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seilbahn.net | Themenbereiche | Urban | 2019-02-26

Graz: Diskussion über Seilbahnprojekte

"Eine wachsende Stadt braucht eine vorausschauende Verkehrsplanung" 

Beim Thema Mobilität gehen in Graz regelmäßig die Wogen hoch. Die WKO-Regionalstelle lud nun zur Podiumsdiskussion.
Murgondel, Seilbahn zum Thalersee, Straßenbahnausbau und Radwege: Geht es um Mobilitätsprojekte, gehen auch in der Landeshauptstadt die Wogen hoch. Die WKO-Regionalstelle hat sich nun dieses Themas angenommen und in einer Podiumsdiskussion einen „Blick in die Zukunft“ gewagt.

Zumindest in einem waren sich alle einig: Graz ist die absolute Top-Wachstumsregion der Steiermark. „Wir rechnen bis 2035 mit fast 500.000 Einwohnern im Großraum Graz“, eröffnete Regionalstellen-Geschäftsführer Viktor Larissegger den Abend mit Fakten. Insbesondere die große Zahl an Pendlern – sowohl der Einpendler als auch der Auspendler – stand dabei im Fokus: Laut aktuellen Daten der TU Graz, die der Diskussionsteilnehmer und Verkehrsexperte Martin Fellendorf nannte, gibt es derer insgesamt rund 180.000, die täglich im Großraum Graz zur Arbeit pendeln. Dafür brauche es Lösungen.

Und zwar langfristige, wie Bürgermeister Siegfried Nagl betonte: „Eine wachsende Stadt wie Graz braucht eine vorausschauende Verkehrsplanung“, so der Ansatz des Bürgermeisters. Vor diesem Hintergrund sei etwa auch das aktuell heiß diskutierte Projekt der Seilbahn auf den Plabutsch und weiter zum Thalersee zu sehen. Jedoch könne Nagl sowohl Plänen für eine U-Bahn als auch alternativ einer Murgondel einiges abgewinnen. Damit ließe sich eine schnelle Linie mit Kapazitäten von bis zu 30.000 Fahrgästen pro Tag – das entspricht etwa einer mittelmäßig ausgelasteten Straßenbahnlinie in Graz – realisieren.

Das bestätigte auch Gernot Fischer vom österreichischen Seilbahn-Experten Doppelmayr. „In der Größenordnung von Graz kann man das binnen 18 Monaten planen und bauen“, so der Experte. TU-Fachmann Fellendorf betonte, dass „man nicht darüber diskutieren darf, ob man nun eine Seilbahn oder eine Straßenbahn baut. Die beiden Systeme stehen nicht in Konkurrenz zueinander, sie sollen sich ergänzen“, so der TU-Experte.

Und so brachten nicht zuletzt die beiden Unternehmer am Podium – Werner Aschenbrenner und Regionalstellen-Obfrau Sabine Wendlinger-Slanina – ihre Ideen ein. Aschenbrenner betonte, dass „Mobilitätslösungen nicht nur eine Frage des Fahrzeugs, sondern vor allem der Software sind – Stichwort autonome Busse. Wir haben in Graz das Know-how, solche Fahrzeuge zu bauen.“ Wendlinger-Slanina unterstrich, wie wichtig der Verkehr für den Wirtschaftsstandort sei. „Die Mobilität ermöglicht erst die Bewegung von Menschen und Gütern“, so die Obfrau, die einen „Masterplan 2035“ für den Großraum Graz forderte.

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