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seilbahn.net | Themenbereiche | Wirtschaft | 2018-07-03

Die Seilbahnen Österreichs 2017/18: Struktur, Entwicklung, Effekte

Bearbeitung
Prof. Dr. Volker Fleischhacker
Institut für touristische Raumplanung
itr.institut@aon.at

Österreich gesamt

● In 636 Gemeinden Österreichs (30 % ) sind derzeit mindestens 1 Seilbahn bzw. Schlepplift installiert

● Die Tal-Ausgangspunkte der Schigebiete in diesen Gemeinden sind in einer mittleren Seehöhe von 844 Meter situiert, der Mittelwert der höchsten Punkte in 1 589 Meter, der alpine Schisport kann in den unterschiedlich großen Schigebieten Österreichs in einer mittleren Höhenlage von 1 262 Meter ausgeübt werden

● Im Winter 2017/18 stehen 1.111 Haupt- und Kleinseilbahnen sowie 1.820 Schlepplifte den Wintersportgästen für die Ausübung des Schisports zur Verfügung. Die Pistenfläche beträgt 23.700 ha, die Zahl der Beschäftigten: 17.300.
Gegenüber der Wintersaison 1997/98 hat sich das Angebot der Leiteinrichtung des Wintersporttourismus in Österreich um 10 % oder um 326 Anlagen reduziert, wobei in diesem 20-jährigen Zeitabschnitt die Zahl der Schlepplifte um 543 oder um -30 % verringert und das Angebot der weit komfortableren und leistungsstärkeren/schnelleren Hauptseilbahnen um 217 oder um +24 % vergrößert wurde

● Vier von zehn Haupt- und Kleinseilbahnen stehen derzeit auch für die Gäste in der Sommersaison für alpine Berg- und Bewegungserlebnisse in Betrieb. Mit 18 Mio. Besuchern (Ersteintritte) in den Monaten Mai bis Oktober wird ein Berförderungserlös von 196 Mio. Euro erzielt und damit bereits 15 % des Jahresumsatzes, Tendenz: Steigend

● Die Förderlänge aller 2.931 Anlagen beträgt 2.336 Kilometer (davon entfallen 31,2 % auf Schlepplifte)

● Die angebotenen Höhenmeter: 827.300 Meter, davon 716.000 Meter bei Hpt./Kl. SB ( 86,6 %)

● Pro Stunde können maximal 3,7 Mio. Personen bergwärts befördert werden (Betriebskapazität), davon 40,8 % mit Schleppliften. Im Winter 1997/98 entfielen noch 59,3 % der gesamten Betriebskapazität auf Schleppliftanlagen

● Die höhenbezogene Transportkapazität - PersKm/h (Leistungsfähigkeit bzw. Attraktivität des Seilbahnangebotes; Sachanlagen/Konstruktionsaufwand) aller Anlagen: 1.089.228 PersKm/h, davon entfallen 15,4 % auf die Schlepplifte. Mit rund 46 PersKm/h pro ha Schipiste liegt keine allzu günstige Abstimmung Seilbahnangebot - Pistenfläche vor.

● 64 Prozent der 1.111 Haupt- und Kleinseilbahnen wurden bis zur Wintersaison 2002/03 in Betrieb genommen, sind somit älter als 15 Jahre

● Der Mittelwert der Seehöhe der Talstationen der Haupt- und Kleinseilbahnen liegen bei 1 291 Meter

● Das Angebot an Haupt- und Kleinseilbahnen hat hat sich im Zeitabschnitt 2015/16 - 2017/18 von 1.068 auf 1.111 Anlagen oder um +4,0 % erhöht, die Seibahntransportkapazität (PersKm/h) etwas stärker, nämlich um +4,7 %

● In den letzten zehn Wintersaisonen beförderten die Seilbahnen Österreichs zwischen 554 und 626 Mio. Personen, davon entfallen 26 % bis 28 % auf die Schlepplifte. Pro SB/SL-Beschäftigten werden somit zwischen 32.000 bis 36.200 Personen-Beförderungen im Winter betreut/gemanagt. Zum Vergleich: Die ÖBB beschäftigen derzeit 40.265 Mitarbeiter (inklusive Rail Cargo) und befördern im Bahn- und Busverkehr jährlich 466 Mio. Personen, d.h., rund 11.600 Beförderungen pro Beschäftigten im Gesamtjahr.

