Tourismus neu denken: Lebensraumperspektive als Schlüssel für Österreichs TourismuszukunftTouristischer Erfolg entsteht nicht im luftleeren Raum. Infrastruktur, Fachkräftemangel, ökologische Herausforderungen und eine zunehmend sensible gesellschaftliche Diskussion machen deutlich: Wer langfristig erfolgreich sein will, braucht Rückhalt in der Bevölkerung und ein neues Verständnis von der Destination als Wirtschafts- und Lebensraum. Dieser strategische Perspektivenwechsel stand im Mittelpunkt einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion auf Einladung des Destinations-Netzwerk Austria (dna) und des Travel Industry Club Tourismus Austria (TICT). Die zentralen Herausforderungen im Tourismus sind längst nicht mehr nur ökonomischer Natur. Wer Destinationen ausschließlich als Wirtschaftsraum versteht, übersieht entscheidende Einflussfaktoren. Gefragt ist ein ganzheitlicher Ansatz, der Tourismus als Teil des Lebensraums begreift. Warum sich das Destinations-Netzwerk Austria (dna) und der Travel Industry Club Tourismus Austria (TICT) diesem Thema gemeinsam widmen, machten die beiden Präsidenten deutlich: „Wer im Tourismus wirtschaftlich erfolgreich sein will, braucht Akzeptanz vor Ort in den Regionen. Destinationsmanagement mit Lebensraumperspektive ist deshalb kein Nebenthema, sondern eine zentrale Führungsaufgabe: Es geht darum, wirtschaftliche Stärke, und Lebensqualität strategisch zu verbinden. Genau hier sehen wir als dna unsere Verantwortung – diesen Kompetenzaufbau zu fördern und den Dialog zwischen Wirtschaft, Politik und Bevölkerung zu gestalten.“, betont Mathias Schattleitner, Präsident des Destinations-Netzwerk Austria. Marco Riederer, Präsident des Travel Industry Club Tourismus Austria ergänzt, „Die Lebensraumperspektive ist kein Schlagwort, sondern ein struktureller Transformationsprozess. Dafür braucht es ein neues Mindset, sektorübergreifende Kooperationen und neue Rollenprofile in den Destinationen. Als TICT bringen wir dafür Menschen und Perspektiven aus der Branche zusammen und schaffen die Plattform für Austausch und gemeinsame Lösungen.“ Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner unterstrich die strategische Bedeutung auf politischer Ebene: „Im aktuellen Beteiligungsprozess zur Weiterentwicklung der Vision T, die im Sommer präsentiert wird, verankern wir diesen Perspektivenwechsel konsequent. Tourismus darf nicht isoliert über Nächtigungszahlen definiert werden, sondern muss als Teil des regionalen Lebensraums verstanden werden. Die großen Herausforderungen – von Nachhaltigkeit über Arbeitsmarkt bis zur Akzeptanz – lassen sich nur bewältigen, wenn wirtschaftlicher Erfolg, Klimaschutz und gesellschaftlicher Mehrwert gemeinsam gedacht werden. Der Tourismus ist ein zentraler Wirtschaftsmotor für Österreich. Entscheidend ist jedoch, Wachstum qualitativ weiterzuentwickeln und die Lebensraumperspektive als strategisches Leitprinzip zu verankern.“ Auch aus wissenschaftlicher Perspektive ist der Wandel notwendig – aber keineswegs selbstverständlich, betonte Professorin Dagmar Lund-Durlacher, Gründungsmitglied des Zentrums für Nachhaltigen Tourismus (ZENAT) Berlin. Auf die Frage nach möglichen Stolpersteinen am Weg zur Lebensraumperspektive verwies sie vor allem auf strukturelle Hürden: „Die größte Herausforderung liegt im systemischen Denken. Viele Tourismusorganisationen sind historisch stark ökonomisch geprägt und arbeiten in klar abgegrenzten Zuständigkeiten. Die Lebensraumperspektive verlangt jedoch sektorübergreifende Kooperation, langfristige Zielsetzungen und neue Messgrößen jenseits klassischer Kennzahlen. Ohne politische Rückendeckung, ausreichende Ressourcen und ein gemeinsames Verständnis aller Akteur:innen bleibt der Perspektivenwechsel Stückwerk.“ dna Lebensraum Lab: Auftakt zum Perspektivenwechsel Die Arbeit des dna Lebensraum Lab mündete in einen umfassenden Handlungsleitfaden für ein verantwortungsvolles Destinationsmanagement mit Lebensraumperspektive. Damit ist der Prozess jedoch nicht abgeschlossen: Das dna verankert das Thema strategisch in seinen Programmen und begleitet die Destinationen aktiv im Transformationsprozess – durch gezielte Netzwerkformate, Wissenstransfer und praxisnahe Weiterbildungsangebote. Umfassender Handlungsleitfaden >>>>
Über das Destinations-Netzwerk Austria Das Destinations-Netzwerk Austria (dna) ist die bundesweite Interessenvertretung der österreichischen Tourismusdestinationen. Es vereint über 200 Mitglieder aus Tourismusverbänden, Destinationsmanagement- und Marketingorganisationen und repräsentiert damit 97 % der Tourismusregionen Österreichs. Seit mehr als 65 Jahren gestaltet das dna die Weiterentwicklung des Tourismusstandorts aktiv mit – durch Interessenvertretung, strategischen Dialog sowie Weiterbildungsformate wie Kongresse und Akademien. Ziel ist es, Destinationen nachhaltig und zukunftsorientiert im Sinne lebenswerten Lebensraums zu stärken. Weitere Informationen unter: http://www.dna-tourismus.at/ Über den Travel Industry Club Tourismus Austria Der Travel Industry Club Tourismus Austria (TICT) ist Österreichs unabhängiges, branchenübergreifendes Netzwerk für die Tourismuswirtschaft. Der Club versteht sich als zentrale Plattform für Innovation, Kooperation, berufliche Weiterbildung und Erfahrungsaustausch in der Branche. Er greift aktuelle Themen auf, fördert den Know-how-Transfer zwischen Praktiker:innen, Unternehmer:innen, Forschenden, Lehrenden und Studierenden und stärkt so die inhaltliche Auseinandersetzung mit Zukunftsfragen des Tourismus. Weitere Informationen unter: http://www.club-tourismus.org/ |





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