Das Eidg. Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF prüft in Kooperation mit dem technischen Dienst der Davos Destinations-Organisation (Genossenschaft) und der Firma Fritz Landolt AG mögliche Methoden und die Rentabilität der Lagerung von technischem Schnee.
Kunstschnee oder fachsprachlich „technischer Schnee“ ist ein wertvolles Material zur Herstellung von strapazierfähigen Pisten und Loipen. Diese sollen den ganzen Winter über eine qualitativ hochwertige Unterlage für den Wintersport bilden. Ein Haufen „technischer Schnee“, der am Ende des Winters in einem Schneedepot an einer Loipe eingangs des Flüelatals in Davos übriggeblieben war, gab den Ausschlag für ein ungewöhnliches Experiment.
Im Mittelpunkt steht die Frage, ob und mit welchen Methoden es wirtschaftlich ist, den Schnee über den Sommer hinweg zu lagern und zu konservieren, um ihn anfangs des nächsten Winters wieder für die Herstellung der Loipe nutzen zu können. In den Alpen werden seit einigen Jahren v.a. auf Gletschern Schneedepots mit speziellen Vliesstoffen abgedeckt. Damit können heikle Pisten-abschnitte besser und mit weniger Aufwand erhalten oder wiederhergestellt werden. Der Schneever-lust wird dabei auf 20 bis 30 Prozent geschätzt. Aus Skandinavien ist eine Abdeckmethode mit Säge-spänen als erfolgreich bekannt.
Die Forschenden des SLF und die Techniker der Davos Destinations-Organisation (Genossenschaft) haben daher den Schneehaufen zur einen Hälfte mit einem Vlies der Firma Fritz Landolt AG (Gletschervlies) und zur andern Hälfte mit Sägespänen abgedeckt. Sie haben das Volumen aus-gemessen und den Haufen von verschiedenen definierten Standorten fotografiert. In regelmässigen Abständen werden diese Aufnahmen während des Sommers wiederholt. Im Herbst wird das Volumen neu gemessen und mit den Daten vom Frühling verglichen. Temperaturlogger zwischen Schnee und Vlies bzw. Sägespänen liefern wichtige Informationen über die Isolationswirkung. Die meteoro-logischen Daten werden mit zwei Meteo-Messstationen auf dem Schneehaufen erfasst. Weitere Datenlogger messen den Einfluss der geothermischen Wärme unter dem Schneehaufen.
Die Messungen werden den Volumenverlust am Schneehaufen in Abhängigkeit von den zwei unter-schiedlichen Abdeckmethoden und den meteorologischen Verhältnissen dieses Sommers aufzeigen. Aufgrund dieser Messungen und mit Hilfe von am SLF vorhandenen Schneedecken- und Strahlungs-bilanzmodellen entwickeln die Forschenden ein Simulationstool, um in Zukunft Schneedepots zuver-lässig planen zu können. Wenn das Experiment erfolgreich verläuft, kann im Herbst 2008 der Schnee für die Präparierung der Langlaufloipe wiederverwendet werden. Die detaillierten Auswertungen und das Simulationstool stehen nächsten Frühling zur Verfügung.
Die Landschaft Davos Gemeinde unterstützt die gemeinsamen Bestrebungen der Davoser Tourismuswirtschafts-Betriebe und der Wissenschaft zur Verbesserung der „Schneekompetenz“ im Bereich Schneekonservierung und bewilligte die Durchführung des Pilotprojekts.