● Im Winter 2017/18 (Nov. bis März) wurden 52,3 Mio. Skierdays gezählt (rund 31 % der 171 Mio. Skierdays in den Alpenländern), der hochgerechnete Umsatz betrug 1,39 Mrd. Euro ( +8,1 % gegenüber der Saison 2016/17) (1)

● Pro TK-PersKm/h erlösen die Seilbahnunternehmen im Durchschnitt 2.000 Euro, in den 20 TOP-Wintersport-Destinationen Österreichs mit mit ihren 27 Seilbahnunternehmen werden deutlich mehr erlöst, nämlich fast das Doppelte (2)

● Im Zeitabschnitt Winter 2013/14 bis 2017/18 konnte der Erlös pro TKPersKm/ h um +15,5 % erhöht werden, der Zuwachs der neu installierten TK der Haupt- und Kleinseilbahnen in diesem Zeitraum betrug dagegen weniger als die Hälfte, nämlich +7,2 %

● In den 636 "Seilbahngemeinden" wurden im Winter 2016/17 insgesamt 715.900 Gästebetten angeboten (mit 1.521 PersKm/h pro Winterbett liegt insgesamt eine sehr gute Abstimmung Seilbahnangebot - Winterbetten vor),

● die von 10,77 Mio. Gästen (Ankünfte) in der Wintersaison 2016/17 genutzt wurden und

● 49,84 Mio. Nächte (Übernachtungen) erzielten ( 72,66 % von Österreich). 84 % dieser Nächtigungen werden von Wintergästen aus dem Ausland getätigt, ein deutlich überdurchschnittlich hoher Anteil gegenüber den anderen Alpenländern, was die Internationalität des Wintersporttourismus Österreichs unterstreicht

● Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Wintergäste in den Seilbahngemeinden beträgt 4,6 Tage und ist damit um 2,0 Tage länger als in Gemeinden ohne Seilbahnen/Schlepplifte

● Pro Winter-Gästeankunft 2016/17 wurden 5 Skierdays (3) erzielt

● Die Gästebetten erreichten im Winter 2016/17 eine durchschnittliche Belegsdauer von 70 Tagen (38,4 %). In den 20 TOP Wintersport- Destinationen: 90 Tags (49,3 %), in den Gemeinden ohne Seilbahnen/Schlepplifte waren es dagegen "nur" 52 Belegstage ( 28,5 %).

● Auslastung der Beförderungs-/Betriebskapazitäten des Seilbahnangebotes: Unter der Annahme einer möglichen Zahl von Betriebstagen im Winter 2016/17 (Dezember bis April) von 151 Tagen und täglich 7 Betriebsstunden wurde die maximale Förderleistung der Seilbahnen und Schlepplifte (3,70 Mio. Pers/h) mit den Beförderungsleistungen der Seilbahnen und Schlepplifte in Beziehung gesetzt. Demnach betrug die Kapazitätsauslastung des gesamten Seilbahnangebotes im Winter 15,0 %, wobei die Haupt- und Kleinseilbahnen eine durchschnittliche Auslastung von 18,8 % (Tirol: 20,5 %), die Schlepplifte eine von 7,9 % (Tirol: 11,1 %) erreichten.

● Anlagenbezogene Tagesaufnahmekapazität an Schi-/Snowboardfahrern: Berechnung = TK-PersKm/h x 6 h Betriebszeit : 4.000 Hm Fahrleistung/Tag Die errechnete Angebotskapazität der Seilbahn-/Schleppliftanlagen beträgt bei Vollauslastung 1,63 Mio. Schi-/Snowboardfahrer pro Tag. Bei einer Pistenfläche von insgesamt 23.700 ha resultiert bei Vollauslastung aller Anlagen demnach eine rechnerische Nutzungsintensität von 69 Schi-/Snowboardfahrer pro Hektar.

(1) Diese Umsatzerlöse basieren auf einer "Hochrechnung" einer Wiener MarktforschungsGesmbH. Von einer Grundgesamtheit von 254 Seilbahn-/ Schleppliftunternehmen (Österreich gesamt: 651 aktive Seilbahn- und 610 Schleppliftunternehmen 2015/16 lt. WKÖ !) werden von lediglich 86 gemeldeten Unternehmen Daten (!!!) mit einer "selbstentwickelten" Methode die Österreich- und Bundesländer-Gesamt- bzw. auch zahlreiche nachfragerelevante Teilergebnisse hochgerechnet. Über diese "selbstentwickelte Hochrechnungsmethode" bzw. das -verfahren werden bislang keinerlei Angaben bereitgestellt und Auskünfte erteilt (v.a. Schwankungsbreiten/Vertrauensbereiche für die Werte ?...), was auch auf eine mangelhafte statistische Methodenkompetenz schließen läßt und dadurch die Belastbarkeit/Seriosität dieser jährlich veröffentlichten bzw. verwendeten Branchenergebnisse erheblich mindert.

(2) ITR-Tourismusreport 2/2016 (Umsatzerlöse aus den Bilanzdaten der der Seilbahnunternehmen in den 20 TOP-Wintersport-Destinationen)

(3) Inklusive Schi-Tagesausflugsgäste und Einheimische

Prof. Dr. Volker Fleischhacker
Institut für touristische Raumplanung




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