Fatzer: Stahlseilproduktion für «Säntis 2026»Herzstück einer Pendelbahn Im Projekt «Säntis 2026» schreiten die Arbeiten weiter voran. Ziel ist es, im Spätherbst 2026 den Bahnbetrieb mit der neuen Schwebebahn aufzunehmen. Ein zentraler Meilenstein auf diesem Weg ist die Produktion der neuen Trag- und Zugseile für die Säntis-Schwebebahn. Gefertigt werden sie bei der Fatzer AG in Romanshorn, dem Weltmarktführer für Hochleistungsstahlseile. Die Stahlseilproduktion ist bereits abgeschlossen, damit die Seile in den kommenden Bauphasen integriert werden können. Neue Dimensionen des Zugseiles Das neue 4’900 m lange Zugseil ist ein kompaktiertes Litzenseil, wobei die beiden Seilenden mit einem Spleiss zu einer Endlos-Schleife verbunden werden. Die Laufwerke der Kabinen werden zukünftig mit einer Klemme direkt am Zugseil befestigt. Künftig befördert somit ein einziges umlaufendes Stahlseil die Kabinen. Durch die Reduktion von bisher einem Zug- und einem Gegenseil auf eine gespleisste Seilschlaufe entfallen die Endbefestigungen als Verbindungselemente. Damit die Belastung durch die Klemmen nicht dauernd auf die gleichen Stellen am Seil einwirken, müssen die Fahrzeuge periodisch auf dem Zugseil versetzt werden. Tragseile mit integrierten Lichtwellenleiter Die Tragseile übernehmen nicht nur die Aufgabe der Lastaufhängung, sondern ermöglichen durch die Integration von 48 Glasfasern im Kern des Seiles die Datenkommunikation zwischen Berg und Tal. Gesamthaft dauerte die Seilfertigung bei Fatzer AG für die neuen Zug- und Tragseile über 500 Stunden. In der Bergstation werden die Tragseile auf einem Betonpoller fixiert. Da die Seile alle 12 Jahre verschoben werden müssen, ist in diesem Bereich ein Seilhaspel angebracht, welcher die nötige Seilreserve für die ganze Lebensdauer aufnimmt. Die Glasfasern werden über eine Spleissmuffe mit einem handelsüblichen Kabel verbunden und der Gebäudeinstallation zugeführt. Pro Fahrbahn wirken dabei 2’518 kN (ca. 250 t) Seilkraft auf die Gebäudestruktur ein. Diese gegenüber der jetzigen Anlage verdoppelten Zugkräfte werden durch entsprechende Verankerungen vom Gebäude in die Felsstruktur eingeleitet. Nachdem die Seile auf dem Berg befestigt worden sind, werden diese auf die Stütze aufgelegt und im Tal auf die richtige Lage gespannt. Im Gegensatz zur 1974er Bahn werden die Tragseile im Tal ebenfalls fix auf einem Poller gewickelt und nicht mehr mit Hilfe von Tragseilgewichten abgespannt. Spektakulärer Seiltransport zur Schwägalp Im Frühling werden die Stahlseile zur Schwägalp transportiert. 1935 gelangte das Material mittels Lastwagen über die damals einzige Alpstrasse via Riglen – Siebenhütten auf die Schwägalp. Ein Transport von Herisau zur Schwägalp, welcher insgesamt 43 Tage beanspruchte. Die vier Tragseile waren 2’300 m lang und wogen schon damals je 35 t. Als Vorbereitung für den Seilzug der neuen Bahn werden die bestehenden Seile demontiert, abgelegt und gesichert. Die neuen Seile werden mit Hilfe von zwei alten Seilen, die provisorisch verbunden werden, auf den Berg gezogen. Die dafür notwendigen Zug- und Bremsmaschinen werden aus logistischen Gründen im Tal aufgestellt. «Niklaus Zwingli aus Ennetbühl wurde in den Dreissigerjahren von Kameraden über die Säntiswand abgeseilt und hat so die erste Seilverbindung zwischen Berg und Tal hergestellt. An diesem dünnen Drahtseil wurden weitere, immer grössere Seile nachgezogen.» |












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