommer 2016 auf ein durchzogenes Geschäftsjahr 2016/17 zurück. Während der Verkehrsertrag im Sommer 2016 mit CHF 1‘576‘675 um 2.4% stieg, sank er im Winter 2016/17 um 1.7% auf CHF 20‘824‘399. Gemeinsam mit dem geringeren Pachtertrag Gastronomie und dem erhöhten Aufwand für die Beschnneiung und Pistenpräparation verzeichnet die LBB AG im Geschäftsjahr 2016/17 ein EBITDA von CHF 7‘693‘426. Dieser ist mit einem Rückgang von CHF 516‘387 gegenüber dem Vorjahr auf einem Rekordtief.

Einsparungen ohne Einschränkungen für den Gast

Verwaltungsratspräsident Christoph Suenderhauf brachte es während seiner Rede vor den versammelten Aktionären auf den Punkt: «Die Ausgaben werden immer mehr und die Einnahmen schmelzen wie Butter auf einem heissen Stein». Mögliche Lösungsansätze werden gemäss Christoph Suenderhauf bereits intensiv diskutiert. Denn das Hoffen auf einen «normalen» Winter ist keine Option. Ein Leistungsabbau beim Pistenangebot steht ebenfalls ausser Frage. Vielmehr setzen die Verantwortlichen den Fokus auf Einsparungen ohne unmittelbaren Einfluss auf das Schneesporterlebnis des Gastes vor Ort.  

Gemäss Christoph Suenderhauf ist die Reduktion der betriebsfremden Beiträge in Form von Baurechtszinsen, Durchleitungsrechten oder Beiträge an den Sportbus ein möglicher Hebel. Neben tieferen Ausgaben setzt die LBB AG aber auch auf mehr Einnahmen. In diesem Zusammenhang wurde Ariane Ehrat im August 2017 mit der Ausarbeitung eines Verkaufs- und Vertriebskonzepts beauftragt. Gemeinsam mit der Arosa Bergbahnen AG will die LBB AG das Produkt «Berg» bewusst verkaufen, mehr Ersteintritte generieren und zufalls- oder eben wetterunabhängiger werden. Erste Ergebnisse und Entscheide sollen per Ende Oktober 2017 präsentiert, respektive getroffen werden.

First Minute Deal lanciert

Eine erste Neuerung auf die Wintersaison 2017/18 konnte Peter Engler bereits präsentieren. Unter dem Slogan «First Minute Deal» lancieren die beiden Bergbahnunternehmen von Arosa Lenzerheide ein neues, dynamisches Online-Ticketsystem. Ab Montag, 13. November 2017, können Schneesporttickets online unter lenzerheide.com/ticketshop gebucht werden. Der Clou: Je früher der Gast sein Schneesportticket für einen spezifischen Tag bucht, desto besser sein Deal. Für einmal stehen also nicht die Kurzentschlossenen im Fokus, sondern die First Minute Dealer, welche einen Schneesporttag mit Freunden frühzeitig planen, oder ihr Schneesportticket zu den gebuchten Winterferien gleich dazu buchen möchten.

Die hinterlegten Tarife, respektive Rabattstufen variieren je nach Wochentag oder Saison, sind aber in ihrer Menge fixiert. Heisst also: Je mehr Tickets für den jeweiligen Tag bereits verkauft wurden, desto tiefer ist der Rabatt. «Der Gast sieht genau, wie viele Tickets zum aktuell besten Deal noch verfügbar sind. Anders als bei den bekannten Systemen der Fluggesellschaften oder dem neuen Preismodell von Ticketcorner, sinkt der Preis für ein bestimmtes Ticket nicht weiter. Der Gast hat so einen fairen Deal für seine frühe Buchung» betont Peter Engler. Erhältlich sind Tageskarten, Mehrtageskarten bis 14 Tage sowie 4 Stundenkarten. Die günstigsten Angebote finden die Schneesportler gemäss Peter Engler übrigens an Werktagen und ausserhalb der Hauptferienzeit.

Konsolidierungsphase ohne grössere Neubauprojekte

In den letzten zehn Jahren investierte die LBB AG rund CHF 140 Mio. in neue Bahnanlagen, die Beschneiung und Restauration. Diese bewusste Investitionsstrategie hat Arosa Lenzerheide zu einem der modernsten Schneesportgebiete der Schweiz gemacht und für die gesamte Destination einen relevanten Wettbewerbsvorteil geschaffen. 

Bezüglich weiterer Investitionen in die Infrastruktur sprach Christoph Suenderhauf an der heutigen Generalversammlung deutliche Worte: «Natürlich ist uns bewusst, dass da und dort noch Bedürfnisse bestehen. Weitere Ausgaben für neue Anlagen sind allerdings erst wieder möglich, wenn wir unseren Verpflichtungen gegenüber den Banken wieder nachkommen». Somit beginnt für die LBB AG eine intensive Konsoldierungsphase ohne grössere Neubauprojekte. Dennoch werden die notwendigen Konzessionserneuerungen der Sesselbahnen Lavoz, Cumascheals, Stätzertäli und Weisshorn Speed in den kommenden drei Jahren Investitionen in Millionenhöhe fordern.

Neubau der Mottahütte im Zeitplan

Der Neubau der Mottahütte ist somit das vorerst letzte grosse Neubauprojekt der LBB AG. Dieses befindet sich trotz der erst nach den vorhandenen Baubewilligungen erhaltenen Gefahrenkarte des Amt für Naturgefahren, und der damit verbundenen Auflage zum Bau eines Lawinenablenkdamms, im Zeitplan. Auch das Kostendach von CHF 7.6 Mio. kann voraussichtlich eingehalten werden. Nicht zuletzt dank dem grossen Effort der beteiligten Unternehmen, welche mehrheitlich aus der Region, respektive dem Kanton Graubünden stammen. Die offizielle Eröffnung ist für Samstag, 9. Dezember 2017 geplant.

Verwaltungsrat mit neu 10 Personen

Neben den Informationen zum Geschäftsjahr 2016/17 und den aktuellen Projekten der LBB AG stand die Wahl des Verwaltungsrates im Zentrum der heutigen Generalversammlung. Die Aktionärinnen und Aktionären folgten dabei dem Antrag des Verwaltungsrates und besetzten den Verwaltungsrat der LBB AG neu mit 10 Personen. Armin Margreth verzichtete bereits im Vorfeld zur Generalversammlung, entgegen der Ankündigung in der Einladung, auf eine Wiederwahl. Als Verwaltungsratspräsident wurde Christoph Suenderhauf wiedergewählt. 

Als freie Mitglieder wurden Marcus Lenz, Thomas Vogt und Remo Stoffel bestätigt sowie Aron Moser neu gewählt. Bei der Wahl der Pflichtmandate wurde Christoph Brasser als Vertreter der Alpgenossenschaft Churwalden ebenfalls bestätigt. Die weiteren Pflichtmandate – Bürgergemeinde Vaz/Obervaz, Politische Gemeinde Vaz/Obervaz, Gemeinde Churwalden und Bürgergemeinde Arosa – wurden bereits per Delegation bestimmt. Hans Orsatti (bisher), Sascha Ginesta (neu), Margrith Raschein (bisher) und Stephan Beez (neu) kompletieren damit den 10-köpfigen Verwaltungsrat der LBB AG.

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