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seilbahn.net | Themenbereiche | Wirtschaft | 2019-03-14

Neue Wege für die Freiburger Seilbahnen

In einer Zeit, in der ein neuer Investitionszyklus in Aussicht steht, enthüllt der Schlussbericht «Voralpen Vision 2030» die Massnahmen zur Sicherung der Nachhaltigkeit der Freiburger Seilbahnen. Auf der Grundlage von Vorschlägen für objektive Subventionskriterien bestätigt der Bericht die Notwendigkeit einer öffentlichen Unterstützung der Investitionen. Die Fortsetzung der Seilbahntätigkeit hängt daher von der Berücksichtigung der in dieser Analyse enthaltenen Empfehlungen ab.
 
In der Entwicklung der Destinationen der Freiburger Voralpen bilden die Seilbahnen das Rückgrat des Winter- und teilweise Sommertourismus im Kanton. Sie tragen zum Erhalt von Arbeitsplätzen im Mittelgebirge, zur Schaffung eines Hotellerie- und Parahotellerieangebots und zum Bau weiterer Freizeiteinrichtungen bei. Die Freiburger Seilbahngesellschaften (SBG) erwirtschaften jährlich rund 52 Millionen Franken direkten, indirekten und induzierten wirtschaftlichen Nutzen.
 
Im Hinblick auf einen neuen Investitionszyklus ist es notwendig, eine strategische Vision zu definieren, um den Bedarf der SBG in den Freiburger Voralpen zu ermitteln und ihre zukünftige Entwicklung zu sichern. Diese Überlegung findet in einem sozioökonomischen und klimatischen Kontext statt, der speziell für Seilbahnen gilt. Da die Wartung der Anlagen jedoch ohne finanzielle Beteiligung der öffentlichen Hand nicht möglich ist, gab die Volkswirtschaftsdirektion (VWD) 2017 den Anstoss zur Bildung der Arbeitsgruppe «Voralpen Vision 2030».
 
Die Arbeitsgruppe, die sich aus Vertretern des Dachverbands Seilbahnen Freiburger Alpen (SBFA), des Freiburger Tourismusverbands (FTV), der Gesellschaften RMF SA und Télégruyère SA zusammensetzt, hat die Aufgabe, eine zukünftige Politik zur Investitionshilfe zu definieren. Dabei stützt sie sich auf die Expertise von Spezialisten, die für die Untersuchung der Unternehmensführung, der technischen und finanziellen Situation von den SBG, die Durchführung einer Klimastudie sowie einer Produktanalyse, insbesondere für den Mountainbike-Sport, zuständig sind.
 
Als verlässliche Grundlage für zukünftige Entscheidungen enthält der Schlussbericht «Voralpen Vision 2030» eine Reihe von Empfehlungen von Experten und der Arbeitsgruppe.

Analyse der Unternehmensführung, der technischen und finanziellen Situation
Gründung einer gemischtwirtschaftlichen Gesellschaft, die aus der Fusion von RMF SA und Télégruyère SA entsteht
Formalisierung der Funktionsweise der Unternehmensführungsstrukturen und der Strategie der SBG
Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen SBG durch den Verband SBFA
Einführung klarer und synthetischer Reporting, die die Kontrolle der finanziellen Auswirkungen strategischer Entscheidungen ermöglicht
Inventur der zu ersetzenden Anlagen und die damit verbundene Investitionsplanung
Entwicklung von Nebentätigkeiten, die zusätzliche Einnahmen generieren Klimabericht
Notwendigkeit, in technische Beschneiungs-Projekte zu investieren, um den Erhalt der Anlagen
und das Skifahren sicherzustellen
Kontinuierliche Entwicklung der Diversifizierung der Sommeraktivitäten, um die Abhängigkeit
von Winteraktivitäten zu verringern
Nutzung neuer durch den Klimawandel bedingter Chancen Produktanalyse
Erstellung eines globalen Mountainbike-Konzeptes im gesamten Kanton
Schaffung einer kantonalen Koordinierungsstelle ähnlich dem Wanderwegnetz
Entwicklung neuer wertschöpfender Sommer- und Winteraktivitäten zur Diversifizierung des
Angebots
 
Der Schlussbericht «Voralpen Vision 2030» führt auch zum Vorschlag objektiver und realistischer Investitionsförderungskriterien unter Beachtung der Gleichbehandlung. Da es sich bei Seilbahnen um touristische und Freizeiteinrichtungen handelt, gilt das grundlegende Kriterium, dass nur Investitionen in die Infrastruktur von der staatlichen Förderung profitieren können. Dieser Bericht wird ein echtes Arbeitsinstrument für die neue gemischtwirtschaftliche Gesellschaft sein, die für die Analyse von Investitionsanträgen und die Erstellung einer Einschätzung für den Vorstand des Tourismusförderungsfonds des Kantons Freiburg (TFF) zuständig ist. Letzterer muss über die Gewährung oder Nichtgewährung von ordentlichen oder ausserordentlichen Hilfen entscheiden, wobei vor allem die ausserordentlichen Hilfen anschliessend, entsprechend den beantragten Beträgen, vom Staatsrat oder dem Grossen Rat genehmigt werden müssen. Darüber hinaus müssen die vorgeschlagenen Kriterien bei der bevorstehenden Revision des Tourismusgesetzes und seiner Durchführungsverordnung berücksichtigt werden.
 
Die Freiburger bleiben ihren Seilbahnen treu
Der Erfolg des Magic Pass bei den Freiburgerinnen und Freiburgern zeigt ihre Verbundenheit mit den Seilbahnen. Rund 18'000 von ihnen halten dieses Jahresabonnement und tragen damit zum Anstieg der Besucherzahlen an den Ferienorten in den Freiburger Voralpen bei. Die Rekordzahlen der SBG in der letzten Sommersaison sind das Ergebnis eines bereits erfolgreichen Übergangs zum Vier-Jahreszeiten-Tourismus.
 
Da die durchschnittlichen Ausgaben der Gäste im Sommer niedriger sind als im Winter, bleibt jedoch das Skifahren in den kommenden Jahrzehnten eine Garantie für die Nachhaltigkeit der SBG. Angesichts der Grösse der wirtschaftlichen Herausforderungen bedarf die Durchführung der bevorstehenden Investitionsprojekte einer Mobilisierung aller Beteiligten, von den kantonalen und regionalen politischen Instanzen bis zu den Partnern und den touristischen Leistungserbringern.



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