seilbahn.net | Projekte | Aktuell | 2026-06-05

Spindlermühle / Tschechien: Der Traum von der Skigebietsverbindung wird Realität

Über das Projekt zur Verbindung der Skigebiete Svatý Petr und Medvědín wird in Spindlermühle (Špindlerův Mlýn) bereits seit 1994 gesprochen. In den letzten Jahren nimmt dieser einst kühne Traum jedoch konkrete Formen an.

Ziel der ehrgeizigen Investition ist es, die beiden gegenüberliegenden Teile des Skigebiets auf Skiern miteinander zu verbinden und die lokalen geografischen Grenzen zu überwinden. Beim Wechsel von einer Talseite auf die andere soll künftig kein anderes Transportmittel als die eigenen Ski mehr nötig sein. Zum zentralen Knotenpunkt der gesamten Verbindung wird der Bereich des Parkplatzes P1 an der Talsperre Labská (Elbtalsperre). Hier entstehen die Ausläufe der neuen Pisten, die Talstationen zweier Seilbahnen sowie ein Servicegebäude mit Kassen und Informationszentrum.

Die konkrete Planung des Projekts begann im Jahr 2006. In diesem Rahmen wurden spezifische Studien ausgearbeitet und verschiedene Routenoptionen für die Verbindungsmautstrecken, Pisten und Lifte geprüft. Im Jahr 2012 wurde das Projekt in seiner heutigen Form in den Flächennutzungsplan der Stadt Spindlermühle aufgenommen, womit die Genehmigungsphase startete. Diese umfasste eine anspruchsvolle Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP/EIA) und jahrelange Verhandlungen mit allen betroffenen Behörden, um eine optimale technische Lösung und einen akzeptablen Kompromiss zu finden.

In den vergangenen Jahren gelegte Grundlagen für die Realisierung

Im Jahr 2020 stand die Umsetzung dieses ehrgeizigen Projekts kurz bevor, doch Covid, die Energiekrise und andere Umstände stoppten den Arbeitsbeginn noch für ein paar Jahre. Der Weg zur Verbindung begann schließlich mit intensiven Arbeiten in den Jahren 2023 und 2024. In dieser Zeit wurden die neuen Abfahrten „Přehradní“ und „Lesní“ gebaut und mit modernsten Beschneiungsanlagen ausgestattet. Zudem wurde die bestehende blaue Piste in Svatý Petr angepasst und verbreitert sowie die Beschneiungsanlage auf der Piste „Vodovodní“ am Medvědín erweitert und modernisiert. Ein Schlüsselschritt war auch der Bau einer neuen Technologie zur Wasserentnahme aus der Elbtalsperre. Dies sichert dem Skigebiet eine stabile Beschneiung, die unabhängig von den aktuellen Durchflussmengen der Elbe ist. Ein viel beachteter Meilenstein war im November 2025 das Aufsetzen der Stahlkonstruktion einer Skibrücke über die Elbe, bei dem der größte Kran der Tschechischen Republik im Einsatz war.

Schlüsselbauten im Jahr 2026: Neue Seilbahn, Brücke und Terminal

Das aktuelle Jahr ist für das Projekt von absolut entscheidender Bedeutung. Im April 2026 begann der Bau einer neuen beheizbaren 6-Sitzer-Sesselbahn mit Wetterschutzhaube (Bubble), die vom Terminal P1 bis nahe an die Bergstation der Hromovka führt. Diese moderne Seilbahn wird den Namen „Audi Line Přehradní“ tragen.

René Hroneš, Direktor des Skiareals Spindlermühle, fasst die zentrale Bedeutung dieser Etappe zusammen: „Der größte Schritt nach vorn, den der Kunde bereits in der kommenden Wintersaison am eigenen Leib und auf den eigenen Ski spüren wird, ist eine neue, moderne Seilbahn. Von dieser aus kann man vollwertig auf der neuen, in diesem Jahr in voller Länge fertiggestellten Piste ‚Přehradní‘ fahren oder nach dem Ausstieg weiter in die Skigebietsteile Hromovka und Svatý Petr wechseln. Ich traue mich zu behaupten, dass die ‚Přehradní‘ dank ihrer Breite, Form und ihres Gesamtprofils die beste rote Piste bei uns sein wird. Und damit meine ich nicht nur in Spindlermühle, sondern in der gesamten Tschechischen Republik.“

Im Zuge des Baus und Betriebs dieser neuen Seilbahn wird auch die langfristige Kooperation zwischen dem Skiareal und der Marke Audi erweitert. Marcel Archleb, Leiter der Division Audi in der Tschechischen Republik, äußerte sich zur Weiterentwicklung der Partnerschaft: „Das Skiareal in Spindlermühle repräsentiert die absolute Spitze des Skisports in den tschechischen Bergen und ist regelmäßig Austragungsort von alpinen Ski-Weltcuprennen. Es freut mich sehr, dass es uns gelungen ist, die langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit weiter auszubauen. Genau wie die Marke Audi ihre Produkte ständig verbessert, arbeitet auch das Skiareal unermüdlich daran, noch bessere Skierlebnisse zu bieten.“

