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seilbahn.net | Themenbereiche | Wirtschaft | 2018-04-26

Österreichische Seilbahntagung Zell am See

Hörl: „Traumwinter für Seilbahnen auch in Zahlen bestätigt – Sommerangebot wächst weiter!“

Erfolgreiche Fortsetzung nachhaltiger Investitionen, fünf neue Mitglieder für "Beste österreichische Sommer-Bergbahnen"

Viel Grund für Zufriedenheit gibt es für Franz Hörl, Obmann des Fachverbandes der Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich, mit Blick auf die abgelaufene Wintersaison 2017/18 im Rahmen der österreichischen Seilbahntagung in Zell am See. "Insgesamt gehen wir davon aus, dass die heurige Saison neue Rekorde in Sachen Ersteintritte und Umsatz gebracht hat. Damit beweist die Branche einmal mehr ihre Attraktivität für Kundinnen und Kunden und sorgt für dringend benötigte Wertschöpfung in den ländlichen und alpinen Regionen des Landes.“ Das Zusammenspiel aus optimalen äußeren Bedingungen und perfekten Investitionen der Unternehmen in Qualität, Komfort und Angebotsvielfalt war in diesem Winter perfekt, keinesfalls jedoch eine Ausnahmeerscheinung: "Denn schon die vergangenen Jahre haben eines – aus im internationalen Vergleich – gezeigt: Österreich ist angesagter denn je – der Hotspot des Wintersports wird von Saison zu Saison noch attraktiver!“

Mit Blick in die Bundesländer lässt sich bereits vor der Auswertung der finalen Zahlen ein positives Resümee ziehen. In Niederösterreich freut man sich über einen Rekordwinter mit mehr als 500.000 Besuchern – ein Plus von sieben Prozent gegenüber dem Vorwinter. Topwerte meldet man auch aus Tirol: Die aktuellen Zahlen zeigen ein Plus bei der Zahl der Skifahrer (Skier Days) um elf Prozent und diese sind damit auf rund 27,5 Millionen gestiegen, der Umsatz nahm um 14 Prozent auf ca. 760 Mio. Euro zu. Wie in Tirol wurde auch in Kärnten die Saison mancherorts verlängert, man erwartet das beste Ergebnis seit Jahren mit einer Umsatzsteigerung im zweistelligen Bereich. Auch Oberösterreich profitiert von den optimalen Bedingungen und bilanziert aktuell Steigerungen bei Betriebstagen, Besucherzahlen und Nächtigungsgästen. Die steirischen Seilbahnen schließen die Wintersaison mit deutlichem Plus bei Umsatz und Beförderungen ab. 4 Mio. Zufriedene Gäste und eine Umsatzsteigerung von 10% auf 105 Mio. Euro lassen die Steirer jubeln. In Vorarlberg ist der Winterumsatz aus Personenbeförderungen bis Ende März um durchschnittlich 6,3 Prozent gestiegen, auf alle Skigebiete bezogen stieg der Anteil der Betriebstage von 86 Prozent auf 93 Prozent. Und auch in Salzburg rechnet man über alle Skigebiete hinweg (hochgelegene und kleinere niedrigere) derzeit mit einem Plus von 3% bei den Ersteintritten und von 5-6% bei den Umsatzerlösen.

"Besonders erfreulich ist, dass in diesem Winter vor allem die niedriger gelegeneren Skigebiete überdurchschnittlich von den guten Ergebnissen profitieren konnten. Das zeigt auch, dass diese unverändert gut angenommen werden und einen wichtigen Teil des Gesamtangebotes in Österreich darstellen“, so Hörl, der den Unternehmerinnen und Unternehmern für die erfolgreiche Saison dankt. "Sie gehen sorgsam mit ihren Ressourcen um, sind meist lokal und regional verwurzelt und haben demnach ein hohes Verantwortungsbewusstsein gegenüber der eigenen Region und den dort lebenden Menschen. Sie wirtschaften nachhaltig, langfristig und sorgsam und sorgen damit für regionale Wertschöpfung, auch für andere Branchen. Nicht zuletzt zeigen sie durch ihre Arbeit und die daraus entstehenden Angebote, dass sie echte Profis sind, den Markt kennen und wissen, was ein Skigast von heute fordert!“

Sachliches Vorgehen gegen Mythen und fragwürdige Studien

Für den Geschäftsführer des Fachverbandes der Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich, Dr. Erik Wolf, sei es – "neben der täglich hervorragenden Arbeit der Unternehmen vor Ort“ – wichtig, als Verband Bewusstsein für die Branche zu schaffen und Fakten in der Öffentlichkeit darzulegen.

Im Laufe der vergangenen Wintersaison war dies vor allem bei zwei Anlassfällen wichtig. „Mit der Studie über den Albedo-Effekt haben Wissenschaftler des Joanneum-Research Zentrums für Klima, Energie und Gesellschaft (LIFE) eine neue Facette in die Diskussion rund um die technische Beschneiung eingebracht. Diese kam zum Schluss, dass der abkühlende Effekt des Kunstschnees den Ausstoß von Emissionen, der bei der Erzeugung von Kunstschnee entsteht, aufhebt. Dies ist ein wichtiger sachlicher Aspekt in einer massiv ideologisch geprägten Diskussion“, so Wolf, der darauf verweist, dass Österreich mit einem Anteil von knapp 90 Prozent an erneuerbarer Energie auch im internationalen Vergleich ein echter „Nachhaltigkeits-Weltmeister“ sei.

