seilbahn.net | Themenbereiche | Wirtschaft | 2026-06-03

Gasteiner Bergbahnen AG: Solides Ergebnis trotz herausfordernder Zeiten

Über eine Million Erstzutritte in Sommer- und Wintersaison sowie ein trotz Kostendrucks leicht positiver Jahresüberschuss unterstreichen die stabile Entwicklung in einem schwierigen Marktumfeld.

Ein durch Kostendruck wirtschaftlich anspruchsvolles Geschäftsjahr, herausfordernde Rahmenbedingungen im Wintertourismus und die Erläuterung des soliden Jahresergebnisses durch den Vorstand standen im Mittelpunkt der 47. Hauptversammlung der Gasteiner Bergbahnen AG am 22. Mai 2026. Zugleich wurde die wichtige Zukunftsinvestition, das Bergrestaurants „Hirsch und Maus“ der Schlossalmbahn, als erster Erfolg verbucht.

Trotz hoher Kostenbelastung und einer unterdurchschnittlichen Wintersaison konnten die Umsatzerlöse auf Vorjahresniveau gehalten und ein positives Betriebsergebnis erzielt werden. Insgesamt verzeichneten die Gasteiner Bergbahnen im Sommer- und Wintergeschäft mehr als eine Million Erstzutritte. Die Erlöse aus Personenbeförderungen beliefen sich dabei auf rund 38 Millionen Euro, rund 90 Prozent davon entfielen auf das Wintergeschäft.

„Das vergangene Geschäftsjahr wurde durch gestiegene Kosten, weniger Nachfrage in der Wintersaison und wirtschaftlich fordernde Rahmenbedingungen geprägt. Umso erfreulicher ist es, dass wir durch gutes Wirtschaften dennoch einen positiven Jahresüberschuss erzielen konnten und somit auch weiterhin auf einer stabilen wirtschaftlichen Grundlage stehen. Mit einer Eigenkapitalquote (inkl. Nachrangdarlehen) von rund 40 Prozent sind die Gasteiner Bergbahnen solide aufgestellt und wir blicken positiv in die Zukunft“, betont Vorstand Benjamin Rogl.

Winter bleibt zentrales Geschäftsfeld

Die Wintersaison 2024/25 verlief insgesamt unterdurchschnittlich. Nach einem starken Start mit frühen Talabfahrten sorgten warme Temperaturen im Februar und März für schwierige Bedingungen und ein vorzeitiges Saisonende. Die Zahl der Erstzutritte ging um -3,3 Prozent auf rund 781.000 zurück. Damit bleibt der Winter mit knapp 90 Prozent Anteil am Gesamtumsatz weiterhin das zentrale Geschäftsfeld der Gasteiner Bergbahnen.

„Gerade im vergangenen Winter hat sich einmal mehr gezeigt, wie wichtig Schneesicherheit und eine leistungsfähige technische Beschneiung für einen erfolgreichen Betrieb sind. Dieses Thema wird auch künftig eine zentrale Rolle bei unseren Investitionen spielen“, erklärt Vorstand Andreas Innerhofer.

Stabil entwickelte sich hingegen der Sommerbetrieb: Mit rund 221.000 Eintritten konnte das hohe Niveau der vergangenen Jahre gehalten werden. Auch die regionale Nächtigungsentwicklung bestätigt die unterschiedliche Dynamik zwischen Winter- und Sommertourismus: Während der Winter leicht rückläufig war, entwickelte sich der Sommertourismus in Gastein weiterhin positiv.

Besonders erfreulich verlief der Übergang zwischen Sommer- und Wintersaison: Der Sommerfahrbetrieb lief bis 10. November 2025, bereits am 28. November konnte mit Talabfahrten am Stubnerkogel und auf der Schlossalm erfolgreich in die neue Wintersaison 2025/26 gestartet werden.

Investitionen als klares Zukunftssignal

Einen zentralen Schwerpunkt bildete im Berichtszeitraum die Umsetzung des neuen Bergrestaurants „Hirsch & Maus“. Der Baustart wurde im Februar 2025 beschlossen, die feierliche Eröffnung erfolgte im Dezember desselben Jahres.

Insgesamt investierten die Gasteiner Bergbahnen 16,1 Millionen Euro, davon rund 12 Millionen Euro in den Neubau auf der Schlossalm. Das neue Bergrestaurant wurde in nur neun Monaten Bauzeit errichtet und umfasst auf drei Ebenen ein Restaurant mit Terrasse, Indoor-Erlebnisbereiche sowie Infrastruktur für Pistendienst und Lawinenwarnkommission. Im Zuge des Projekts wurde zudem die bestehende Bergstation abgetragen und erneuert.

„Gerade in herausfordernden Zeiten bewusst antizyklisch in Qualität und Infrastruktur zu investieren, war für uns eine wichtige strategische Entscheidung. Mit dem ‚Hirsch & Maus‘ ist es gelungen, das Angebot im Gebiet deutlich aufzuwerten und neue Zielgruppen anzusprechen“, so Innerhofer.

Die erste Saison bestätigt diesen Kurs: Das neue Angebot wurde von Gästen sehr positiv angenommen. Besonders Aufenthaltsqualität, Gastronomie und Ambiente erhalten ausgezeichnete Rückmeldungen. Gleichzeitig konnten zusätzliche Auffahrten von Nicht-Skifahrer:innen generiert werden.

Auch künftig setzen die Gasteiner Bergbahnen konsequent auf Qualitätsentwicklung. Im heurigen Jahr soll die Attraktivität des Angebots durch die Neugestaltung eines Spielbereichs sowie durch ein ganzjähriges Indoor-Erlebnisangebot weiter ausgebaut werden.

Veränderungen im Aufsichtsrat

Im Rahmen der Hauptversammlung kam es zudem zu personellen Veränderungen im Aufsichtsrat. Aufgrund von Auffassungsunterschieden zwischen einem Haupteigentümer und dem Aufsichtsrat Martin Kerschbaumer wurde dieser aus dem Aufsichtsrat abberufen. Neu in das Gremium gewählt wurde Roman Kofler, General Manager der Janus Hotelbetriebsgesellschaft m.b.H., einem touristischen Leitbetrieb in Bad Gastein.

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