Günther Aigner: Analyse Winterrückblick 2025/26 - Starke Skisaison - Mild, viel Sonne, wenig SchneeDer meteorologische Winter 2025/26 (= 01.12. bis 28.02.) war auf Österreichs Bergen sehr sonnig, viel zu trocken und sehr mild. Abb. 1 zeigt die Abweichungen der Wintertemperaturen am Hohen Sonnblick vom 140-jährigen Mittel (minus 12,1 Grad Celsius) (01). Der Winter 2025/26 war 3,0 Grad zu mild und damit der 7.-mildeste Winter seit Aufzeichnungsbeginn vor 140 Jahren. Die Trendlinie zeigt eine Erwärmung um 1,7 Grad Celsius pro 100 Jahre an, siehe dazu im Chart die Formel der linearen Regression. Das sind somit etwa 2,4 Grad Erwärmung in 140 Jahren. Die Abbildung 2 zeigt den Klimaspiegel der GeoSphere Austria (02). Der meteorologische Winter 2025/26 hatte drei besonders milde Phasen: Einmal vom 8. bis zum 29. Dezember, dann vom 13. bis 22. Jänner und schließlich von 22. bis 28. Februar. Die einzige Phase mit zu kalten Temperaturen auf Österreichs Bergen war vom 30. Dezember bis zum 12. Jänner. Schnee, Lawinentote und viel Sonne Der Schnee wie auch die große Kälte waren immer wieder über Nordamerika und Asien wetterbestimmend – siehe die Rekordschneefälle in Kamtschatka und die Schneestürme in New York – jedoch kaum über Mitteleuropa und im Alpenraum. Vielmehr verzeichnete der Winter 2025/26 in den Ostalpen außergewöhnlich wenig Niederschlag und somit auch geringe Schneehöhen bis hinauf in hochalpine Bereiche. So fiel beispielsweise am schneeverwöhnten Arlberg 35 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel (02), und entsprechend mäßig waren die Schneemengen, sehr zum Leidwesen der Tiefschnee-Freaks. Dazu kam leider ein sehr ungünstiger Schneedeckenaufbau, der zusätzlich zur geringen Schneelage auch noch für sehr gefährliche Tourenverhältnisse und sehr viele Lawinentote sorgte. Hingegen war der Winter 2025/26 auf Österreichs Bergen außergewöhnlich sonnig. Am Hohen Sonnblick schien die Sonne um 36 Prozent länger als im Mittel der Periode 1961 bis 1990 (02). Siehe dazu die Abbildung 3. Starker Skitourismus Für den Skitourismus verlief dieser Südtiroler Winter überraschend gut: Wenig Schnee, dafür viel Sonnenschein, angenehme Temperaturen und perfekte Pisten dank technischer Beschneiung. Die Saison 2025/26 wird wohl als eine der erfolgreichsten Skisaisonen in Österreichs Tourismusgeschichte eingehen. Vor allem in der Gastronomie gab es stark steigende Umsätze: Viel Sonnenschein bedeutet volle Sonnenterrassen. Und trotz der nicht gerade prickelnden wirtschaftlichen Gesamtlage waren die Skifahrer konsumfreudig und bescherten den Skigebieten wie auch der Gastro am Berg Rekordumsätze. Abgerechnet wird zwar erst am Schluss, aber wir können nach einem Rundruf in den Skigebieten bei vorsichtiger Schätzung davon ausgehen, dass sich die Skisaison 2025/26 ungefähr im Rahmen der Saison 2024/25 bewegen wird. Österreichs Skitourismus befindet sich damit seit mehr als 25 Jahren in einer stabilen Phase und gleichzeitig auf einem so hohen Niveau, dass quantitatives Wachstum kaum noch möglich ist (Abb. 4). Revolution Technische Beschneiung Am Schluss noch ein ganz wichtiger Hinweis, um die aktuelle Entwicklung im Skitourismus richtig einordnen zu können: Wir müssen die Revolution durch die technische Beschneiung verstehen. Der Skitourismus hat sich in den letzten Jahren weitgehend von den meteorologischen Rahmenbedingungen entkoppeln können. Ohne moderne flächendeckende Beschneiung hätte die Skisaison 2025/26 vielerorts kaum stattgefunden. Die Beschneiung ist mittlerweile essenziell, alternativlos und nicht mehr wegzudenken. Das Ziel der Skitourismus-Branche muss sein, sie in Zukunft so ressourcensparend und umweltschonend wie möglich zu gestalten. Gleichzeitig müssen antiquierte Vorurteile und Ängste aus der Öko-Ecke mit klarer und seriöser Kommunikation von Daten und Fakten abgebaut werden. Quellen |









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