Damit endet die Liste der Neuheiten, an denen für die nächste Skisaison gearbeitet wird, aber noch nicht. Zusammen mit der neuen Seilbahn wird im Dezember 2026 auch die komplette rote Piste „Přehradní“ inklusive technischer Beschneiung auf der gesamten Länge eröffnet. Und das ist längst nicht alles. Auf der anderen Talseite wird in diesem Jahr die Piste „Lesní“ ebenfalls samt Beschneiung fertiggestellt. Zudem wird eine Brücke über die Straße II/295 gebaut, die von Vrchlabí in Richtung Zentrum von Spindlermühle führt. Damit wird praktisch bereits eine einseitige Skiverbindung beider Talseiten realisiert. Skifahrer gelangen vom Medvědín über die neue Piste „Lesní“ und die Skibrücke direkt zur neuen Seilbahn „Audi Line Přehradní“ und von dort weiter nach Svatý Petr. Ein riesiger Vorteil ergibt sich daraus auch für das gesamte Gebiet Bedřichov, wo die Mehrheit der Einheimischen lebt und sich zahlreiche Unterkünfte befinden. Alle Skifahrer aus diesen Bereichen haben neu die Möglichkeit, im Ski-In/Ski-Out-Modus zu agieren – sie können die nur wenige Dutzend Meter entfernte Piste einfach zu Fuß erreichen, ganz ohne das Auto oder Skibusse nutzen zu müssen. All diese einschneidenden Neuerungen werden Besucher und Einheimische bereits ab der kommenden Wintersaison 2026/27 erleben.

Zukunftsausblick

Das Projekt wird anschließend mit dem Bau einer zweiten, einer 10-Personen-Kabinenbahn in Richtung Medvědín fortgesetzt, deren Realisierung für das Jahr 2027 geplant ist. Ein voll funktionsfähiges und in beide Richtungen verbundenes Skigebiet wird somit zur Wintersaison 2027/28 zur Verfügung stehen.

Hauptvorteile des Projekts: Sicherheit und Lebensqualität im öffentlichen Interesse

Das Verbindungsprojekt ist nicht nur eine Investition in die Ski-Infrastruktur, sondern erfüllt auch ein öffentliches Interesse in den Bereichen öffentliche Gesundheit, Sicherheit und sozioökonomische Entwicklung der gesamten Region.

Absolute Priorität: Sicherheit auf den Pisten und Straßen

Ein Kernvorteil ist die fundamentale Erhöhung der Sicherheit für alle Besucher. Die Skiverbindung ermöglicht eine gleichmäßige Verteilung der Skifahrer über das gesamte Skigebiet, was mehr Platz auf den Pisten schafft und risikoreiche, überfüllte Engpässe eliminiert. Das Projekt sieht zudem eine Erhöhung des Anteils an blauen und roten Pisten vor, die besser für weniger erfahrene Skifahrer und Familien mit Kindern geeignet sind.

Verkehrsberuhigung und Rückgabe des Stadtzentrums an die Fußgänger

Ziel des Projekts ist auch eine grundlegende Verkehrsentlastung. Der Verkehr zwischen den getrennten Skigebieten legt derzeit oft das Stadtzentrum lahm und gefährdet die Sicherheit von Fußgängern. Die Verbindungsstrategie stellt sicher, dass Besucher, Anwohner und Einheimische beim Wechsel zwischen den Skigebietsteilen ihre Autos weit weniger nutzen müssen.

Zu dieser Verkehrsentlastung trägt eine Kombination mehrerer Schlüsselmaßnahmen bei, die gemeinsam mit der Stadt Spindlermühle umgesetzt werden:
•    Nutzung neuer Flächen auf dem Parkplatz P1: Direkt an den neuen Seilbahnen an der Elbtalsperre entstehen mehr als einhundert Parkplätze.
•    Erhöhung der Parkkapazitäten: Die Anzahl der Parkplätze im Bereich hinter den Technischen Diensten der Stadt Spindlermühle (sogenannte „Zadní Hromovka“) wird deutlich erweitert.
•    Neue Zufahrten zum Parkplatz P2 – Hromovka: Die bereits in der vergangenen Saison in Betrieb genommene neue Zufahrt zum Parkplatz Hromovka und Zadní Hromovka hat die Autokonzentration im Stadtzentrum spürbar entlastet.
•    Verbesserung und Modernisierung der Leitsysteme: Sukzessive wird ein neues, modernes Parkleitsystem aufgebaut, das die Besucher über freie Parkflächen auf den jeweiligen Parkplätzen informiert. Auch eine Verstärkung der Hinweisschilder an den Straßen ist vorgesehen.

Diese Maßnahmen führen zur Schaffung einer sicheren Zone für Fußgänger und zu einer deutlichen Reduzierung von Emissionen, Lärm und Stress auf den Straßen. Gleichzeitig wird die Logistik der Skibusse optimiert – dank des Terminals P1, das als wichtiger Einstiegspunkt für beide Skigebiete dienen wird, müssen die Buslinien nicht mehr so stark durch die engen Winterstraßen manövrieren, was die Sicherheit und den Verkehrsfluss in der gesamten Stadt weiter erhöht.

Ein wesentlicher Faktor ist zudem die schnellere Intervention von Rettungsdiensten und Bergwacht, denen die entlasteten Straßen und die Skiverbindung eine viel schnellere und effizientere Hilfe für Verletzte ermöglichen.

Eine florierende Gemeinschaft und aktiver Lebensstil

Das Projekt ist ein Grundpfeiler für den Wohlstand der Region. Es sichert den Erhalt und die Schaffung neuer Arbeitsplätze und unterstützt eine aktive Freizeitgestaltung als gesunde Alternative zu virtueller Unterhaltung.

Spindlermühle wird durch die Verbindung zu einem modernen, sicheren und ökologisch verantwortungsvollen Skiresort, das in der Lage ist, mit europäischen Top-Skigebieten zu konkurrieren und gleichzeitig die Lebensqualität seiner Einwohner zu schützen.

https://www.skiareal.cz/
 











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