15. Gemeinsame Südtiroler und Tiroler Seilbahntag im NOI Techpark in BozenRede des Präsidenten des Verbandes der Seilbahnunternehmer Südtirols, Helmut Sartori Die Idee einer gemeinsamen Tagung entstand 1996 in St. Jakob in Osttirol anlässlich der Tiroler Seilbahntagung. Die Beständigkeit im Austausch hat sich über all die Jahre bewährt, es freut uns, dass der Gemeinsame Seilbahntag heuer bereits zum fünfzehnten Mal ausgetragen wird. Erfreulich ist auch, heute zahlreiche Seilbahnfreunde aus dem Trentino begrüßen zu dürfen. Im Jahr 2023 wurden beispielsweise in Südtirol 161 Millionen Euro in neue, nachhaltige und energieeffiziente Technologien investiert. Im Besonderen flossen 103 Millionen Euro (64,2 %) in Infrastrukturen, 34 Millionen Euro (21,2 %) in den Kauf von Betriebsgeräten (Schneekatzen, Fahrzeuge, Schneekanonen usw.) und 23,5 Millionen Euro (14,6 %) wurden für sonstige Investitionen aufgewendet. Die Bedürfnisse unserer Gäste verändern sich laufend. Immer weniger Urlauber buchen die traditionelle „weiße Woche“, vielmehr bevorzugen sie mittlerweile Kurzaufenthalte, die sie mehrmals im Jahr in die Berge führen. Urlaub wird heute weniger als Flucht aus dem Alltag empfunden, sondern bedeutet für viele, sich selbst zu erweitern und persönliche, individuelle Bedürfnisse zu erfüllen, die mit den eigenen Werten und Lebensstil übereinstimmen. Viele sehnen sich nach dem Ausgleich in der Natur und den Bergen, setzen auf Fitness und Leistungssport und wissen längst, wie wichtig Bewegung ist. Die stabile Nachfrage zeigt, dass sich Investitionen, Mühe und Arbeit lohnen. Allerdings gibt es auch weniger entwickelte Gebiete und Seilbahnunternehmen mit begrenzten Investitionskapazitäten, diese gilt es besonders zu unterstützen und zu fördern, damit sie konkurrenzfähig bleiben. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die wirtschaftlichen Bemühungen, die unser Sektor unternehmen muss, mit immer höheren Kosten verbunden sind. Man denke bloß an den massiven Anstieg der Energie- oder Treibstoffkosten, die sich unverhältnismäßig stark erhöhen und sich seit Wochen auf Rekordhoch befinden. In einer Weltordnung, so wie wir sie heute vorfinden, in der nahezu kein Stein mehr auf dem anderen sitzt und Risiken von Investitionen kaum kalkulierbar sind, sind Wirtschaftsförderungen das richtige Signal an heimische Betriebe. Investitionen der öffentlichen Hand in Betriebe stellen zeitgleich Investitionen in Wettbewerbsfähigkeit, Der Seilbahnsektor hat in Südtirol in der Saison 2023/2024 rund 2,7 Milliarden Euro an touristischen Ausgaben generiert. Zum Vergleich: In anderen italienischen Alpenregionen lagen die touristischen Ausgaben bei rund 882 Millionen Euro. Auch die öffentlichen Finanzen profitieren von dieser dynamischen Branche: Allein in der Provinz Bozen flossen 280 Millionen Euro an Steuern im genannten Zeitrahmen in die öffentlichen Kassen. Wir alle profitieren: 1 Million Euro an Einnahmen für die Aufstiegsanlagen haben lokale touristische Ausgaben in Höhe von 5,63 Millionen Euro sowie einen lokalen Umsatz von 9,36 Millionen Euro (Wert der lokalen Produktion) zur Folge und generieren 4,53 Millionen Euro an Mehrwert im Land. Es gibt zahlreiche Beispiele, auch in der jüngeren Geschichte des Binnenmarktes, die aufzeigen, dass sich eine breite Aufstellung der europäischen Wirtschaft mit diversen Standbeinen bewährt. Das sieht man auch jetzt, wenn Zölle Europas Wettbewerbsfähigkeit im Außenhandel schwächen. Die Gäste werden zunehmend internationaler, wobei in Südtirol über die Wintermonate nach wie vor italienische Gäste (rund 37 %) und deutsche Gäste (rund 32 %) den Hauptanteil ausmachen. Italienweit, so Schätzungen der italienischen Beobachtungsstelle für Bergtourismus („Osservatorio Italiano del Turismo“), erfreut sich der Wintersport zunehmender Beliebtheit: vier Millionen Menschen üben Wintersportarten aus, die Liste wird mit 2,5 Millionen Skifahren angeführt. Vom Winterhalbjahr 2023/24 bis ins Winterhalbjahr 2024/25 konnte ein Zuwachs von 1,8% verzeichnet werden, also 73.500 neue begeisterte Skifahrer in Italien. Der Klimawandel ist eine Realität, mit der wir uns in der