09. 09. 2010 | 05:11    

   seilbahn.net | Themenbereiche | Pisten | 2009-12-22

Klenkhart: Kosteneinsparungen mit snowMeter

Ein Wintersportort ohne Schnee ist wie ein Mensch ohne Herz. So wie das Herz den  humanoiden am Leben erhält, braucht das Skigebiet das „weiße Gold“ für sein wirtschaftliches Überleben. Deshalb setzen die Verantwortlichen alles daran, ihren Gästen verschneite Hänge und bestens präparierte Pisten bieten zu können. Das wiederum erfordert einen sehr hohen Arbeits-, Maschinen-, Energie- (Strom/Wasser) und letztendlich Kosten-Einsatz. Das Innsbrucker Planungsbüro KLENKHART & Partner Consulting hat nun gemeinsam mit TRIMBLE, einem der Marktführer für satellitengestützte Positionierung und Vermessung, ein vielfach im Tiefbau bei Raupen, Gradern und Baggern erprobtes System auf den Markt gebracht, das Kosten sparen hilft: Die Schneehöhen-Messung snowMeter.

 

snowMeter ermöglicht eine erzielte Schneeproduktion, eine gleichmäßig verteilte Schneedecke und somit eine verbesserte Pistenqualität. Diese Schneehöhen- Messung ist ein gemeinsames Projekt von KLENKHART & Partner Consulting mit TRIMBLE, einem der Marktführer im Bereich satellitengestützte Positionierung und Vermessung. TRIMBLE verfügt weltweit über ein sehr starkes Händlernetz. In Österreich ist die Firma GEODAESIE AUSTRIA Vertriebspartner und zählt dort im 3D-Bereich der Baumaschinen- Branche zu den Marktführern.

TRIMBLE und GEODAESIE AUSTRIA stellen die für die Schneehöhen- Messung erforderlichen Geräte bereit, die weltweit auf Baumaschinen im härtesten Einsatz sind, zur Verfügung, warten und servicieren sie. Dazu GIS-Spezialist DI Peter Hartl MAS, KLENKHART & Partner Consulting: „Wir übernehmen für snowMeter die komplette Datenaufbereitung, inklusive der Umwandlung amtlicher  Laserscanndaten in ein digitales Geländemodell, sowie auf Wunsch das Datenmanagement im Zusammenhang mit unserem Betriebsinformations- und Managementsystem skiGIS. Die skiGIS-Daten können beispielsweise zum Anzeigen von Unterflur-Schneischächten in der Kontrollbox im Pistengerät verwendet werden. So verhindert man z.B., dass Pistengeräte Unterflurschächte ‘mitnehmen’.“

 

Wie funktioniert snowMeter?

 

Bei dem auf GPS (Global Positioning System) basierendem System unterscheidet man zwischen zwei Varianten: Das Dual-GPS mit zwei Antennen sowie das Single-GPS mit einer Antenne und einem Querneigungsmesser. Zusätzlich werden so genannte „GPS-Korrekturdaten“ benötigt. Denn nur damit wird die erforderliche Messgenauigkeit von +/- 3 Zentimeter erreicht. Diese erhält man entweder über Funk von einer lokal installierten Basisstation oder mit einem GPRS-Modem über das Internet. Welche der Technologien gewählt wird, hängt letztendlich von den vorhandenen Bedingungen (wie Sicht zum Himmel und Netzabdeckung des Mobilfunkanbieters etc.) im jeweiligen Skigebiet ab. Das Seilbahn-Unternehmen kann sein Pistenfahrzeug schnell und problemlos mit dem snowMeter ausrüsten: GPS-Empfänger und Antenne sind in einem Stück, daher wird auch nur ein Kabel vom Empfänger zum Pistenfahrzeug benötigt. Dazu kommt in der Fahrerkabine ein intuitiv bedienbarer, übersichtlicher Bildschirm. Bereits im Vorfeld wird die gewünschte Schneehöhe eingestellt, die erreicht werden soll. Hartl: „Dann fährt der Pistenfahrer los und sieht das Fahrzeug auf dem Bildschirm abgebildet. Gleichzeitig wird die aktuelle Schneehöhe seiner jeweiligen Position zentimetergenau angezeigt (gemessen wird unter der Kette, direkt hinter der Fahrerkabine). Die Erfahrungen haben gezeigt, dass bei der Messung der Schneehöhe die erforderliche Genauigkeit von fünf bis zehn Zentimeter erreicht wird. Während der gesamten Fahrt kann man alle Daten aufzeichnen und danach im skiGIS auswerten. Auf diese Weise erhält man einen exakten Überblick über die aktuelle Verteilung der Schneedecke im Skigebiet, und man kann sich in der Folge eine sinnvolle Schnei-Strategie im Hinblick auf optimale Ressourcen- Nutzung (Wasser, Strom) überlegen.“ Eine weitere Einstellungs-Möglichkeit ist die farbige Abbildung der Schneehöhen, d. h., dass das Display entsprechend der erreichten Schneehöhe eingefärbt wird. Darüber hinaus können im Fußbereich der Fahrerkabine drei Lichtbalken installiert werden, die während der Fahrt anzeigen, ob die gewünschte Schneehöhe an der jeweiligen Position auf der Piste vorhanden ist oder nicht. Die Schneehöhen-Messung snowMeter ist seit Anfang Oktober 2009 im Skigebiet Hochfügen im Einsatz. Dort werden alle vorhandenen Varianten getestet.

 

Hochfügen testet snowMeter

 

Das System wurde in diesem Fall in einen Pistenbully 600 eingebaut. Betriebsleiter Josef Fiechtl von der Skiliftgesellschaft Hochfügen über die Motive, sich für diesen Testeinsatz zu entscheiden´: „Uns geht es primär um die Schnei-Effizienz. Wir wollen genau wissen, wo wie viel Schnee liegt, um unsere technische Beschneiung darauf optimal ausrichten zu können. Die Skifahrer transportieren während der Fahrt selbst viel Schnee. Mit snowMeter sehe ich, wo ausreichend Schnee vorhanden ist, wo ich welchen wegnehmen kann bzw. wohin ich ihn schieben soll. Gerade im Frühjahr ist das sehr wichtig.“ Fiechtl verfolgt die Funktionalität von snowMeter seit Testbeginn im Oktober 2009: „Da das Geländemodell digital erstellt worden ist, bin ich sehr erstaunt über die Genauigkeit der dargestellten Schneehöhen. Ein weiterer Vorteil von snowMeter ist das Erkennen von vorhandenen Kanal- und Unterflur-Schneischächten während der Fahrt mit dem Pistenfahrzeug. Außerdem ist damit auch eine Schachtsuche möglich. Dazu kommen die Einsparungspotentiale bezüglich Strom- und Wasserverbrauch. Das ist super. Ich glaube schon, dass das in den nächsten Jahren in den Pistenfahrzeugen zum Standard wird.“ Die Bedienung von snowMeter sei relativ einfach, und die Geräte seien gut, so Fiechtl: „Natürlich wird so etwas bei der Anschaffung einiges kosten, aber diese werden sich in kurzer Zeit amortisiert haben"




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snowMeter montiert auf Pistenbully 600 im Skigebiet Hochfügen

Im Pistenfahrzeug eingebauter Bildschirm

Montage einer Basisstation