"Leider kommt es auch immer wieder vor, dass sehr schnell und unreflektiert gegen die Branche geschossen wird. Dann sind wir als Verband gefordert, sachlich aufzuklären und vor allem klarzustellen. Beispiel dafür ist die Öko-Fußabdruck-Studie von Skigebieten von Alfred Ringler. Dieser fand umgehend reißenden Absatz bei Medien und Umweltverbänden – brachte jedoch ein völlig falsches Ergebnis“, erklärte Wolf weiter. Hier habe man Univ.-Prof. Ulrike Pröbstl-Haider als ausgewiesene Expertin der BOKU beauftragt, die Studie zu analysieren. 

Das Ergebnis:Es konnte belegt werden, dass die Erfassung der ökologischen Auswirkungen von ca. 1.000 Skigebieten einer wissenschaftlichen Analyse nicht standhält. Dafür sind vor allem die groben Mängel bei der Datenerfassung und Bewertung verantwortlich. So haben die methodischen Defizite aus Sicht der Wissenschaftlerin zu zahlreichen Fehlern geführt. So wurden aufgrund der fehleranfälligen Analyse von Luftbildern etwa Speicherseen für die technische Beschneiung bewertet, die gar keine sind oder Rodungen für die Skigebietsentwicklung kritisiert, die sich als Windwurf herausstellten. "Wir sind als Verband und Branche durchaus kritikfähig, werden uns aber auch in Zukunft mit allen sachlichen Mitteln gegen ungerechtfertigte Angriffe wehren. Denn diese schaden nicht nur dem Ruf unserer Unternehmen, sondern vermitteln auch dem Gast ein völlig verfälschtes Bild“, kritisiert Wolf.

Sommerangebot der Seilbahnen wächst weiter

Der Trend der vergangenen Jahre zu einem stärkeren Seilbahnsommer wird sich auch in diesem Jahr fortsetzen. "Der Anteil am Gesamtumsatz liegt bereits bei ca. 10 Prozent und bringt gleich mehrere Vorteile – in touristischer Sicht wie auch mit Blick auf die Beschäftigungsqualität durch den damit ausgelösten Anstieg der Ganzjahresarbeitsplätze“, so Wolf. Damit etablieren sich die Seilbahnen auch im Sommertourismus immer stärker als wichtiges Angebotsplus. „Unsere Berge werden barrierefreier und damit für noch mehr Menschen erreichbar. Zudem entstehen auf Investition der Seilbahnen zahlreiche attraktive Angebote, die unsere Bergwelt noch unterhaltsamer, spannender und vielfältiger erlebbar machen“, verweist Wolf auf das Gütesiegel „Beste österreichische Sommer-Bergbahnen“. In diesem Jahr begrüßt man mit dem Hochkar in Niederösterreich, den Bergbahnen Lofer in Salzburg, der Madritschen Seilbahn in Kärnten, den Muttereralmbahnen in Tirol und der Schladminger Planai in der Steiermark fünf neue Mitglieder. Somit steht 2018 ein Angebot von 76 Erlebnisbergen und beteiligten 65 Unternehmen zur Verfügung.

"Schmitten-Jubiläum" zeigt Entwicklung der Branche

Dr. Erich Egger, Vorstand der Schmittenhöhebahn AG, betonte zum 90-jährigen Jubiläum des Skigebiets die Bedeutung der Seilbahnen für die Region im Pinzgau. Am Beginn gab es eine Seilbahn auf die Schmittenhöhe mit einer Förderkapazität von 92 Personen pro Stunde. Heute sind es insgesamt 27 Seilbahn- und Liftanlagen und damit können über 1 Million Gäste am Berg begrüßt werden. Der areitXpress selbst befördert 3.600 Personen pro Stunde in das beliebte Salzburger Skigebiet.

Da wird sichtbar, dass die Branche in Österreich es immer verstanden hat, mit der Zeit zu gehen und dieser manchmal sogar voraus zu sein“, so Egger. Neben Investitionen in die Infrastruktur – Ende 2017 startete der Betrieb des neuen areitXpress – setzt man auch in Zell am See auf den immer stärker werdenden Sommer. Mit der neuen 365-Tageskarte für unser Skigebiet, das Kitzsteinhorn und Saalbach-Hinterglemm-Leogang-Fieberbrunn schenken wir dem ganzjährigen Betrieb zusätzliche Aufmerksamkeit. Und das ist nicht nur touristisch gescheit, sondern auch betriebswirtschaftlich“, erklärt Egger. Schließlich konnte man in den vergangenen zehn Jahren den Ertrag im Sommer um 76 Prozent steigern. Die Nächtigungen stiegen im gleichen Zeitraum um rund 45 Prozent.

Derzeit beträgt der Anteil des Sommergeschäfts der drei Skigebiete zwischen 5 und 16 Prozent. "Die Zahlen zeigen, dass wir als Branche hier am richtigen Weg sind. Daher braucht es auch in Zukunft Investitionen, die unser Angebot wettbewerbsfähig erhalten und den Menschen in den Regionen noch mehr Möglichkeiten zur Beschäftigung bieten. Das ist die beste Standortgarantie, die man für den ländlichen und alpinen Raum leisten kann!“











Bildergallerie / Bautagebuch:

Bilder Fachverband der Seilbahnen






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