Seilbahnbranche auseinandersetzen. In den letzten 40 Jahren haben sich die Schneebedingungen verändert – weniger Schneehöhen am Boden und weniger Neuschnee. Nachhaltigkeit stellt für Südtirols Aufstiegsanlagen längst einen wesentlichen Wettbewerbsfaktor dar, denn der Berg und die Natur zählen für die Branche zur wertvollsten Ressource. Das Ergebnis: Der Wintertourismus ist, wie jede wirtschaftliche Aktivität, mit CO2-Emissionen verbunden. Jedoch sind lediglich 6% der durch Wintertourismus verursachten Emissionen auf den Betrieb des Skigebiets zurückzuführen. Die maschinelle Beschneidung wird nahezu vollständig mit grüner Energie betrieben, der ökologische Fußabdruck bleibt also gering. Bricht man die Zahlen auf den einzelnen Skifahrer runter, dann werden durch die technische Beschneiung 150g CO2 pro Skifahrertag verursacht, das entspricht 1km mit dem Dieselauto. Es stehen alle Zeichen dafür, dass wir zuversichtlich in die Zukunft blicken können. Herausforderungen, die vor uns liegen, erfordern weiterhin Innovation, Zusammenarbeit und den Mut, neue Wege zu gehen. Gute Buchungen, Rekordzahlen bei Erstzutritten und steigende Beschäftigungszahlen bestätigen aber, dass wir unsere Arbeit richtig machen und dass sich unsere Arbeit lohnt. Statement von Thomas Schroll, der in Vertretung der Fachgruppe Tiroler Seilbahnen anstatt Stefan Mangott dabei war. Wir blicken auf einen Winter zurück, der fast schon gewohnt außergewöhnlich war. Es ist nun schon der 2. Winter in Folge mit relativ wenig Naturschnee zum Saisonauftakt. Ohne einer schlagkräftigen Beschneiung wäre bei fast allen Betrieben ein Saisonbeginn, ja sogar ein Skibetrieb über Neujahr hinaus nicht möglich gewesen. Hier sind jedoch die meisten Schigebiete mittlerweile sehr gut aufgestellt. Die Beschneiungszeiten werden tendenziell kürzer und windanfälliger und dies hat uns gezeigt, dass hier schon noch Luft nach oben ist und einige Kollegen werden hier auf den kommenden Winter noch nachschärfen. Der Februar war durch turbulentes Wetter mit viel Wind und starkem Niederschlag geprägt und gerade in lawinentechnischer Sicht mehr als fordernd. Es ist generell eine Buchungsverlagerung vom März in den Jänner zu spüren. Das früher bekannte Januarloch gibt es eigentlich nicht mehr. Die letzten 2 Wochen haben jedoch uns und auch unseren Gästen gezeigt, dass der Winter noch nicht vorbei ist. Traumhafte Pistenbedingungen und winterliche Temperaturen haben unseren Gästen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Das überwiegend schöne Wetter hat generell für eine gute Stimmung unter den Gästen gesorgt und nach Rückfrage würden viele unserer Kollegen so eine Wintersaison sofort wieder nehmen. Unsere Branche ist insgesamt gesund und gut aufgestellt, doch die Rahmenbedingungen bleiben herausfordernd. Trotz der wirtschaftlichen Schwäche in Mitteleuropa, vor allem in Deutschland, stellen wir fest, dass die Nachfrage nach Urlaub und Wintersport stabil bleibt. Laut aktuellen Erhebungen betreiben rund 84 Prozent der Tiroler Winterurlauber alpinen Wintersport. Das zeigt deutlich: Die Menschen sehnen sich danach sich zu bewegen und gemeinsame Zeit mit Freunden oder der Familie in der Natur zu verbringen. Gleichzeitig müssen wir für Veränderungen stets gewappnet sein und uns bewusst machen: Wirtschaftlicher Erfolg ist kein Selbstläufer. Gerade in Zeiten rapider Veränderungen können sich Geschäftsfelder aufgrund neuer Rahmenbedingungen sowohl positiv als auch negativ entwickeln. Wir müssen flexibel bleiben und uns auf Veränderungen einstellen. Erfreulich ist, dass sich die öffentliche Diskussion um den alpinen Tourismus in den letzten beiden Jahren etwas beruhigt hat. Zum einen, weil die Erkenntnis, dass der alpine Tourismus – was Nachhaltigkeitsbemühungen betrifft – schon sehr weit ist und wir hier auch weiterhin vorangehen wollen. Zum anderen, da der Tourismus als einer der stabilsten Wirtschaftszweige einen wesentlichen Beitrag zum öffentlichen Haushalt leistet und damit zunehmend als zentraler Wirtschaftsfaktor wahrgenommen wird. Apropos zentraler Wirtschaftsfaktor: Wir feiern: |











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