seilbahn.net | Themenbereiche | Seilbahnen | 2026-07-30

Neue Mittelstütze am Säntis

Nach nur drei Wochen Montagezeit ragt die neue Zwischenstütze der künftigen Säntisbahn bereits 43 Meter in die Höhe. Mit ihrer markanten Konstruktion und dem neuen alpinen Zwischenausstieg wird sie künftig nicht nur ein zentrales Element der Bahntechnik sein, sondern auch weiterhin einen Zwischenhalt entlang der Strecke ermöglichen.

Rückbau der bestehenden Stützen

Anfang Juni begannen die Rückbauarbeiten der bisherigen Stützen 1 und 2. Innerhalb von rund zwei Wochen konnten diese zurückgebaut werden.

Die ehemalige Stütze 1 erfüllt weiterhin eine wichtige Funktion für den bevorstehenden Seilzug der Tragseile. Das erste Geschoss der Stahlkonstruktion bleibt bestehen und dient als temporäre Hilfskonstruktion für den Aufzug der Seile. Mithilfe von Umlenkrollen werden die künftigen Tragseile über das Gelände geführt und während des Einzugs sicher vom Felsen ferngehalten.

Die bestehende Stütze 2 wurde vollständig bis auf ihre Fundamente zurückgebaut, um Platz für den Bau der neuen Zwischenstütze zu schaffen. Sämtliche Bauteile der zurückgebauten Stütze werden später mit der neuen Schwebebahn nachhaltig ins Tal transportiert.

Dank guter Wetterbedingungen konnten die Arbeiten unter der Leitung von Thierry Burtscher der Garaventa AG planmässig ausgeführt werden. Durchschnittlich waren sechs Monteure gleichzeitig auf der Stützen-Baustelle im Einsatz. Eine besondere Herausforderung stellte der zeitweise starke Wind dar, da zahlreiche Montagearbeiten in Höhen von bis zu 45 Metern ausgeführt werden mussten.

«Auf einer Baustelle in dieser Höhenlage können Wind und Wetter den Arbeitsablauf innert kürzester Zeit verändern. Umso erfreulicher ist es, dass die Arbeiten bislang weitgehend nach Terminplan und unfallfrei verlaufen sind», erklärt Thierry Burtscher.

Reduktion der Anzahl Stützen

Im Gegensatz zur bestehenden Bahn wird die neue Säntisbahn künftig mit nur einer Zwischenstütze betrieben. Umfangreiche Analysen und Seilberechnungen bestätigten, dass diese Lösung trotz der anspruchsvollen Topografie realisierbar ist, jedoch einige Anpassungen an der Bahnanlage erfordern.

Die neue Zwischenstütze ist wesentlich breiter und massiver ausgeführt als die bisherige Stütze 2. Gleichzeitig kommen stärkere Tragseile zum Einsatz, um die etwa doppelt so hohen Zugkräfte sicher aufzunehmen und abzuleiten. Zusätzliche Verankerungen erhöhen die Stabilität der gesamten Stütze.

«Die neue Zwischenstütze muss wesentlich höhere Lasten aufnehmen als die bisherige Stütze 2. Entsprechend wurden Fundamente, deren Verankerungen und die Stahlkonstruktion auf die Anforderungen der neuen Bahn ausgelegt», erklärt Thierry Burtscher.

Der Entscheid für eine einzige Zwischenstütze wurde auch aus landschaftlichen Gründen getroffen. Ein Ersatz der bisherigen Stütze 1 hätte umfangreiche Lawinenschutzbauten und erhebliche Eingriffe ins Landschaftsbild erfordert. Die gewählte Lösung reduziert den baulichen Eingriff und ermöglicht gleichzeitig einen sicheren Bahnbetrieb.

Bau der neuen Zwischenstütze

Die Fundamente der neuen Zwischenstütze wurden bereits im Sommer 2025 durch die ARGE Säntis (Slongo AG, Herisau und E. Weber AG Wattwil) errichtet. Die Verankerungen der neuen Fundamente wurden durch die Firma Gasser Felstechnik AG erstellt. Insgesamt wurden rund 420 m3 Beton für die vier Fundamentblöcke verbaut. Zusätzlich sichern 16 schräg in den Felsen eingebohrte Anker die Konstruktion dauerhaft im karstigen Gelände. Die Felsanker sind je nach Lage für Zugkräfte von bis zu 100 Tonnen ausgelegt.

Effizientere Montage dank Baukran

Für die Montage der neuen Zwischenstütze kam ein 55 Meter hoher Baukran der Liebherr AG zum Einsatz. Aufgrund des felsigen Geländes und der fehlenden Ebenen stellte diese Lösung die effizienteste Methode für die Errichtung der Stahlkonstruktion dar.

«Im Vergleich zu alternativen Hebevorrichtungen oder Helikoptertransporten konnten mit dem Baukran die Montagezeiten reduziert und die Arbeitsabläufe optimiert werden.» ergänzt Thierry Burtscher.

Nach der Errichtung der ersten Stahlelemente wurde die Konstruktion durch einen Geometer vermessen und auf die Bahnachse ausgerichtet. Erst nach dieser Kontrolle konnte der weitere Aufbau der Stütze ab dem zweiten Geschoss fortgesetzt werden. Die exakte Positionierung ist entscheidend, damit die spätere Seilführung eingehalten wird.

Innerhalb von nur drei Wochen wurden die Stahlkonstruktion, die Plattform sowie das Klapppodest vollständig errichtet. Die Montage des hydraulisch betriebenen Klapppodests gewährleistet auch bei der neuen Bahn einen Zwischen-Ein- und Ausstieg.

Das Podest wurde am Boden vormontiert und anschliessend als komplettes Bauteil mit dem Baukran an seine endgültige Position gehoben. Für die Installation und Inbetriebnahme der Hydraulik wird die Garaventa AG vor Ort sämtliche Anschlüsse ausführen und die Funktion des Systems sicherstellen. Insgesamt führen nun ca. 171 Treppenstufen zum Podest hoch. Der neue alpine Zwischenausstieg bietet zudem einen beeindruckenden Blick über die Ostschweiz bis zum Zürichsee und die gesamte Alpenkette.

Ausblick auf die nächsten Arbeiten

Mit dem Aufrichten der Zwischenstütze ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Es folgen weitere Installationen, das Ausbetonieren der Stützenfüsse und anschliessend diverse Kontrollen.

Bereits ist der Abbau des Baukrans am 5. August bei guter Witterung festgelegt. Dabei kommt erneut ein AS332 Super Puma C1 der Heliswiss zum Einsatz, der die einzelnen Kranelemente aus dem anspruchsvollen Gelände ausfliegen wird.

https://saentisbahn.ch/







Zurück
Fotos hinzufügen
Drucken
Email